Re: Satire(?): Todesstrafe oder Schlimmeres fuer Hacker



Hallo Holger Pollmann, Du teiltest mit:

> Wolfgang Ewert <w.ewert2002@xxxxxx> schrieb:
>
> >>> ??? Hast Du schon mal ne Suchmaschine benutzt?
> > Und nie auf die dabei erreichte Adresse geachtet?
>
> Ich benutze Google. Mit dieser Suchmaschine kommuniziere ich über Port
> 80.

http://www.google.de/search?q=YaCy+GPL+%22search+page%22+Architecture+%22Michael+Peter+Christen%22
1. Treffer: Auch eine Suchmaschine.

> Was genau willst du also sagen?

Sehr viel: 1) z.B. Google hat eine Bildersuche. Du kannst darüber auf
die Bilder meines Webauftritts zugreifen ohne diesen selber zu würdigen.
Davon kriege ich nen dicken Hals. Ich kann versuchen, entsprechende
Sperren einzubauen (Referrer zeigt auf image.google). Ich kann Dich aber
auch mit einer entsprechenden Unterlassungsaufforderung beglücken.

2) Bist Du sicher, dass Du noch nie auf 64.233.183.104 zugegriffen hast?
Auch dazu gab es schon sehr auseinandergehende Rechtsauffassungen, was
das Zwischenspeichern von Webinhalten betrifft (und damit das
Nichtzugreifen auf die von mir mit vielen webads bestückten
bereitgehaltenen Originale).

[http]
> Dahingehend gibt es eine bestimmte Verkehrsanschauung.
s.u.

> > Ich schrub die Gegenbeispiele: Webinterface eines Druckers, Routers
> > oder Switches. Alles Webzugriffe, wo sicher _keine_ Einwilligung
> > vorliegt.
>
> Das Webinterface dieser Dinge ist dann, wenn man über eine normale
> (nicht"dynamische") Domain drauf zugreift, m.E. etwas, auf das man
> zugreifen darf, weil das Freischalten durch den Betreiber im Verkehr als
> grundsätzliche Benutzungserlaubnis aufgefaßt wird.

Der Zugriff auf interne Drucker und Router (dass Nutzer zwischen
statischer und dynamischer Adresse unterscheiden können, wird wohl kaum
Verkehrsanschauung sein (das traue ich mir nicht zu), ist mindestens so
böse wenn nicht schlimmer als ein Zugriff auf das Internet über ein
offenes WLAN. Da spielt es keine Rolle, ob der Zugriff über www, snmp,
ssh oder wie auch immer geschieht. Diese vorgebliche Verkehrsauffassung
bzgl. www (http) sollte daher dringend überdacht werden!

> > Mein Mailserver versucht mal an fremden
> > einliefer.mailserver.de auszuliefern. Das geht schief. Da ich aus
> > der Fehlermeldung nicht schlau werde, stelle ich den Dialog mit dem
> > fremden Mailserver nach (evtl. auch mit Alternativen). Nach Deiner
> > Devise wäre das schon nicht mehr statthaft
>
> Wenn du versuchst, in abrufender Weise auf den Mailserver zuzugreifen,
> m.E. doch. Ein Abliefern/Durchreichen von Mail hingegen dürfte m.E. im
> Verkehr als erlaubt angesehen werden. Da du "Zugriff auf einen fremden
> Mailserver" nicht genauer spezifiziert hast, war meine Antwort darauf
> zugegebenermaßen sehr unspezifisch.

Dann gibt es einen unerlaubten "Zugriff auf einen fremden Mailserver"
einfach gar nicht. Dito auf alle anderen Server.

> >> Nachdem dein Posting schon so anfängt, verzeih mir bitte, daß ich
> >> den Rest gar nicht erst lese.
> >
> > Dein Problem. Ich spüre hier bei einigen eine eingeschränkte
> > Wahrnehmung,
>
> Ich spüre hier bei einigen den Versuch, aus der bloßen technischen
> Möglichkeit auf die rechtliche Zulässigkeit zu schließen.

Ich meine, das Problem, _ob_ auf irgendwelche im Internet freigegebenen
(durch Dienste mit ihren offenen Ports) Ressourcen zugegriffen werden
darf, ist nie _ernsthaft_ in Zweifel gezogen worden. Was angeboten wird,
darf genutzt werden. Frage ist doch eher, wie exzessiv und exklusiv und
ob vesucht wird, (normierte) Hürden zu überwinden.

Wolfgang

--
Nirgendwo hängt der Schulerfolg so stark von Einkommen und Vorbildung
der Eltern ab wie in D'land. Das dt. Schulsystem versagt bei der
Förderung von Arbeiter- und Migrantenkindern. (dpa/FTD 22.11.04)
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