Re: Haette ich es nicht gesehen, ich wuerde es nicht glauben



Jürgen Vetter <vetter@xxxxxxxxx> writes:

Am 03.07.2007 14:51 schrieb Peter Bruells:

Ja, es stimm. Es scheint. Nochmal: Dieser Begriff paßt hier überhaupt
nicht.

Wenn Du meinst! Dann ersetze halt Kernkompetenz durch Fachkompetenz.

Gerne. Dann wird es nämlich eine korrekte Aussage.

Mit Sicherheit gehört es auch nicht zur Fachkompetenz zu wissen was
eine Homepage ist

Stimmt. Das ist Basiswissen.

ist oder wie diese erstellt wird

Das ist wiederrum Fachwissen.

oder welche verschiedenen Browser es gibt,

Auch wahr. Hatte ich auch nicht angemeckert. Daß es verschiedene
Browser gibt ist wiederum Allgemeinwissen, wenn nicht sogar
Basiswissen.

zumindest dann nicht, wenn man die entsprechenden Posten der
gefragten Politiker bekleidet.

Selbst ein Finanzminister, wie Herr Steinbrück, muss nicht in der Lage
sein seine eigene Steuererklärung selber zu erstellen.

Wenn er das nicht ist, dann sollte ihm das denken geben, wenn er die
nächsten Steuergesetze formuliert, bzw. formulieren läßt.

Das ist zwar ein Armutszeugnis für das deutsche Steuerrecht, hat
aber mit seiner Fachkompetenz AKA Kernkompetenz als Finanzminister
so ganz und gar nichts zu tun.

Es ist kein "AKA".

Wie gesagt:
Der Bäcker muss nicht wissen wozu ein Holzhobel gut ist um Brötchen zu
backen.


Ein völliger non sequitur. Der Bäcker will nicht regulieren, wie der

Au weia, muss jetzt die Diskussion mit Fremdwörtern aufgewertet werden?

Ach bitte, das ist normales Deutsch. Ein bekannter Fachbegriff.

Zimmermann zu arbeiten hat.

Um über Patentrecht oder Urheberschutz entscheiden zu müssen, muss ich
nicht wissen wie eine Homepage programmiert wird.

Nein, aber wissen was eine ist Sonst weiß man nämlich nicht, was man
da eigentlich reguliert.

Das ist die These des OP gewesen. Meine Replik war die des Bäckers,
denn die ist eine Analogie als Antithese zum Argument des OP.

so what?

Au weia, muß jetzt die Diskussion mit Fremsprachen aufgewertet werden?`

Nein. Grundwissen. Beim Allgemeinwissen muß nicht jeder alles wissen,
damit es Allgemeinwissen ist.

Es gehört zum Grundwissen verschiedene Browser zu nennen oder zu wissen
wie eine Homepage programmiert wird bzw. was das ist?

Nein, wie kommst Du darauf? Meine Aussage war, daß "einfache
Kenntnisse über Begriffe und Anwendung von Innformationstechnologien"
keine Fachkenntnisse sind, sondern Grundwissen. Also zu Wissen, was
eine Homepage ist und was ein Browser ist.

Grundwissen ist die Beherrschung der deutschen Sprache oder aber der 4
Grundrechenarten. Schlage doch einfach mal Grundwissen bei einer dieser
Wikis nach.

Lesen und Schreiben und grundlegende Umgangsformen und wie man sich


Hatte also nichts mit der Frage zu tun und war demnach überflüssig.

Doch, den es sollte die offensichtliche Absurdität des Arguments des OP
darstellen. Das ist ein übliches Stilmittel in einer Diskussion.

Schon diverse alte Griechen verwechselten manchmal "erfolgreich
argumentiert" mit "korrektes Argument." Insofern kann man es Dir
evtl. nachsehen.


Nein, werdensie nicht. Es werden die Erwachsenen sein, die heute
Kinder sind. Glaub mir, Du möchtest nicht, daß die heutigen Systeme

Genau, schon morgen ist das Heute gestern :-> Ich hoffe Du verstehst den
Witz dieser Aussage :->

Ja. Einen Witz zu verstehehn bedeutet aber nicht, ihn lustig zu
finden. Sonst würde ich mich auch im Schulbus fürchterlich amüsieren.


von den Kindern der 1970er oder 1980er programmmiert sind.

Die heutigen Systeme sind bereits in den 70er und 80er programmiert
worden. Zumindest die Systeme, die elementare Grundbedürfnisse
befriedigen. Was meinst Du wohl wann die Datenbanksysteme von der IBM
oder Oracle oder wann das Kernsystem SAP oder das Siemens BS2000 oder
aber das IBM OS390 programmiert wurden?

Na klar, und seitdem ist keine einzige Zeile Code hinzugekommen. Die
Software, die ich gerade für intraorale, druckbasierte Diagnostik für
Zahnärzte schreibe, ist sicherlich auch aus den 70ern. Die Software,
die einen Aurbus stier, bestimmt auch. Ganz zu schweigen von den
aktuellen Betriebssystemen oder Geldautomaten.

Was meinst Du wohl wann Basic entstanden ist oder der Kern von Windows
NT. Gerade einmal Linux ist etwas jungfreulicher und Anfang der 90er
entstanden.


So etwas wie TELNET oder TCPIP oder der Vorgänger des Internet sind
Systeme, die in dieser Zeit entstanden sind.

Ja, und SGML ist auch uralt. Ändert nichts, daß in der Zeit zig
aktuelle Techniken hinzugekommen sind, die zwar auf den urspünglichen
Systemen und "Paradigmen" beruhen, aber eben nicht mehr mit dem
damaligen Wissen beherrschbar sind.

Neuer sind halt die Frontends, also die GUIs, also so etwas wie die
Benutzeroberfläche, so etwas wie Handysysteme.

Aber so etwas wie die Telefonsoftware oder die Verkehrsampelsteuerung,
etc. also die wirklich elementaren Systeme sind steinalt.

Klar. Denn digitaler Funk war bekanntlich 1980 steinalt, ebenso wie
RFID, Barcodes, etc.


Ich frage mich in wie weit einem bei einem "Schrei" von Bill von Tokio
Hotel die typische Melodie der deutschen Sprache, das Wesen der
deutschen Sprache verständlich werden soll.

"Die typische Melodie der deutschen Sprache"? Welcher deutscher
Sprache? Der Frankfurter Bühnensprache? Des norddeutschen Missingsch?
des bayerischen Dialekts?

Mir erschließt sich das irgendwie nicht.

Ja, das glaube ich gerne.


Ich empfinde Deinen Vergleich als oberflächlich.

Du verwechselt Nostalegie mit Qualität. Das passiert in unserem Alter
schon mal.

Was Du als Nostalgie bezeichnest führte zu vernünftigem sozialen
Verhalten. Was wir heute als Popkultur, als Mainstream, erleben führt
unter anderem zur Verrohung der Gesellschaft.

Warum leben die Menschen dann heute länger, gesünder und mit weniger
Gewalt aus vor einigen Jahrhunderten?


Oberflächlich hingegen die Andeutung, daß das Auswendiglernen des
Liedes von der Glocke irgendeinen Wert an sich (außer über das
Training von Auswendiglernen, was man aber auch mit dem Koran oder
einem John Sinclaurn Heft machen könnte) hätte - ohne eine
tatsächliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt und dem fundierten
Vergleich der damaligen Lebenssituation und wie das mit der
zeitgenössischen Aufnahme und Kritk war, ist es nur leere
Rezeption. Da kann mans ich auch gleich Readers Digests Buchrücken in
den Bücherschrank stellen.
.



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