Re: Das Feindbild Mann
- From: Michael Weber <webster@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Sat, 14 Jul 2007 12:23:09 +0200
[Sat, 14 Jul 2007 07:04:11 +0000 (UTC)/Holger Marzen]
["Followup-To:" nach de.soc.politik.misc gesetzt.]
Ignoriert. Hat in dspm nichts zu suchen.
* On Wed, 11 Jul 2007 11:16:00 +0200, Bernd Meier wrote:
scheint immer noch zu ziehen:
...Die «Frankfurter Neue Presse» zitierte ausführlich aus dem Papier: So
setze Ypsilanti im Landtagswahlkampf auf eine Strategie der harten
Polarisierung und auf die Frauenkarte: «Frau gegen Mann, sozial gegen
neoliberal, ökologisch gegen unökologisch, unkonventionell gegen
konventionell, glaubwürdig statt verschlagen, offen statt hinterhältig,
engagiert statt machtbesessen, menschlich statt technokratisch» - mit diesen
Gegensätzen wolle Ypsilanti für sich werben...
http://de.news.yahoo.com/ddp/20070710/tde-fehlstart-in-den-landtagswahlkampf-a1b5811_1.html
Wann beginnt die Endlösung der Männerfrage?
Ich würde das "Frau gegen Mann" einfach so sehen, dass ihre Konkurrenten
üblicherweise Männer sind. Vielleicht meint sie mit "Mann" auch typisch
männliche Eigenschaften
Was ist denn typisch männlich?
wie das Streben nach Macht und Einsatz von
Gewalt, wie sie auch unsere vermännlichte Kanzlerette zeigt anstatt
typisch weibliche Kompetenzen wie Ausgleich und Pragmatismus anzuwenden.
Ein ziemlich krudes und langweiliges Bild der Frau, in die einige
Frauen nicht passen dürfen, weswegen sie kurzerhand "vermännlicht"
werden.
Insofern ist ihre Wortwahl nicht gegen Männer gerichtet sondern gegen
typisch männliche Fehler.
Seit Albright, Rice, Elisabeth, Katharina, Weimar, Thatcher etc.
sollte man eigentlich wissen, dass Macht und Gewalt durchaus
geschlechtsneutrale Attribute sind. Eine Frage von Position,
Zwängen und Möglichkeiten. Genaugenommen gibt es bisher keine Frau
in hohen Positionen, die Dein Weltbild weiblicher Kompetenzen
befriedigt. Nichtmal Nofretete konnte das.
Weibliche Kopetenzen sind dringend nötig in
einer politischen Landschaft,
Die sind schon längst da. Nur sind die praktischen Komptenzen etwas
anders als die theoretischen, ...
die nur noch aus Lügen, Kriegsgeilheit und
Volksbekämpfung besteht.
.... weswegen es ein hoffnungloses Warten auf die frauliche
Friedfertigkeit ist. Das ist ein Bild der Passivität, der
Opposition, der Windelwicklerin mit güldenem Haar. Das
lebensechtere weibliche Bild der politischen Aktivität ist ähnlich
dem männlichen, da in Machtpositionen um die eigenen Posten
gekämpft werden muss. Sprich, diese "typisch männlichen Fehler"
sind zu 70% natürliche Kräfte-Zwänge und Möglichkeiten, denen sich
jeder stellen muss, der was zu sagen haben will. Mit Emphatie,
Ausgleich und Harmoniesucht wird niemand hohe Positionen
erreichen. Frauen können und müssen ebenso viel Aggression entwickeln
wie Männer. Dieses ganze Gequatsche von Emphatie und Konsenssucht
ist zu salopp 90% nur der freuchte Traum mancher Männer, wie eine
Frau idealerweise zu sein hat (immer nett und vorausschauend, aber
primär ungefährlich und harmlos). Das sind Teilattribute, die sicher
für einen fähigen Menschen notwendig sind, aber kaum als
gänzliche Charaktermap für die Frau taugen.
grüsse
michael
.
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