Re: Kreationismus



On 14 Aug., 16:05, Frank <MudiFr...@xxxxxxxxxxxxxx> wrote:

Also ist jedes Weltbild nur Geschwätz.

Keineswegs. Weltbilder sind Möglichkeiten, wie der uns noch unbekannte
Rest der Wirklichkeit beschaffen sein könnte. Deshalb kann ein Mensch
ja gleichzeitg auch verschiedene einander widersprechende Weltbilder
haben, so wie ein Wissenschaftler gleichzeitig verschiedenen
Hypothesen weiterentwickeln kann.

Zum Geschwätz wird das erst, wenn man die Fiktionalität leugnet, und
so tut, als wüßte man etwas, was andere Menschen nicht wissen, und
beginnt sie im Sinne einer einzigen Weltanschauung (unter Ablehnung
jeder anderen) zu belehren. Genau das aber tun Religionen und
Ideologien.

Es war ihr Welt- und Gottesbild. Es waren eben keine Nihilisten.

Entscheidend ist: es war ein phantasievolles Modell von etwas das sie
gar nicht wissen konnten und deshalb eine, für manche Menschen
vielleicht ganz reizvolle, aber dennoch völlig unverbindliche
Spekulation.

Die Blütezeit ist, wenn das Reich Gottes wächst

Naja, das Heidentum der Griechen und Römer ist zwar historisch bereits
untergegangen, aber wer weiß, vielleicht hat es ja dennoch gerade
heute seine "Blütezeit" ... :-)

Im Moment haben die Weltreligionen ja global gesehen Zulauf.

Ganz richtig: "im Moment". Vor ein paar Jahrzehnten hat der Hexenkult
eine kurze Renaissance erlebt. Für die langfristige geistige
Entwicklung der Menschheit ist beides nur eine unbedeutende Fußnote.

Neuere Forschungen zeigen, dass es eine "Grundmoral" biologisch "in
den Genen" verankert gibt.

Ich weiß, ich habe mich lange mit Soziobiologie beschäftigt. Aber
bedenke: Ein Großteil dieser "Grundmoral" ist aus christlicher Sicht
ausgesprochen unmoralisch.

Die ganze Idee von der Würde des Menschen hat sich aus Religionen und
entsprechenden Gottesbildern entwickelt

Das ist auch meine Meinung, und darauf führe ich es zurück, daß dieses
Konzept nichts taugt.

Roger McLassus


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