Re: Bibelauslegung
- From: norbert baude <norba96@xxxxxxx>
- Date: Wed, 28 Nov 2007 11:52:59 +0100
Magda schrieb:
"Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermesser zu
Lanzen!" (Joel 4, 10).
Hallo, warum bist Du frustriert?
Nimm den Satz in hebräischer Sprache, das ergibt Doppelbedeutungen mit
folgendem Sinn:
*Zerschlagt ihnen die Trockenheit - so: ihre Lieder sollen zu hohem
Leben führen!
Dann sagt der Schwache: Ich bin stark...
Doppelt sind im Satz Schwert, verwüstet, verödet, Hitze
Winzermesser und Psalm / Lied hat den Anfang gemeinsam und durch
Suffix werden sie gleich.
Zerschlagen und schmieden sind gleiche Wörter
Lanzen רמחים werden “gebrochen” weil sonst spießt man die Leute auf
anders geteilt in רמ und חים hohes Leben.
Leben und Tier sind die gleichen Worte.
Der Satz erklärt im Sinn den Stil der Dichtung selbst, denn würde der
Krieg so geführt, wie er beschrieben ist, könnte das Leben nichts
werden...
Hallo Magda,
mir ist immer noch nicht klar, nach welchen Kriterien aus Doppel- und Mehrfachbedeutungen du die "richtige" findest. Auch Änderungen aus Imperativ ( Der Schwache sage...) zu einem Konsekutivsatz ( Dann sagt der Schwache...)sind eine nicht unerhebliche Sinnveränderung.
Und wenn man den Vers ( übrigens Joel 3,10)in den ganzen Kontext stellt (Das Kapitel heißt ja "Weltgericht"), und der Vers 9 zum Krieg auffordert:
"Rufet dies aus unter den Völkern, rüstet zum Kriege, erwecket die Helden; es sollen herkommen, anrücken alle Krieger.",
dann ergibt m.E. deine Übersetzung keinen richtigen Sinn. Oder hat "Krieger" auch eine Dooppelbedeutung und heißt auch "Kuscheltier"? ;->
Zumindest ist mir klar geworden, dass du da in einen infiniten Regress geraten bist: Jede Umdeutung eines Begriffs erzwingt die nächste, und am Schluß hast du ein ganz anderes Buch.
Ich fürchte aber, dass es dann auch nicht anders kommen würde als :mit Jakob Lorbers Neuer Offenbarung und anderen Neuübersetzungen: bescheidenes Nischendasein.
Nichtsdestowenigertrotz: Respekt vor deiner Sisyphusarbeit! :-)
Gruß Norbert
--
"In den ersten Jahrhunderten gab es sechzig Evangelien, die alle fast gleich unverdaulich waren. Man verwarf sechsundfünfzig wegen ihrer Kindlichkeit und Albernheit. Gäbe es hierfür keinerlei Anhaltspunkte bei denjenigen, die man behalten hat?“ (Denis Diderot)
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