Re: Instrumentalmusik
- From: Matt Meyer <m@xxx>
- Date: Mon, 25 Jul 2005 21:41:38 +0200
On 25.7.2005 18:29, in article
slrndea4s8.354.yetispamb@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx, "Markus Becker"
<yetispamb@xxxxxx> wrote:
> Hallo,
>
> ich bin letztens in der Stadt an einem Plakat vorbeigekommen, das ich
> im Nachhinein eigentlich nur als Scherz ansehen kann ...
>
> Also, es war eins dieser "Bekehr' Dich!" Plakate von diesen das-NT-
> ist-wortwörtlich-wahr-aber-so-wie-wir-das-auslegen Gruppen.
> Prominenter Schriftzug wie gesagt "bekehr Dich", versprenkelt auf
> dem Plakat eingekreiste Begriffe wie "Drogen", "Haschisch", "LSD",
> "Schwulitäten"(!), "Koffein", "Nikotin", "Pornographie" usw.
>
> Subtext des Plakats war sinngemäß:
> Wenn Du eine oder mehrere der eingekreisten Sachen regelmässig brauchst,
> befindest Du Dich in der Sündensklaverei, nach Prophet WasWeisIch, Kapitel
> x, Absatz y kannst Du dieses und jenes tun, um Dich davon zu befreien,
> wenn das auch nichts nutzt, musst Du noch fasten .... Jesus lebt, auch
> wenn Du es nicht glaubst.
>
> Soweit kann man das ja alles noch evtl. nachvollziehen, aber einer der
> eingekreisten Begriffe war 'Instrumentalmusik'. Was, bitte, haben die
> Urheber gegen Instrumentalmusik? Nur noch gregorianische Gesänge, oder
> wie meinen die das? Wollen die sich den letzten Rest Glaubwürdigkeit
> in der Gesellschaft auch noch verspielen? Was ist das denn für ein
> Verein?
Ist wahrscheinlich Rockmusik etc. gemeint gewesen? In gewissem Sinn zieht
einen Musik ja weg vom eigenen Wesen wie obgenannte andere Narcotica. Solch
ein Laster kann natürlich auch die eigene Religion werden.
Ich denk, die versuchen einfach, die Leute ein bisschen aufzuwecken. Das
wirkt manchmal etwas ätzend, ist aber gut gemeint. Aber sicher, sowas nimmt
kaum wer ernst, viele Leute merken noch nicht mal, dass sie sich auf einen
Trip schicken, wenn sie den Walkman aufsetzen, die lachen bestenfalls, wenn
man es erwähnt. Blinde eben.
Bei "Schwulitäten" wird wahrscheinlich besonders ein Typus des Homosexuellen
gemeint sein, der Extrovertierte, der von nichts genug kriegen kann, sich
und anderen schadet, ohne es zu bemerken.
Ich denk eher, eine Gesellschaft, die das nicht sieht, verliert ihre
Glaubwürdigkeit. Die Christen, egal wie seltsam, schrullig etc. sie zuweilen
daher kommen mögen, haben halt recht. Und da sich die wesentlichen Inhalte
auf atheistische Weise nicht vermitteln lassen, noch diese überhaupt ein
Interesse daran hätten, ist es gut dass es diese Vereine gibt. Wunder genug
dass sie es überhaupt wagen, mit ihren Inhalten aufzukreuzen, so wie es bei
uns inzwischen zu und her geht, die werden doch in erster Linie verlacht. Da
ist wohl ein starker Glauben von Nöten.
Gruss
Matt Meyer
.
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