Re: Kennst du Pseudonymaufdeckung?



Am Sun, 27 Jun 2010 13:35:33 +0200 schrieb Kaiketsu:

Kennst du Pseudonymaufdeckung?

Erfahrene Datenschützer raten zur Zurückhaltung bei der Angabe von
persönlichen Daten in öffentlichen Datennetzen, wie z.B. das Usenet
eines ist. Zu den persönlichen Daten gehören Wohnort, Arbeitgeber,
und natürlich der bürgerliche Name, der sog. Realname.

Ich glaube du meinst personenbezogene Daten wie diese hier:
Dirk Wolfgang Glomp
Vierbergen 10 b
22111 Hamburg Horn
Rentner

Ach verdammt, jetzt darf ich bestimmt nicht mehr auf mein
Datensebstbestimmungsrecht bestehen.
(Warnung: Spam und Gewerbemüll wird ungelesen entsorgt.)

Nun aber sehen einige Teilnehmer mögliche Vorteile in der Angabe ihres
Realnames in Diskussionsmedien wie dem Usenet.

Huch welche Vorteile habe ich damit denn nun genau, das ist mir noch gar
nicht aufgefallen.

Zum Beispiel hoffen
einige auf ein vorteilhaftes Google-Profil, welches vom Personaler
sofort unter dem Realname des Bewerbers gefunden werden kann.

Igitt, das ist doch kein Vorteil...

Andere
möchten von alten Klassenkameraden oder früheren Arbeitskollegen im
Usenet wiedergefunden werden.

....das schon eher.

Die Erfolgschancen solcher Ansinnen dahingestellt (ein positives
Google-Profil ist gar nicht so einfach zu erstellen, weil Google
manche Ausrutscher nie verzeiht...),

Ja das ist besonders dumm für google. Prima das ich dort auch schon unter
Terrorverdacht stehe, dann weiss ja jeder woran er mit mir ist.

kommen Viele an einen Punkt, wo
sie doch die eine oder andere Frage oder Aussage lieber unter
Pseudonym tätigen möchten.

Nö, ich oute mich doch gerne immer wieder.

Es kann dabei um Politisches, um
Gefühlsangelegenheiten, Sexuelles, oder Gesundheitliches gehen.

Achso, moment ich hole meinen Schwanz aus der Hose.

Manchmal möchte man auch nicht, dass der Arbeitgeber liest, dass man
mit einem neuen Job liebäugelt. Derlei Szenarien sind vielfältig.

Das kann mir nicht mehr passieren, da ich ja immer sage was ich denke.

Wer jetzt denkt, "nichts leichter als das, dann benutzt man dafür eben
ein Pseudonym", der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn da
gibt es eine kleine aber aktive Horde Rüpel, die nur darauf geiern, so
einem Pseudonymverwender zu begegnen. Sobald der Verdacht aufkommt,
derjenige habe früher schonmal unter seinem Realname geschrieben,
fangen die Spekulationen an, welcher Realname das wohl sein könnte.

Na bei mir braucht man nich spekulieren.

Man spricht hier von (versuchter) "Pseudonymaufdeckung". Es werden
dazu unter anderem der Diskussions- und Sprachstil, technische
Merkmale oder Personenkonstellationen betrachtet. Die resultierenden
Hypothesen, ob nun fundiert oder nicht, werden hemmungslos öffentlich
angegeben. Dadurch ist der Schutz des Pseudonyms schnell dahin, oder
aber - und das ist noch bedenklicher - falls die Herren Feierabend-
Detektive falsch liegen, werden Unbeteiligte hineingezogen.

Bei mir weerden solche Detektive schnell arbeitslos.

Das ist alles sehr unschön. Mehr noch, (versuchte)
Pseudonymaufdeckung ist unter vielen Umständen illegal und kann mit
der Unterstützung von Datenschutzämtern verfolgt werden. Wer es sich
leisten mag, kann auch einen auf Persönlichkeitsrecht spezialisierten
Anwalt einschalten.

Aber was soll das denn eigentlich bringen und was schützen die
Datenschützer schon wirklich, eigentlich doch gar nichts. Eine wirklich
tolle Idee, leider ohne jede Wirkung.

Der bereits entstandene Schaden kann dadurch allerdings kaum
wiedergutgemacht werden.

Mich konnte noch keiner schädigen.

Daher ist Prävention gefragt. Hier schließt
sich der Kreis zum Anfang: Datenschützer mahnen zur Sparsamkeit im
Umgang mit persönlichen Daten in öffentlichen Datennetzen.

Soll diese Prävention etwas so aussehen das man nur jammert, oder werden
diese kriminellen Konzerne und ihre Tatwerkzeuge auch mal aus den Verkehr
gezogen. Das ganze klingt doch eher als ein Alibi als nach Prävention.

Ein
Realname, der überhaupt nicht im Usenet vorkommt, wird nur sehr
unwahrscheinlich in eine Pseudonymaufdeckung verwickelt werden.
Mindestens solange Typen wie diese Pseudonymaufdecker ihr Unwesen
treiben, steht der Rat: *Niemals* im Usenet seinen Realname angeben!

Bah, wer nichts zu verlieren hat kann dieses Rat doch getrost in den Wind
schiessen. Es wird nur viel heisse Luft abgesondert aber nichts passiert.
Wo bleibt die gläserne Verwaltung?

Dirk
.



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