Re: Juristische Einordnung von E-Mail. War: Re: mail versand mit arcor unsicher?
- From: Detlef Bosau <detlef.bosau@xxxxxx>
- Date: Tue, 04 Apr 2006 19:28:38 +0200
Helmut Springer wrote:
Aber es ist und bleibt ein unsicheres Medium.
Alles ist unsicher, dass ist die Realitaet des Lebens und aendert
nicht an der Verantwortung von Kommunikationsteilnehmern fuer ihren
Einflussbereich.
Das ändert aber auch nichts an der sachlichen Realität von e-mail.
Ebenso ist völlig unklar, was "Einflußbereich" ist.
Einem Empfänger Veranwotung in die Hand zu dichten für etwas was
er nie erhalten hat finde ich nicht wirklich sinnvoll.
Wenn ein in seinem Auftrag handelnder MX die Mail angenommen hat,
Delta, ich hätte im Leben nicht geglaubt, daß gerade _Dir_ mal erläutern zu müssen, eigentlich hätte ich das jetzt umgekehrt erwartet ;-)
Aher ein MX ist ein Routingeintrag, nicht mehr und nicht weniger.
Ein MX handelt nicht. Ein MX (präzise: Ein MX Eintrag im DNS) sagt nicht mal aus, ob der Absender unter der dort hinterlegten IP Adresse überhaupt einen MTA vorfindet, ob da überhaupt auch nur ein Vermittlungsweg hin exisitiert.
Allein eine Vermittlungswegegarantie existiert doch nicht!
(In diesem Zusammenhang bitte ich schon um die Unterscheidung von MX, das ist ein Eintragstyp im DNS, und einem MTA, das ist ein Rechner mit Software, der wenn überahupt handelt.)
Ferner handelt da nicht unbedingt MTA in Deinem Auftrag, Du bist nur in Ausnahmefällen überhaupt in der Situation, hier einen Auftrag verweigern oder vergeben zu können.
Es sei denn, Du verweigerst den Mailversand an Dich bzw. hast keine e-mail Adresse, unter der Du erreichbar bist. Dann handelt in der Tat kein MTA in Deinem Auftrag.
In der Regel, und das weißt Du vermutlich besser als ich, hast Du als Teilnehmer (Absender, Empfänger) praktisch keinen Einfluß darauf, was entlang des Transportweges an Verträgen gilt.
hat der Empfaenger diese E-Mail in seinem Veranwortungsbereich
erhalten. Alles andere ist seine Veranwortung und sein Risiko.
Machen wir das mal praktisch.
Ein Student an der Uni Stuttgart kriegt eine Mailadresse aufs Auge gedrückt.
Und da landet nun eine Mail an diesen Studenten beim RUS.
Handelt der Mailer des RUS im Auftrag des Studenten????
Hat der Student denn einen Einfluß auf diesen RUS?
Hat der Student überhaupt Einfluß darauf, ob er eine e-mail Adresse bekommt?
Das müsstest Du bitte alles erstmal im Detail diskutieren und nachweisen, bevor Du hier solche juristischen Kraftbegriffe wie "Verantwortungsbereich" gebrauchst.
Wenn er das Risiko ausschliessen will, darf er eine Kommunikation
ueber diese Medium nicht oder nur im Rahmen entsprechender
Abmachungen akzeptieren.
Wir hatten u.a. in dieser Gruppe die Frage, in welchem Maße das ein Mensch überhaupt _kann_.
Du kannst nicht erwarten, daß Menschen in die Arbeitslosigkeit und Berufslosigkeit gehen, nur um der E-Mail Adresse zu entfliehen.
Auch hier werden von Technikfreaks gerne "Fakten" geschaffen, aber ohne jede Rechtsgrundlage.
Zumal in der heutigen Praxis viele Emails unbeabsichtigt verloren
gehen...
Noe, jedenfalls nicht zwischen MTAs.
Bitte?
Du verwechselst jetzt nicht bitte TCP mit allen erdenklichen Protokollen zwischen MTAs?
Und selbst, wenn der Transport denn erfolgreich sein _sollte_, wenn er denn stattfindet (was erfolgreich in einem asynchronen Netz bedeutet, müssen wir eh klären, da ein Mensch in aller Regel nicht unbefristet warten möchte), sprachen wir oben gerade von der Transportwegegarantie.
Wer um alles in der Welt _garantiert_ Dir, daß ein MTA, der Dir bekannt ist, überhaupt erreichbar ist? Dann kann ein Transportknoten tausendmal in der Pflicht stehen, Mail auszuliefern, wenn der Transportweg nicht existiert, dann _kann_ er das nicht.
Der Absender weiß, das Email ein unsicheres Medium ist. Er kann
ein anderes wählen...
Der Absender weiss, dass seine E-Mail beim MX des Empfaengers
Nein, verdammt noch mal!
Delta, jemand, der eine 250 Quittung bekommt, weiß, daß eine e-mail auf einem MTA zur Weiterleitung akzeptiert wurde, aber das muß nicht ein MTA "des Empfängers" sein!
Würdest Du _bitte_, und ich meine das jetzt sehr ernst, denn ich glaube es nicht, das gerade von Dir zu lesen, zur Kenntnis nehmen, daß es nicht "den" MTA gibt, oder "den Empfänger MTA" und "den Sender MTA"?
Das Buch vom Costades hast Du?
Oder mal in die Manpage irgend eines UUCP Flavours reingeschaut?
Auch hier kann ich mich rausreden und sagen, ein MTA muß die Mail solange aufbewahren, bis sie zugestellt werden kann, aber was heißt denn das bitte praktisch?
Allein wenn wir von SMTP reden, reden wir von _asynchronem_ Transport. D.h. _ohne_ Gewähr irgendwelcher Zeiten. Wenn dort ein TCP Datagramm 200.000 Jahre unterwegs ist, dann _ist_ es 200.000 Jahre unterwegs.
Nun gut, die Lebensdauer eines IP Paketes ist im allgemeinen deutlich kürzer und bewegt sich im Rahmen einiger zig Sekunden.
Das eine ist das grundsätzliche Designprinzip von TCP, das andere ist der Kompromiss mit der Praxis.
angekommen ist. Innerhalb der Einflusszone meiner IT ist E-Mail
uebrigens ein extrem zuverlaessiges Medium...
Ich weiß jetzt nicht, wie groß diese Einflußzone ist.
Aber ich denke kaum, daß sie die e-mail der ganzen Welt umfaßt.
Detlef
--
Detlef Bosau
Galileistrasse 30
70565 Stuttgart
Mail: detlef.bosau@xxxxxx
Web: http://www.detlef-bosau.de
Mobile: +49 172 681 9937
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