Re: Menschen haben im Weltraum nichts verloren!



Michael Khan wrote:

Herr Schneider wrote:

Maximal um einen faktor 2.
Die D-D Reaktion erzeugt ein schnelles Neutronen + 1 Tritium.

Hier ist uebrigends ein Fehler, D+D erzeugt Tritium + 1 schnelles Proton.
Aber diese Reaktion kommt genauso oft vor wie D+D -> He3 + ein schnelles
Neutron, deshalb stimmt der Schluss insgesamt wieder.


Wenn das Tritium mit D fusioniert ergibt sich nochmal ein schnelles Neutron.
Mehr geht nicht.

Wie ist denn belegt, dass die Neutronenrate auf 1% sinkt?

Sinken ist nicht der richtige Ausdruck. Es liegt einfach an den
Wirkungsquerschnitten der Reaktion D+D und denen von D+He3, bei diesen
Geschwindigkeiten. Offenbar reagiert D nur sehr ungern mit D,
obwohl die sich oefter nahe kommen als D+He3. Ob das so ist haengt
von der Geschwindigkeitsverteilung ab.
In fti.neep.wisc.edu/neep533/FALL2001/lecture25.pdf auf Seite 3 gibt
es so ein Schaubild mit Kurven, allerdings fuer einen nichtthermischen
Reaktor mit electrostatic confinement. Die x-Achse ist hier ein Mass
dafuer mit welcher Geschwindigkeit die Kerne aufeinanderprallen.
Man sieht bei gan niedrigen Geschwindigkeiten ist D-D tatsaechlich
besser als D He3 , aber ich nehme an man arbeitet mit deutlich hoeheren
in einem Fusionsreaktor.



Das ist doch schon der zentrale Punkt. Prof. Frank
Close aus Oxford hat sich zu diesem Thema ausgelassen, mich
wuerde die Meinung von Physikern interessieren - deutlich
mehr als nicht sehr tiefschuerfende Einlassungen auf space.com

http://www.heise.de/tr/Energie-vom-Mond--/artikel/95209/1/0
---------
Close spricht etwa davon, dass in einem Tokamak, einer Maschine, die ein Donut-förmiges Magnetfeld
aufbaut, um supererhitztes Plasma für die Fusion zu erhalten, Deuterium bis zu 100 Mal langsamer mit
Helium-3 reagiert als mit Tritium. Im Plasma, das im Tokamak gefangen ist, mischten sich alle Kerne
im Brennstoff. Am Wahrscheinlichsten sei daher, dass zwei Deuterium-Kerne schnell fusionierten und
einen Tritium-Kern und ein Proton produzierten.
---------
Das erste ist schon richtig, aber warum sagt der Close nicht wieviel mal langsamer
zwei Deuterium Kerne zu Tritium reagieren ?
Er schreibt nur "am Warscheinlichsten" aber er belegt es nicht mit einer Zahl.
Stattdessen kommt er mit einer Geschichte die voellig irrelevant ist:

---------
Zweitens glaube er nicht daran, dass zwei Helium-3-Kerne dazu gebracht
werden könnten, zu fusionieren, um Deuterium, ein Alpha-Partikel
(also einen Heliumkern) und Energie zu erzeugen. Diese Reaktion
laufe sogar noch langsamer ab als die Deuterium-Tritium-Fusion
und der Brennstoff müsse dazu auf unfassbar hohe Temperaturen
gebracht werden
Laut manchen Berechnungen sechs Mal so heiß wie das Innere der Sonne,
so Close. Kein Tokamak der Welt könne das.
---------

Erstens will das sowieso niemand, denn da waere ja Bor - Wasserstoff Fusion
noch einfacher, zweitens kann man schon heute in einem Tokamak Temperaturen
erzeugen die 10 mal so hoch sind wie im inneren der Sonne.
Mein Fazit: Was Close hier erzaehlt enthaelt Humbug - oder die Journalisten
haben einen draus gemacht.





Wenn man so eine Rakete haette ...

Da man Saturn V und Energija-Raketen bereits gebaut und
erfolgreich gestartet hat, ist erwiesen, dass dies im Rahmen
unserer technologischen Moeglichkeiten liegt.

Das zweifelt ja keiner an, das lag schon vor 40 Jahren im Rahme der
technologischen Moeglichkeiten schliesslich wurde damals die
Saturn 5 gebaut von Wernher von Braun und seinem Team.
Die Russen sind daran gescheitert , bzw. sie haetten vielleicht
nur noch etwas laenger gebraucht.
Damals haette bestimmt keiner geglaubt dass die Rekordleistung
der Saturn 5 50 Jahre unuebertroffen bleiben wuerde.
Dass das so war lag nicht an den technologischen Moeglichkeiten
sondern hatte andere Gruende. Ich sehe noch nicht dass die inszwischen
weggefallen sind.



Die Ares-V
wird AFAIK aehnliche Leistungen bringen, und der Bau einer
Schwerlastrakete basierend auf Ariane-V-Technologie ist
auch kein wirkliches Problem. Sicher einiger Entwicklungs-
und Testaufwand, aber mehr auch nicht.

Es kostet - das ist das Hauptproblem. Die Ariane V Technologie existiert
einzig und allein wegen der schweren Satelliten mit denen man Geld verdienen
kann. Sowas wie die Saturn V braucht man da nicht, denn so schwere Satelliten
sind offenbar nicht geplant.



Vom Transportaufwand ist ja eine Mondstation gar nicht weniger aufwedig als
eine Marsstation ...

Wer sagt das? 100 Tonnen auf der Mondoberflaeche
(uebrigens, woher kommt dieser Wert?) bedingen etwa
250 Tonnen im LTO, also 800-900 Tonnen maximal
im LEO. Mars-Missionen, also noch ohne permanente
Basis, bedingen ueblicherweise Massen im LEO von
1500 Tonnen.

Ob die 100 Tonnen fuer eine vernuenftige Mondstation reichen
ist ja auch fraglich...
Was ich meinte ist dass es weniger kostet eine Tonne auf den Mars zu bringen
als auf den Mond.

das ist aaber nicht wirklich zu vergleichen,
denn der Aufbau einer Mondbasis ist ein ganz anderes
Problem als der Transport von Menschen in einem kleinen
Habitat von hier zum Mars und wieder zurueck.

Mag sein der Rueckweg ist deutlich teurer vom Mars, den hatte
ich jetzt ganz vergessen.

Was der
Aufbau einer permanenten marsbasis kosten wuerde, ist
mir nicht bekannt, ich vermute mal, sicher nicht weniger
als eine bemannte Mission.

Eine bemannte Mission zum Mars ist ja schon sowas wie eine
permanente Marsbasis, schliesslich bleibt man ueber ein Erd-Jahr
dort - das ist fuer Raumfahrtverhaeltnisse schon
ziemlich permanent.



Die Versorgung einer Mondbasis waere relativ einfach
zu bewerkstelligen, sie wuerde jeweils Starts der Groessen-
ordnung einer Saturn V bedingen, jeweils mit Personen
oder Versorgungsguetern.

Zum Mars dagegen muss man alle benoetigten Versorgungsgueter schon
vorher bringen, was aber bei den Gesamtkosten keinen Unterschied macht.
Das wichtigste ist: Auf dem Mars wuerde die Praesenz von Menschen wirklich
etwas bringen, wegen der langen Signallaufzeiten. Auf dem Mond dagegen
sollte man lieber auf ferngesteuerte Maschinen setzen, 2 Sekunden Laufzeit,
lassen sich noch gut ausgleichen.


--
http://www.geocities.com/carla_sch/index.html
.



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    (de.sci.raumfahrt)

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