Re: Spekulation soll den Ölpreis steigern - Erklärung bedürftig



On 24 Jul., 23:58, Roland Damm <roland-d...@xxxxxxxx> wrote:
Moin,

Ingo Menger schrub:

Ach ja? Wann kam bei denen das letzte komplett neue
Motormodell mit neuer Technologie auf den Markt? Nein, nicht
nur mal ein bischen Hubraum mehr oder weniger. Auch kann man
relativ einfach die Zylinderzahl ändern. Das sind kleinere
Änderungen. Aber ein Umstieg auf E-Antrieb, das würde ich eine
große Konzeptänderung nennen.

BMW hat den H2-Motor, Mercedes forscht seit Jahren an der
Brennstoffzelle herum.

Herum ist eine gute Beschreibung. Ich kenne keine Zahlen, aber
wie viele Ingeniöre befassen sich mit dem Thema?

Das sind schon einige. Und es ist nicht so, daß sie noch nichts auf
die Beine gestellt hätten.

Und wie viele
damit, das Sounddesign oder die Plüschverkleidungen zu
optimieren?

Das kann ein flapsige Bemerkung sein, oder aber ein Hinweis darauf,
daß du ein Fanatiker bist, der nicht dulden mag, daß irgendwer sich
mit anderen Dingen beschäftigt als dem, was er für wichtig hält.


Alle entwickeln inzwischen Hybrid.

Notgedrungen, weil Toyota droht. Und weil der Prius den Ruf hat,
so sparsam zu sein. Was er IMO nicht mal unbedingt ist.

Da muß man die Situation in Japan sehen. Praktisch nur Start/Stop-
Verkehr. Tempolimit Stadtautobahn 50, außerorts 100. Unter den
Bedingungen ist die Technik sicher mal ein guter Ansatz.

3l-Lupo? Den Fall sehe ich so: Man wollte offiziell ein ganz
besonders sparsames Auto bauen. Also hat man alle verfügbare
HighTech in den Kleinwagen reingesteckt, die man in der
Schublade hatte. Weil die Entwicklung aber nicht viel kosten
sollte, hat man an dem Fahrzeug nichts geändert, es war der ganz
normale Lupo. Wegen der vielen HighTech war der Wagen aber
leider so teuer, dass ihn logischerweise niemand haben wollte.
Hätte man statt dessen weniger komplizierte Technik eingebaut,
dann wäre aus dem Projekt wohl ein 3,5l-Lupo geworden, der
vielleicht 1000€ weniger gekostet hätte. Dann hätte die
Wirtschaftlichkeitsrechnung für den Käufer schon viel besser
ausgesehen. Böswillig könnte man vermuten, dass VW das Auto nur
deswegen herausgebrahcht hat, um der Öffentlichkeit zu beweisen,
dass /man/ Ökoautos in DE nicht verkaufen kann

Warum hätten sie das wollen sollen, wenn sie doch eines hatten?
Das ist immer das Loch in der Argumentation, wo ich
Verschwörungstheorie rieche. Autohersteller sind dann plötzlich nicht
etwa knallharte Kapitalisten, die alles verkaufen, was Gewinn bringt,
sondern Burschen, die aus irgendeinem Grund den Ölhändlern zu hohem
Umsatz verhelfen wollen, auch dann, wenn die nicht die geringsten
Umsatzprobleme haben.

Es mag ja den einen oder anderen verknöcherten CEO geben, in dessen
Adern Benzin fließt. Aber alle auf einmal?

Diese 3l-Sache ist doch eher eine typische Manifestation des reversen
Mephisto-Prinzips: Man will das Gute, symbolisiert durch 3l, und
schafft das Böse. Denn du hast natürlich völlig recht: der letzte
halbe Liter Einsparung ist der teuerste und ein 3.5l Lupo wäre sicher
deutlich billiger geworden.

Fährst du mit hydraulisch unterstütztem Exoskelet Inline?

Nein, mit Helm und ein paar Protektoren. Die Skater selbst passen aber
schon kaum in den "Koffer"-Raum.

Oder
hälst du oder deine Freundin einen Hund in einer Stadtwohnung,
der wegen seiner Körpergröße darunter leidet? Wenn nicht, dann
passt all das in eine Ente, oder auch einen Smart.

In eine Ente passten bekannlich 4 Deutsche oder 5 Franzosen, als Smart-
Fahrer sollt eman sich aber eher eine Freundin mit Ratte,
Zwergkaninchen oder gar keinem Haustier anschaffen.

Die Bewegung hin zu den Herstellern, die Nobelautos herstellen,
sehe ich keineswegs so eindeutig.

Das ist es auch nicht. Der eine hat mit Nobelautos Pech ("Vel Santis",
"Phaeton"), der andere mit Kleinwagen.


Gut so. Lao-Tse spricht: Durch Nicht-Handeln bleibt nichts
ungeordnet.

Smily vergessen?

Nein.

Also nichts tun sollte man.

Nicht "man", sondern die Regierung. "Man" wird schon etwas tun, und
zwar jeder das, was er am besten kann und in dem Bereich, wo er am
besten Bescheid weiß.

Na schön. Dann werden meine Trämue
davon, dass ich den Weltuntergang noch erleben kann, doch noch
wahr, super:->

Sicher, sicher. Daran besteht sowieso kein Zweifel. :)

Übrigens, auch wenn Lao-Tse das sich nicht
vorstellen konnte, man könnte theoretisch auch Dinge verändern
und dabei geordnet vorgehen. Aber das ist selten in der Politik,
eigentlich eher unüblich.

Das ist leider falsch. Weil die meisten Dinge so komplex sind, daß das
Wissen, über das ein Regierungsgremium verfügen kann, nicht
ausreichend ist. Selbst dann, wenn dieses Gremium aus lauter kleinen
Einsteins bestünde. (Was aber in der Politik eher selten, eher
unüblich ist.)

Warum, glaubst du, ist ein Häuflein von Politikern
qualifiziert, hier irgendwelche Entscheidungen zu treffen?

Sag ich doch, dass ich die jetztigen Politiker dafür nicht für
kompetent halte. Das liegt aber nicht an ihnen, die sind
schließlich gewählt.

Das ist keine Frage von "jetzigen" Politikern. Den grünen Ritter, der
alles weiß und alles kann, wird es nicht geben.

Letztlich ist das ein wirtschaftliches Problem, und diese
werden besser durch Einsatz des gesamten Wissens aller
Beteiligten, d.h. dezentral gelöst.
Genau das ist der Sinn der
Marktwirtschaft. Lao Tse spricht: Ein großes Land regiert man,
wie man kleine Fische brät. ;-}

Genau so: an den Bedingungen für die Wirtschaft kann man nämlich
mit politischen Mitteln drehen. Mein Grundsatz, wenn ich König
von Deutschland wäre, wäre, dass ich so gut es geht alle Leute
nach maximalem Profit streben ließe, nur würde ich die
Rahmenbedingungen (Steuern,..) so setzen, dass der Maximale
Profit aller Beteiligten dem maximalen Profit der Gesamtheit
entspricht.

Und um das zu erreichen, müßtest du genau das tun, was Lau Dse
vorgeschlagen hat: Nichts.

Selbstverständlich ist das Geschäftskundengeschäft wichtig. Nur
wußte ich bisher nicht, daß der Staat hier den Spritverbrauch
subventioniert.

Er subventioniert, indem er Kosten für Firmenfahrzeuge steuerlich
absetzbar macht.

Aha. Also "subventioniert" der Staat auch, beispielsweise, die
Anschaffung von Maschinen, Verbrauchsmaterial, Vorprodukten.

Na dann sollte der Finanzminister doch dringend mal mit der
Mineralölsteuer herunter gehen und die KFZ-Steuer abschaffen,
dann können sich noch viel mehr Leute eine Cheyenne leisten
und es spült noch mehr Geld in die Staatskasse...

Das ist richtig.

Modell Lichtenstein? Also auf Kosten des Restes der Welt leben?
Gute Idee, sollte jeder haben.

Das war nicht mein Vorschlag.

Da ist was dran. Deshalb auch mein Glaube, daß eher bisher
Unbekannte sich hier hervortun werden. Deren Technologie wird
dann aufgekauft, und der Käs' ist gegessen.

Wobei die Frage ist, ob die Technologie aufgekauft wird, um sie
zu versenken, oder um sie zu bauen.

Es geht auch in der Autoindustrie nur um Gewinne. Damit ist die Frage
schon beantwortet.

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