Stromkosten



Hallo,

kürzlich ist meine Großmutter verstorben und jetzt gibt es Ärger mit Ihrem Vermieter.

Kurzfassung:
Bei der Wohnungsübergabe hatte er keine Beanstandungen und hat auch gleich einen Scheck über die hinterlegte Kaution zzgl. Zinsen ausgeschrieben.
Am nächsten Tag hat er ein Fax geschickt, dass der Scheck als gesperrt zu betrachten ist, da er zwischenzeitlich mit einem Immobilienmakler gesprochen hat und dieser ihm mitgeteilt hat, dass die Wohnung nur neu zu vermieten ist, wenn ein neuer Teppich und eine neue Küchenarbeitsplatte eingebracht wird.
Das ist nicht mal so abwegig, meine Großmutter hat immerhin 17 Jahre in der Wohnung gewohnt. Aber das ist ja das Problem des Vermieters und nicht des Mieters.

Als ich ihm das mitgeteilt habe, ist bei ihm wohl eine Sicherung durchgeknallt. Jedenfalls hat er im nächsten Schreiben mitgeteilt, dass noch Betriebskostenabrechnungen und Stromrechnungen offen seien, die "gut und gerne 5.000,- EUR" ausmachen würden.

Dazu muss man wissen, dass der Mietvertrag von 1993 ist und damals eine Kaltmiete von 600,- DM sowie eine Betriebskostenvorauszahlung von 100,- DM vereinbart wurde. (Wohnungsgröße ca. 30 qm, ist im Mietvertrag nicht angegeben).

Nachdem jahrelang keine Betriebskostenabrechnung erfolgte, hat er irgendwann kurz nach der Euro-Umstellung eine Abrechnung über mehrere zurückliegende Jahre geschickt und damit eine Nachzahlung von 700,- EUR (!) gefordert. Meine Großmutter hat sich damals dahingehend mit ihm geeinigt, dass sie ihm 200,- EUR nachgezahlt hat und die monatliche Betriebskostenvorauszahlung um 20,- EUR erhöht hat.

Die nächsten Jahre erfolgte wieder keine Betriebskostenabrechnung. Mir ist zwischenzeitlich bekannt, dass auch aus einer jahrelang unterbliebenen Abrechnung keine Vertragsänderung resultiert, d.h. die monatliche Gesamtzahlung ist auch weiterhin nicht als Bruttomiete anzusehen. Dementsprechend steht es ihm wohl auch jetzt zu, die Abrechnung für 2009 und 2010 zu erstellen und mit der Vorauszahlung abzurechnen. So weit, so gut, da dürfte - wenn überhaupt - nicht viel Nachzahlung rauskommen.

Die größere Sorge macht mir jedoch die Stromrechnung. Im Mietvertrag ist nichts darüber vereinbart, wer die Stromkosten übernimmt, demnach ist der Mieter selbst für die Begleichung zuständig. Interessanterweise ist es aber so, dass der Zähler nicht auf meine Großmutter umgemeldet wurde, sondern weiterhin auf den Vermieter lief und dieser über die gesamte Mietzeit die Stromkosten nicht an meine Großmutter weiter verrechnet hatte. Wie ist das rechtlich zu bewerten? Kann man daraus ableiten, dass damals vereinbart wurde, dass die Stromkosten in der Miete enthalten sind? Falls nicht, über welchen Zeitraum könnte er jetzt eine Abrechnung vornehmen?

Nebenbei erwähnt sei noch, dass er natürlich behauptet, dass er jedes Jahr eine Betriebskostenabrechnung und eine Stromabrechnung geschickt hätte, die meine Großmutter jedoch nicht bezahlt hätte. Nur wegen des guten Mietverhältnisses hat er angeblich darauf verzichtet, die Forderungen auf dem Rechtsweg geltend zu machen.
(Das ist natürlich Mumpitz, meine Großmutter war eine absolut korrekte Frau, die keinem Menschen auch nur einen Euro geschuldet hätte...)

Danke für Tips und Infos, nehme auch gerne Links zu Internetseiten an, die mir weiterhelfen könnten.

Rick


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