Re: Solarenergie statt Erdoel
- From: "Ralf . K u s m i e r z" <me@xxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Mon, 20 Apr 2009 13:26:51 +0200
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Emil Naepflein schrieb:
Kannst Du mir dann mal erklären, warum man dann nicht nach der DeviseWeil man einmal nicht aus dem Stand die Produktionskapazität für 100
"Klotzen statt kleckern" die Module gleich in dem Umfang produziert,
daß der PV-Strom konkurrenzfähig zu 10 Cent/kWh hergestellt werden,
anstatt den Stromkunden endlos mit überteuertem subventionierten Strom
über den Leisten zu ziehen? Bei einem vernünftigen Preis würden die
sich doch in beliebiger Anzahl praktisch von alleine verkaufen.
GW/Jahr finanzieren und innehalb von wenigen Jahren hinstellen kann.
Kommt immer drauf an, wer "man" ist. Was kostet das, was bringt es?
Zum
Zweiten man auch heute nicht die Erfahrzung und das Wissen hat um die
Produktionskapazität innerhalb kurzer Zeit so aufzubauen dass sie auch
die Module zu einem so günstigen Preis produzieren kann als wenn man die
Erfahrung über mehrere Jahrzehnte sammelt. Es braucht einfach alles
seine Zeit.
Und warum muß man in der Zeit überteuerte Module für überteuerten
Solarstrom in Mengen produzieren? Würden da nicht ein paar kW zum
Experimentieren reichen? Und wofür genau braucht man denn so viel
Zeit?
Wir sind jetzt bei 40 Cent/kWh. Bei einer Preishalbierung alle 8 JahreWenn es so wäre, dann wüsste man es heute nicht, ob es heute tatsächlich
wären wir also in 16 Jahren bei diesen 10 Cent/kWh. Was kann die
Industrie in 16 Jahren, was sie nicht übermorgen mit einer
entsprechenden Anschubfinanzierung nicht könnte?
Da gibt es doch nur zwei Möglichkeiten:
1. Das geht nicht, weil dieser Preis nie erreicht werden kann.
so wäre.
Falls ich das richtig verstanden habe, heißt das, daß Du nicht die
mindeste Ahnung hast, ob man dieses Halbierungsgesetz überhaupt so
lange fortschreiben kann, maW wissen wir gar nicht, ob PV je
wirtschaftlich wird. (Ja, ohne Subventionen.)
2. Die Hersteller melken den dummen Markt erst noch einmal kräftig ab.Genau das würde bei einer solchen Anschubfinanzierung passieren.
Genau das kann gar nicht passieren, wenn die Einspeisevergütung nur
marktüblich ist. Klare Vorgabe: Massig Module produzieren, die dem
Investor bei 10 Cent/kWh noch 10 % Rohgewinn lassen, sonst
Förderkredite zurück. Zehn oder zwanzig Jahre Vorlaufzeit für eine
revolutionäre Technik sind eigentlich keine unüberwindliche Hürde.
Nur: diese Vorlaufzeit ist bereits vorbei, es ist nichts dabei
herausgekommen (außer dem, was man schon vorher wußte, also genau die
erwarteten Gestehungspreise). Der Fusionsreaktor hat übrigens das
gleiche Problem...
Die
verschiedenen Technologien ständen nicht im Wettbewerb untereinander.
Aber sicher täten sie das. Derjenige, der die Module für 8 Cent/kWh
anstatt von 9 Cent/kWh anbieten könnte (den 1 Cent auf die9 Cent/kWh
kassiert der Investor als Rohgewinn), würde doch auch 9 Cent/kWh
kassieren, was beide anspornt, ihre Kosten noch weiter zu senken.
Das EEG bewirkt hier genau das Gegenteil. Alle Hersteller und
Technologien im Markt stehen in Konkurrenz. Durch die Degression wird
die ständige Weiterentwicklung "erzwungen". Für die Hersteller lohnt es
sich Technologiesprünge zu generieren da damit auch die Gewinne
springen. Die Degression und Nachjustierungen ernten aber nach und nach
diese Vorteile.
Das EEG reduziert die ungerechtfertigten windfall profits, die es
erzeugt, im Laufe der Zeit. Wie schön!
3. Man hat heute das Wissen und die Erfahrungen noch nicht
Blicke doch einfach mal 16 Jahre zurück. In dieser Zeit wurde enorm viel
an der Technologie rund um PV weiter entwickelt. Heute wird weit weniger
wertvolles Silizium eingesetzt, der Wirkungsgrad hat sich deutlich
verbessert, die Wechselrichter haben einen deutlich höheren
Wirkungsgrad, ...
Der Solarstrom kostet heute genau das gleiche wie vor 16 Jahren, Pi
mal Daumen exakt den prognostizierten Wert von einer Mark pro
Kilowattstunde. Das einzige, was sich geändert hat, ist, daß sich
inzwischen der Strompreis für Endkunden annähernd verdreifacht hat.
Schöner Fortschritt!
In 16 Jahren werden sich an allen diesen Punkten weitere Verbesserungen
ergeben haben. Eventuell gibt es ganz neue Solarzellenkonzepte, die
heute überhaupt noch nicht auf dem Markt sind.
Eventuell! Gerade hattest Du naoch zugegeben, daß Du keine blasse
Ahnung hast, wie die Potentiale wirklich aussehen.
Der interessierte Investor kann heute entweder sein Geld in eine
PV-Anlage stecken und damit dann auf Kosten der Allgemeinheit eine
Quasi-null-Rendite auf Bundesschatzbriefniveau realisieren, oder in
die Entwicklung der PV-Technik durch Kauf von Herstelleraktien. Wenn
die Fortschritte so wären wie erträumt, wäre das zweite ganz
offensichtlich die lukrativere Variante. Bloß scheint der Traum wohl
ausgeträumt...
Erfahrungen kann man nicht einfach mit Geld kaufen, die muss man machen
um sie dann für die Verbesserung der Produkte zu nutzen.
Was für Erfahrungen müssen das denn sein, daß man sie mit gigantischen
Subventionen erkaufen müßte? Oder anders ausgedrückt: Inwiefern sind
zur Weiterentwicklung von Solarmodulen in Richtung Wirtschaftlichkeit
denn hohe Produktionzahlen erforderlich? Ich hätte angenommen, daß das
im Labor passiert. Und nochmal: Was muß denn daran so lange dauern?
Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
.
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