Re: helmsche tnh verklaertheiten oh gitt goh gott oh buddzies
- From: Gottfried Helms <helms@xxxxxxxxxxxxx>
- Date: Tue, 28 Jun 2005 22:41:22 +0200
Hallo Walter -
Am 28.06.05 18:00 schrieb Walter Herrmann:
>
>>> Gerade im
>>>interreligiösen Horizont werden im Pâli-Kanon unmissverständliche
>>>Überlegenheitsansprüche [3] gegenüber konkurrierenden Heilslehren
>>>geäußert, die an Deutlichkeit und Schärfe nichts zu wünschen übrig
>>>lassen -
>
>
>
> Das kann man so lesen, es wird auch leider, auch hier, so gelesen.
> Diese Irrungen basiert meist auf der falschen Annahme, man könne die
> Lehre Buddhas erlesen oder allein durch diskursives Denken erfahren.
Das ist sicherlich ein Grundmanko. Aber der Trick des O-Textes ist
ja eher der, durch Belegung mit Begriffen ein Assoziationsfeld
aufzumachen, das beim Leser den Anschein von Aggressivität in
der Auseinandersetzung "mit anderen Heilslehren" auslöst:
"unmissverständlich" - ist ja eigentlich gut
"an Deutlichkeit nichts zu wünschen" - eigentlich auch gut
"an Schärfe nichts zu wünschen "- eigentlich auch gut, wenn
"Schärfe" im Sinne von "scharfes Bild" verstanden.
Aber im Zusammenhang mit dem umgebenden Text, besonders mit
"Überlegenheitsansprüche" kommt ein Eindruck von Aggressivität
zustande, die ich a) im Palikanon nicht wiederfinde, b) gegen
die sich der Buddha -zumindest im Außenverhältnis- sogar explizit
ablehnend ausgesprochen hat und die deshalb in Bezug auf die Über-
mittlung und Praxis des Buddha-Dharma eine eindeutige Überzeichnung
ist.
Deswegen würde ich dem widersprechen, das könne man so lesen.
Daß es so gelesen *wird* ist eine andere Sache, da gebe ich
Dir recht ;-) ...
>
>
>
>>Wie man durch Ankleben von Begriffen und Unterschieben eigener
>>Paradigmen eine Erscheinung uminterpretieren kann, ist schon
>>irre, und ist hier schön komprimiert vorzufinden. ;-)
>
>
> Ja, auf beiden Seiten ;)
Ebenfalls ;-) . Ist aber irgendwie schon in meiner frühen Erwachsenen-
zeit (m)ein Hobby gewesen, einen höheren Anspruch an das Lesen
einzufordern. Ein Theologie-*Prof*? Es haut mich immer wieder
um... Aber wir haben sowas ähnliches gerade seit 6 Monaten in
d.s.m., ähnlich seltsam.
> Wo in der Rede "Rede an die Kâlâmer" gespottet
> wird, ist mir völlig unklar.
Eben. Die ganze Wirkung dieses Theologen-Textes hat dadurch
sogar etwas lustiges.
> Und in jedem Falle schließt doch der
> Buddha seine Lehre und deren Verständnis durch die eigenen Anhänger in
> die Untersuchung ausdrücklich ein - das scheint mir sogar der Kernpunkt
> zu sein. Überall da, wo Herr Professor Zeugen zu Wort kommen läßt, wird
> es interessant, seine Schlußfolgerungen entbehren allerdings jegliche
> Orginalität. Leider.
Ja. Wie er z.B. die Nonne Ayya Khema in Anführungszeichen setzt:
"Nonne"... der Mann scheint nicht viel 'rumgekommen in der Welt.
Wie der einen interreligiösen Dialog führen will, wüßte ich jetzt
nicht, für den er aber andere leichthändig abqualifiziert.
Ich fand diese Einleitung ziemlich durchsichtig und deswegen
auch lehrreich. Hoffe, es hat auch ein bißken Spaß gemacht :-)
>
> Gruß Walter
Ebenso -
Gottfried
.
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