Re: EGO - war Re: Nils Horn - Gibt es eine Hölle?



"D. Schlenk" <detmarschlenk@xxxxxxxxxx> schrieb im Newsbeitrag
news:jg950m$njv$1@xxxxxxxxxxxxxxxx
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Meinst Du, daß überhaupt alle Ichs die Schöpfung ein und desselben
höheren
Ichs sind, oder gibt es mehrere - viele höheren Ichs, die immer nur
einige
niederes Ichs schaffen? Sind überhaupt die derzeit ~ 7 Milliarden
Menschen
tatsächlich existent, oder ist das eine Illusion?

Die einen sagen, das menschliche Ich sei auf natürlich Weise
durch Evolution entstanden, also durch ständige Weiterentwicklung.
Diesen Standpunkt vertreten wahrscheinlich die meisten. Diejenigen,
die sich so viele Zufälle in der Evolution aber nicht vorstellen können,
glauben eher, daß dieses hochentwickelte menschliche Bewußtsein
durch Eingriffe höherer Mächte wie z.B. Götter, Raumfahrer oder
wie auch immer, entstanden ist.

das ist eine ganz andere Fragestellung, die hiermit nichts zu tun hat.

Natürlich kann man auch an eine
Seele glauben, denn das hat Tradition, auch wenn dieser Glaube
aus der Mode gekommen ist. Wenn man aber bedenkt, daß
Seelenklempner auch zwingend eine Seele, ein Unbewußtes, ein
Vorbewußtes oder ein Unterbewußtsein voraussetzen, dann
kann es doch nicht ganz verkehrt sein, wenn man glaubt, daß wir
nun mal eine Seele haben. Für diese Seele gibt's natürlich viele
Namen, z.B. höheres Ich, wahres Ich, wahres Selbst, Psyche, etc.
Mit Definitionen habe ich es nicht so. Für mich selber sehe ich
keinen Unterschied zwischen Seele und Psyche.

m.W. ist Psyche nur der griechische Begriff für Seele.

Das Unterbewußt-
sein vermische ich auch gern mit der Seele oder der Psyche. Man
kann nun, eben weil man es nicht genau weiß, alles mögliche
vermuten, was die Beziehung der Seele zum Ich anbelangt. Also ich
hätte nichts dagegen, wenn die Seele auch über den körperlichen
Tod hinaus weiter leben würde. Als Ursache für diese Welt kann
man an den Urknall glauben,

Der Urknall ist ein Ereignis, keine Ursache. Zur Welt gehören außer der
Materie- und den Elemantarkonstanten auch die Naturgesetze, diese kann man
zwar voneinander ableiten, aber das läuft auch auf unanschauliche
Abstraktionen hinaus. Als Erkenntnis lasse ich das nicht gelten.

man kann aber auch glauben, daß
unser Bewußtsein (wahrscheinlich weniger das Ich-Bewußtsein,
sondern eher ein höheres Bewußtsein die Ursache für diese Welt
ist. Weiter kann man natürlich glauben, daß jeder seine eigene Seele
bzw. sein eigenes höheres Bewußtsein sprich höheres Ich hat.
Dieses Bewußtsein ist dann der Grund für den Glauben an die
Reinkarnation. Das Ich und die anderen Ichs entstehen bei einer
solchen Inkarnation zwangsläufig, da wir nun mal in einer dualen
Welt leben.

Das geht an meiner Frage vorbei. Du hattest in der Mitteilung
vom Mo, 30. Jan geschrieben:

* Das soll heißen, meine Mitmenschen dienen dazu, um mich selber
* besser kennen zu lernen. Alles, was ich in meinen Mitmenschen
* nicht mag, alles charakterlich Häßliche, was mir an ihnen aufstößt,
* dient als Lektion. Man darf nicht nur einseitig das Gute bevorzugen
* und das Böse in sich verdrängen,

So gesehen sind die Mitmenschen nichts anderes als Versuchskaninchen, die
man beobachtet, um mehr über sich selber zu erfahren. Man kann sie quälen
oder verhungern lassen, um zu sehen, wie's wäre, wenn man selber gequält
wird oder verhungert. Wenn sie alle von ein und demselben Über-Ich erzeugt
werden, dann gehören sie diesem, und dieses Über-Ich kann mit ihnen machen
was es will. Es kann ein Ich als Beobachter auswählen und die anderen leiden
lassen, letztlich gelangen alle Wahrnehmungen - auch das Leid - zu diesem
Über-Ich zurück. Man muß sich in diesem Fall nicht vorwerfen, wenn man
jemandem was antut oder ihm Hilfe verweigert.

Andererseits wird behauptet, wir alle gehörten zum Leib Christi.
Christus ist sozusagen die Überseele, zu der sich unsere Einzelseelen
bekennen dürfen, um dann, wenn man zu den Glücklichen zählt,

Die Christliche Religion hingegen verlangt die Nächstenliebe; hier sind alle
Seelen gleichwertig und nicht etwa zur Veranschaulichung unangenehmer
Zustände geschaffen. Allerdings sind die Gleichnisse einfach gehalten und
gehen zunehmend an den heutigen Verhältnissen vorbei.

in die ewige Langeweile des Himmels einzugehen.

was man so nicht weiß; in der Bibel sind keine Einzelheiten zum Sein im
Himmel zu finden. Was drinsteht ist so allgemein, daß es nur als Gleichnis
gemeint sein kann.

Man kann es sich
auch anders ausmalen. Dazu würde ich dir raten, den aufschluß-
reichen Text von Rudi Berner zu lesen. Er spricht von verschiedenen
Welten, wobei unsere Welt die unterste Ebene darstellt. In den
höheren Welten soll die Simulation sogar noch um einiges besser
sein als hier auf dieser Welt, wo man noch am ehesten den
Schleier der maja erkennen kann.

Reingeguckt hab ich da schon ... leider hat er wie die meisten
diesbezüglichen Schriften den Mangel, daß er nicht klar zwischen den
Standpunkten und Betrachtungsebenen trennt. Das ist, als ob man in
derNaturwissenschaft Physik, Chemie, Biologie, die 3 Ökos
(-nomie, -logie, -mene) und weiteres vermischen würde,
und der Leser verliert den Faden und weiß nicht, worum's eigentlich geht.

Und dann gibt es die Schwierigkeit, daß sich die Bedeutung der Worte mit der
Zeit ändert. In dem, was um 1850 geschrieben worden ist, kommt das nur
vereinzelt vor, aber wenn man weiter zurückgeht, wird's schwierig. Und
manches, was als selbstverständlich vorraus gesetzt worden ist, müßte später
erläutert werden.
Die meisten Formulierungen sind auch nicht ein-eindeutig, man kann sie nicht
umkehren.

So gibt es für die bekannte Stelle im Evangelium nach Matthäus "5,3
Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel"
mehrere Fassungen und Interpretationen; wie's genau zu verstehen ist,
weiß man nicht.

Aufgund des heutigen Hintergrundwissens sind auch weitergehende
Betrachtungen gefordert; der Autor gibt für die vom ihm herangezogene
Bhagavad-Gita ~ 5000 Jahre an. Das muß man heute einfach anders darstellen.

Der Buddhismus lehrt, das Ich sei reine Illusion und eigentlich
sei die ganze Welt der Dualität nur Illusion. Stattdessen gäbe es
nur die Erfahrungen und die Phänomene, aber keinen, der diese
Erfahrungen macht. Das ist natürlich von einem fest im Leben
stehenden materiellen Ich, welches auf seine Individualität pocht,
nicht hinnehmbar.

Im Theravada-Buddhismus ist nichts ewig, weder das Ich, noch
die Seele. Beide haben kein eigenständiges unveränderliches Sein,
sondern sind nur zusammengesetzt wie alles andere Vergängliche
der Welt und somit leer, d. h. ihre vermeintliche unabhängige
Existenz ist nur Illusion.

Der Mahajana-Buddhismus glaubt, daß die äußeren Schichten der
Seele sterblich sind, der Urgrund der Seele dagegen sei unsterblich,
da er nicht befleckt wird. Es wird auch behauptet, in uns allen
sei der Keim für die Buddha-Natur vorhanden, diese müßte aber
erst noch entwickelt werden, andere glauben, die Buddha-Natur sei
vergleichbar mit der Seele und sei nur durch das Ego und den Schleier
der Maya verdeckt. Diese Buddha-Natur kann aber nur dann
erwachen, wenn zuvor das falsche Ego aus der Welt geschafft ist.
Manche meinen, dies durch Anstrengungen des Ego erreichen zu
können, z.B. indem man willentlich versucht, die Flut der Gedanken
abzuschalten. Erreicht wird aber nicht viel damit. Einen guten Tip
finde ich aber, wenn man versucht, mehr im Jetzt zu leben, seinen
Gedanken freien Lauf zu lassen, ohne ihnen große Beachtung
zu schenken.

was soll'n das? Wie kann man überhaupt Gedanken nicht beachten? Ich meine,
daß man etwas beachtet, wenn man Gedanken darauf bezieht..

********
Glück ist vielmehr ein innerer Zustand und hängt davon ab, daß man im
Jetzt lebt und nicht in Gedanken schon wieder mit alldem beschäft ist,
das man noch nicht erreicht hat oder alldem, was man in der
Vergangenheit hätte besser machen können.

ich halte es durchaus für richtig, mich mit den Fehlschlägen von gestern
auseinanderzusetzen.

Ja, aber nur um Strategien zu erarbeiten, wie man es bei ähnlichen
Situationen in der Zukunft besser macht.

nö ... auch wenn ähnliche Situationen nicht mehr oder zumindest nicht mehr
in meinem Leben vorkommen können, möchte ich trotzdem wissen, wieso es
dazu gekommen ist oder was spätere Generationen besser machen können.
Nachdem mir klargeworden ist wieso damals ... (schon lange her) bin ich
zufriedener als zuvor; und hab' mir ein anderes - auch weit
zurückliegendes - Ereignis vorgenommen.

Ich halte es durchaus für möglich, daß die damaligen Situation nochmal
geschaffen wird, und die Ereignisse nochmal durchlaufen, nur eben soweit
anders, wie ich das jetzt für besser halte, solange, bis mein Über-Ich damit
zufrieden ist. Schließlich wird verglichen, was bei den Varianten
herausgekommen ist.

Leider sind wir mit dem bereits Erworbenen
nicht lange zufrieden, denn es verliert schnell an Glanz. Danach muß
wieder ein neuer Nervenkitzel her.

so ist das nunmal ... was gefällt Dir daran nicht?

Es ist kein wirlich erfülltes Leben. Das Gefühl des Getrenntseins ist das
eigentliche Übel. Sagt jedenfalls der Buddhismus und der Hinduismus.

Das meinen alle Philosophen. Dies hat Mathilde Niel in "Psychoanalyse des
Marxismus" recht gut zusammengefaßt.
3-741-603867, Paul List Verlag, München 1972


****

Wir Menschen haben unseren freien Willen, wir können einem Hinweis
Gottes
folgen und darauf vertrauen, daß er uns auf diesem besonderen Weg zur
Seite
stehen wird. Wir können aber auch meinen, daß das sowieso nicht
gelingen
wird, und es die Stimme Satans ist, die zu uns spricht. Wie kann man
wissen,
ob Gott oder Satan zu uns spricht? Heute morgen hat unser Pastor
gebetet
"bewahre uns davor, daß wir Wegen einschlagen, die uns verlockend
erscheinen, und führe uns auf Deinen Weg zurück". Woher weiß ich, ob
mich
mein Herr und Heiland Jesus auf einen neuen Weg schickt, oder ob mich
Satan von meinem Weg abbringen will?

Ich meinte ja nur, daß jener Weg, bei dem immer alles schief geht, weil
die Umstände immer gegen einen sind, und nichts gelingen will,
möglicherweise
der falsche Weg ist und man nur noch nicht die richtige Umgebung, wo
einen der Herrgott haben will, gefunden hat.
Wenn es natürlich der richtige Weg, der gottgewollte Weg, war, muß man
diesen natürlich unbeirrt, mit voller Zuversicht, weitergehen, komme
was wolle, auf Biegen und Brechen. :-)

ja, und woher weiß ich, ob's derjenige, der mir eine Abbiegung (mich auf
einen Handel einzulassen) empfiehlt, Gott ist oder ob's der Satan ist?
Was
dabei heraus kommt, hängt auch von anderen ab, und ich kann's im Vorraus
nicht wissen.

Nun ja, es wird wohl nicht gleich der Satan sein, wohl eher ein Ich, das
sich vorher nicht genügend informiert hat und daraufhin dann einen
falschen Weg eingeschlagen hat, den es dann im Nachhinein bereut.
Nicht jeder weiß, was seine Berufung ist und viele können aus viel-
fältigen Gründen ihren Traumberuf auch gar nicht ausüben. Wenn man
aber nicht glücklich mit seiner ausgeübten Tätigkeit ist, bewirkt das
oftmals, daß man den Job schneller verliert als man es sich versieht.

was für ein Ich denn, eines, welches demselben Über-Ich entstammt, und
das geschaffen worden ist, um mir den Spiegel vorzuhalten?

Und wie sieht es aus, wenn sich im Nachhinein - aufgrund für mich zuvor
uneinsehbarer Zusammenhänge - das doch als der bessere Weg erweist? Wenn man
nur zu feige war, um dem göttlichen Rat zu vertrauen?

**** ***
und was soll ich damit ...?

Das soll heißen, meine Mitmenschen dienen dazu, um mich selber besser
kennen zu lernen. Alles, was ich in meinen Mitmenschen nicht mag, alles
charakterlich Häßliche, was mir an ihnen aufstößt, dient als Lektion.
Man
darf nicht nur einseitig das Gute bevorzugen und das Böse in sich
verdrängen, denn beides ist zu gleichen Anteilen in mir vorhanden. Erst
wenn mir beides gleich gültig ist, wenn ich keines von beiden mehr
bevorzuge, überwinde ich die Dualität und ich werde meinem höheren
Ich ähnlicher (dem Christus in dir).

dann sind die nur für mich da? Darf ich jemanden totschlagen, wenn ich
diese
Lektion nicht mag - so wie man ein Buch ungelesen läßt oder auch
wegwirft, daß einen nicht gefällt?
Oder bin ich für andere geschaffen worden, damit sie aus meinen Macken
lernen?

In Wirklichkeit hängt alles zusammen, die individuellen Welten sind alle
miteinander vernetzt, vielleicht ist die Welt sogar ein riesiges
Hologramm.
Die Welt wird auch mit einem riesigen Organismus verglichen. In dieser
Welt ist des einen Leid des anderen Freud. Möglicherweise sind die
einzelnen Schicksale so koordiniert, daß jede Seele dasjenige erlebt,
was sie an Erfahrungen noch nicht gemacht hat. Jede Seele soll angeblich
alle möglichen Erfahrungen machen müssen, also alles, was nur irgendwie
denkbar ist oder menschlich vorstellbar ist.
Warum das eine Individuum anscheinend vom Schicksal bevorzugt wird,
das andere eher weniger, kann man erst dann beurteilen, wenn man den
Überblick über den ganzen Werdegang einer solchen Seele hat, mit all
ihren bereits gemachten Erfahrungen in den zuvor schon erfolgten
Inkarnationen.

"Möglicherweise ... anscheinend" ist nichts genaues. Meines Auffassung ist,
daß diejenigen, die schlecht kooperieren, gegenüber anderen, die das besser
hinbekommen, nunmal weniger gewinnen oder auch Verlust erleiden. All jene
Leute, die nicht oder schlecht kooperieren, kommen schlechter weg. Die
richtige Kooperation hat man velleicht im vorigen Leben erlernt.

******
Gib deine Verhaftung mit deiner Vergangenheit und der ganzen
Menschheit auf, (lebe im Jetzt, jede Minute könnte die letzte sein).

Das geht schlecht; von Deinem Vorgesetzten erwartest Du, daß er die
Befolgung der gestern gegeben Weisungen heute belohnst und nicht
behauptest,
heute sei was anderes gefordert. Deine Unterstellten erwarten von Dir
gleiches.
Wenn Du im Supermarkt die Ware an der Kasse in Deine Tasche gesteckt
hast
wirst Du auch nicht behapten, es beträfe Dich nicht mehr, daß diese
vor
kurzem noch in Regal standen, und du sie erst bezahlen sollst, bevor
du sie nach Hause trägst.
Wenn Du vor einigen Jahren eine Frau geheiratet und mit ihr Kinder
hast,
werden diese kaum akzeptieren, daß Du meinst, Du seist mit ihnen
nicht
verhaftet, woanders wohnst, und keinen Beitrag zur Familienkasse
leistest.
Allerdings haben sich unmittelbar nach den politischen Veränderungen
von '89-'90 einige Leute so benommen, als ob man bei ihnen den
Reset-Knopf gedrückt hätte.

Solange Du an deiner Vergangenheit und an deinen Konditionierungen
hängst, lebst du wie in Platon's Höhlengleichnis oder wie ein Hamster
in seinem Hamsterrad. Deine Seele ist in diesem engen Körper
eingesperrt
und hat vergessen, wie es zuvor in der Unbegrenztheit war. Du sollst
erkennen, daß du nicht dieses beschränkte kleinkrämerische Ich bist,
für das du dich hältst. Auch bei Jesus heißt es: "Wer mir (d.h. dem
Christus in jedem Menschen) nachfolgt, der muß sein enges beschränktes
Leben hinter sich lassen. Die Hindus tun dies meistens in einem
späteren
Lebensabschnitt, wenn die eigenen Kinder schon aus dem Haus sind
und die Frau gut versorgt ist. Sie gehen dann zu einem Guru oder
ähnliches.

Und was wird aus der Frau, darf die nicht mit zum Guru?
Ich meine durchaus, daß ich meine Vergangenheit durchdenken sollte, um
meine Irrtümer zu erkennen.

In Indien haben die Frauen nichts zu melden. So war es jedenfalls bisher.
Da die indische Gesellschaft jedoch dem Westen immer ähnlicher wird, wird
sich sicherlich manches verändern und dazu gehört eben die Einforderung
von mehr Rechten für Frauen. Auch das Kastensysten ist absolut menschen-
feindlich.

schön ... und wie verträgt sich das mit einer Gleichwertigkeit der Seelen?
Das Kastensystem entspricht durchaus dem Stand der damaligen
Produktivkräfte, bemerkenswerterweise erläutert auch Laurence Peter in
seinem "Peter-Prinzip", daß eine lange Hierarchie, in die man ganz unten
eintritt und schließlich bis nach ganz oben gelangen kann, die Gefahr mit
sich bringt, daß gute Leute steckenbleiben.

Allerdiengs sind wir von Deinem Vorschlag
Gib deine Verhaftung mit deiner Vergangenheit und der ganzen
Menschheit auf, (lebe im Jetzt, jede Minute könnte die letzte sein).
abgekommen; das heißt nunmal, daß man auch keine Rücksicht auf andere zu
nehmen braucht und auch keine Pflichten erfüllen muß. Man kann seine
Bindungen ignorieren und muß für Schuld nicht einstehen. Und das paßt weder
zur christlichen Religion noch zum Kryshna-Bewußtsein.

***
Für dein höheres Ich ist dieses irdische Leben nur maya, das wahre
Sein befindet sich jenseits davon. D. h. spätestens wenn dieses höhere
Ich aufhört, von diesem materiellen Dasein zu träumen und aus diesem
vorübergehenden Traum wieder aufwacht, lebt es wirklich.

und was geschieht mit den verschiedenen von ihm geschaffenen Personen?
???

Glück ist ein Zustand innerer und äußerer Freiheit, das heißt,
Unabhängigkeit im totalen Sinn.

Sorge dich nicht, lebe.

dann mach mal auf Hochstapler - woher nimmst Du die Sicherheit, daß
Polizei, Gericht und Gefängnis morgen noch das sind?

Ich beschreibe das Ganze aus der Sicht der Idealisten und du aus der
Sicht eines Praktikers.

klar, das ist halt mein Standpunkt. Der Begriff "Idealist" ist
mehrdeutig, erläutere bitte, was Du meinst.

Von Platon, von dem wir weitgehend unsere Vorstellungen von der Seele
herhaben, wird gesagt, er sei ein Idealist gewesen.

jo ... genauer erfahren wir das von Engels (von der CD) :
"Die Frage nach dem Verhältnis des Denkens zum Sein, des Geistes zur
Natur, die höchste Frage der gesamten Philosophie hat also, nicht minder als
alle Religion, ihre Wurzel in den bornierten und unwissenden Vorstellungen
des Wildheitszustands. Aber in ihrer vollen Schärfe konnte sie erst gestellt
werden, ihre ganze Bedeutung konnte sie erst erlangen, als die europäische
Menschheit aus dem langen Winterschlaf des christlichen Mittelalters
erwachte. Die Frage nach der Stellung des Denkens zum Sein, die übrigens
auch in der Scholastik des Mittelalters ihre große Rolle gespielt, die
Frage: Was ist das Ursprüngliche, der Geist oder die Natur? - diese Frage
spitzte sich, der Kirche gegenüber, dahin zu: Hat Gott die Welt erschaffen,
oder ist die Welt von Ewigkeit da?
Je nachdem diese Frage so oder so beantwortet wurde, spalteten sich die
Philosophen in zwei große Lager. Diejenigen, die die Ursprünglichkeit des
Geistes gegenüber der Natur behaupteten, also in letzter Instanz eine
Weltschöpfung irgendeiner Art annahmen - und diese Schöpfung ist oft bei den
Philosophen, z.B. bei Hegel, noch weit verzwickter und unmöglicher als im
Christentum -, bildeten das Lager des Idealismus. Die andern, die die Natur
als das Ursprüngliche ansahen, gehören zu den verschiednen Schulen des
Materialismus.
Etwas andres als dies bedeuten die beiden Ausdrücke: Idealismus und
Materialismus ursprünglich nicht, und in einem andern Sinne werden sie hier
auch nicht gebraucht. Welche Verwirrung entsteht, wenn man etwas andres in
sie hineinträgt, werden wir unten sehn."
[Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen
Philosophie. Marx/Engels: Ausgewählte Werke, S. 8855 (vgl. MEW Bd. 21, S.
275)]

Du hattest allerdings geschrieben
Ich beschreibe das Ganze aus der Sicht der Idealisten und du aus der
Sicht eines Praktikers.
und ich meine, daß man Überlegungen, aus denen nichts folgt, nicht
gegeneinander abwägen kann. Sicherlich kann man sich überlegen, wie man sich
auf einer fiktiven Situation verhalten würde - viele Leute machen
Computerspiele - aber darauf folgt nicht, was besser ist, weil alles nur in
der Spielwelt existiert.

***
Der Buddhismus lehrt: Du mußt nichts werden, du bist bereits alles.
Dies einzusehen, fällt schwer, solange man sich mit anderen
vergleicht.

Du mußt nunmal mit anderen - die Dich ergänzen - kooperieren, alleine
erreichst Du nichts.

Damit diese Kooperation harmonisch verläuft, muß man über sein
individuelles Ich hinauswachsen, denn das Ganze ist mehr als seine
Teile. Unser höheres Ich (der Christus in uns) ist in Verbindung mit
diesem Ganzen. Dieses Ganze nennt Jesus den Vater im Himmel.

soweit ist dies schon richtig; wäre ich bereits alles, dann müßte ich
nicht
kooperieren. Auch wenn ich vieles kann, so kann ich doch nicht alles.
Manches geht aber auch nur deshalb schneller und besser, weil mehr Hände
zupacken.

Ja, stimmt.

Grüße, Martin Schade



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