Re: Zuverl?ssigkeit von E-Mail-Kommunikation



Volker Birk <bumens@xxxxxxxxxxx> schrieb:

>> Jetzt aber mal ernsthaft: dein Newsreader ist kaputt. Er kann
>> anscheinend mit meiner Zeichenkodierung nicht umgehen. DAs
>> solltest du abstellen.
>
> Vergiss das besser. Wer mit kaputter Zeichenkodierung postet, ist
> schlicht selber schuld, wenn er kaputte Zeichen als Resultat davon
> erhält.
>
> Im Übrigen werde ich weitere Hinweise von Dir auf derartigen
> Blödsinn zukünftig ignorieren.
> [...]

Ah ja.

>>> Im Gegenteil. MX bedeutet "Mail-Exchanger", nicht
>>> "Mail-Receiver".
>>
>> Ja. Und der im MX-Eintrag eingetragene Server ist der, an den Mail
>> geschickt werden soll;
>
> Nein. Das ist der Server, der die Mail weiter transportiert, die
> transpor- tiert werden soll.

Nein, das ist der Server, an den die Mail geschickt werden soll, so
steht's im RFC und so wird es gehandhabt.

>> darum endet hier die Einflu?sph?re des Absenders und beginnt die
>> des Empf?ngers, weshalb mit ?bergabe an den im MX-Record
>> bezeichneten Mailserver die Mail im Machtbereich des Empf?ngers
>> angekommen ist.
>
> Die Einflusssphäre des Absenders endet meist viel früher. Die
> Einfluss- sphäre des Empfängers beginnt dort nicht.

Einflußsphäre ist nicht da, wo der Absender im konkreten Einzelfall
tatsächlich Einfluß nehmen kann, sondern da, wo der Absender prinzipiell
Einfluß nehmen kann. Prinzipiell kann der Absender die Mailkommunikation
über eine Telnet-Konsole selbst erledigen udn infern volle Kontrolle
über die Kommunikation haben. Ist die Mail aber erst einmal vom im MX
gelisteten Host entgegengenommen und die Verbindung beendet worden, kann
der Absender keinen Einfluß mehr auf die Weiterverarbeitung nehmen,
sofern er nicht den Mailserver des im MX gelisteten Hostes einhackt, und
das ist natürlich keine zu berücksichtigende Einflußnahmemöglichkeit.

Eventuell krankt unsere Differenz daran? Daß du dachtest, ich meinte mit
"Einflußsphäre" den Bereich, auf den man im konkreten Einzelfall Einfluß
nehmen kann? Dann sei gesagt, daß dem nicht so ist; ich meine damit die
Sphäre, auf die derjenige prinzipiell Einfluß nehmen kann, und sei es
dadurch, daß er im Vorfeld eine andere Entscheidung trifft.

Natürlich ist es z.B. für einen GMX-Kunden schwer, GMX zu befehlen,
bestimmte Mails anzunehmen; PRINZIPIELL kann er das aber, und sei es
dadurch, daß er sich für einen anderen Provider als GMX entscheidet, der
sich dem Kunden gegenüber verpflichtet, alle Mails anzunehmen, die an
den Kunden gerichtet sind.

Und darum hat der Kunde im Sinne der Abgrenzung der Einflußsphären volle
Einflußmöglichkeit darüber, was der Provider mit der Mail macht.

Der Absender hingegen hat diese Möglichkeit nicht, denn er steht weder
überhaupt in einem Vertragsverhältnis zum Provider noch kann er im
Vorfeld Einfluß nehmen, indem er einen anderen provider auswählt - weil
es nun einmal der Empfänger ist, der den Provider auswählt, so wie es
der Empfänger eines Briefes ist, der seine Empfangseinrichtung
Briefkasten in Ordnung halten muß und dessen eigene Schuld es ist, wenn
der Briefkasten nicht in Ordnung ist.

> Auch bei einer Postsendung endet die Einflusssphäre des Empfängers
> bei der Post, z.B. einem Einwurfbriefkasten der Post. Die
> Einflusssphäre des Empfängers beginnt dort aber noch lange nicht.

Das stimmt insofern, als man auf in komkreten Einzelfall gegebenen
Einfluß abstellt, aber gerade das tue ich nicht, s.o. Der Absender kann
zwar der Deutschen Post AG nicht so arg viel sagen, aber er kann ja z.B.
auch einen Motorradkurier einsetzen oder sonstwas, wo er die
Einflußmöglichkeit hat. Der Empfänger wiederum hat da keinen Einfluß
drauf - wie die Sache zu seinem Briefkasten kommt, entzieht sich seiner
Einflußnahme. Darum ist der Transportweg bis zum Briefkasten Sache des
Absenders, ab dem Briefkasten Sache des Empfängers.

> Diese Konzepte sind genau vergleichbar.

Die Post entspricht dem Mailversandserver des Absenders, der Briefkasten
dem Mailserver des Empfängers, wie er sich aus dem
MX-Eintrag ergibt.

>>> Ein MX-Eintrag ist eine rein technische Einrichtung, die meist
>>> sogar technisch notwendig ist (bei fehlenden A-Eintr?gen), um
>>> ?berhaupt E-Mail-Verkehr herzustellen.
>>
>> Nach RFC 974 ist das keineswegs der Fall
>
> Ich kann es nicht ändern, dass Du RFCs scheinbar zwar lesen, aber
> nicht sinnentnehmend lesen oder gar verstehen kannst oder willst.

Statt mich pauschal zu beleidigen: könntest du dich bitte mal mit meinen
Argumenten inhaltlich auseinandersetzen? Ich versuche doch auch nicht,
dir in einem fort Dummheit oder Böswilligkeit vorzuwerfen.

>> hat eine Domain keinen einzigen MX-Eintrag, so kann einfach
>> versucht werden, mit einem Server Kotakt aufzunehmen, den man
>> unter der Adresse sucht, die sich ergibt, wenn man den Domain-Part
>> der Mailadresse nimmt und dort den f?r den Dienst typischen Port
>> anspricht.
>
> Echt?

Ja. In RFC 974 heißt es:

| It is possible that the list of MXs in the response to the query
| will be empty. This is a special case. If the list is empty,
| mailers should treat it as if it contained one RR, an MX RR with a
| preference value of 0, and a host name of REMOTE. (I.e., REMOTE is
| its only MX). In addition, the mailer should do no further
| processing on the list, but should attempt to deliver the message
| to REMOTE. The idea here is that if a domain fails to advertise
| any information about a particular name we will give it the benefit
| of the doubt and attempt delivery.

Und das liest sich für mich eben so, daß, wenn kein MX-Eintrag besteht,
der Fall so behandelt werden sollte, als gäbe es genau einen Eintrag,
der als Host-Namen REMOTE trägt (also den Domain-Namen, an den die Mail
adressiert ist). Und dahin soll dann ein Übergabe-Versuch gestartet
werden.

Wenn ich das falsch verstehen sollte: warum erläuterst du nicht, wie man
es richtig verstehen muß, statt mir sonstwas vorzuwerfen?

> Und was war nochmal genau ein A-Eintrag? So langsam habe ich
> das Gefühl, Du willst hier rumtrollen.

Und ich habe langsam ein sehr verwirrtes Gefühl, denn bisher konnte man
mit dir eigentlich ganz gut diskutieren, und auf einmal wirst du bissig
und persönlich. Habe ich dich irgendwo beleidigt? Wenn ja, dann möchte
ich mich dafür entschuldigen; das lag nicht in meiner Absicht.

>>> Bei der Haush?lterin ist die Post einem Vertreter des Empf?ngers
>>> pers?nlich ?bergeben worden. Zweifelsfrei ist dem Empf?nger die
>>> Post somit zugegangen.
>>
>> Der Betreiber des Hosts, auf den im MX-Eintrag verwiesen wird, ist
>> ein "Empfangsvertreter" des Empf?ngers.
>
> Nein. Nicht in diesem Kontext.

Doch, in genau diesem Kontext. jemand der example.com als Domain-Part
seiner eMail-Adresse benutzt, bedeutet damit, daß eMails an ihn an den
Mailserver geliefert werden sollen, der im DNS im Eintrag für
example.com im MX-Eintrag (oder den MX-Einträgen, wenn es mehrere sind)
bezeichnet ist/sind. Eine Übertragung dorthin ist folglich das, was der
potentielle Empfänger will.

Und da ein Absender nicht mehr machen kann, als dem solcherart
bezeichneten Mailserver die Mail zu übergeben und alles danach sich
seinem Einfluß entzieht, endet mit der Übergabe an diesen Server die
Einflußsphäre des Absenders und beginnt die des Empfängers, der
zumindest theoretisch (vgl. oben) in der Lage ist, dem Serverbetreiber
zu sagen, wie er mit der Mail umgehen soll, so daß mit Übergabe an eben
diesen Mailserver die Mail im Machtbereich des Empfängers angelangt ist.

>> Inwiefern sollte relevant sein, ob Max M?lelr fpr die AG arbeitet
>> oder nicht?
>
> Auch bei der Postsendung kannst Du einen Brief nicht einfach
> irgendeiner Poststelle irgendeiner Firma übergeben, und behaupten,
> dass Max Müller dann dieser Brief zugegangen sei, auch wenn Max
> Müller mit dieser Firma nichts zu tun hat.

nein. Aber es psielt keien Rolle, daß Max Müller für die AG arbeitet.

Aber gut, wenn dir das Beispiel unangenehm ist, nehme ich ein anderes:

Max Müller ist freiberuflicher Werbetexter. Sein Büro hat er im
City-Hochhaus, in dem es nicht nur kostengünstigen Büroraum gibt,
sondern wo einem noch diverse Tätigkeiten (gegen Entgelt) abgenommen
werden. Unter anderem verfügt das City-Hochhaus (betrieben von der City-
Hochhaus-AG) über eine Posteingangsstelle. Dort angekommene Post wird
sortiert und den Empfängern, Mietern von Büroraum im City-Hochhaus,
jeden Tag pünktlich durch einen Angestellten der AG in den jeweiligen
Büroraum gebracht.

A schreibt nun einen Brief an Max Müller, der von der Post zum City-
Hochhaus befördert und dort der Poststelle übergeben wird. Beim
Sortieren legt die Angestellte Kati den brief in einen Kasten neben dem
Advenzkranz mit brenndenden Kerzen, und durch eine Unachtsamkeit von
Kati fällt eine Kerze auf den Brief und verbrennt ihn.

Zugegangen? Ja, klar, denn mit Übergabe an die Poststelle ist der Brief
im Machtbereich von Max Müller angekommen.

--
( ROT-13 if you want to email me directly: uvuc@xxxxxxxxxxxxx )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
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