Re: Faktoenanalyse mit "Rohwerten"
- From: Gottfried Helms <helms@xxxxxxxxxxxxx>
- Date: Sat, 05 Nov 2005 15:52:33 +0100
Hallo Oliver -
Am 05.11.2005 15:14 schrieb Oliver Guenther Stangl:
>
> [...]
>
> Ich bitte Dich um Darstellung, ob Du meine "standardmäßige"
> Lin.-Transformation als Rechtfertigung für die Anwendung einer FA
> bei Ratios aufgefaßt hattest,...das sollte es nicht gewesen sein,
> es ging lediglich um die /statistische/ Behandlung der Daten, wie
> sie üblicherweise vollzogen wird, und nicht einer Rechtfertigung
> der inhaltlichen Anwendung, Du hast als Beispiel die Verwendung
> von nominalen Sätzen herausgegriffen. Kritik diesbezüglich hatte
> ich schon angeführt.
Hallo Oliver -
nein, hatte ich nicht so aufgefaßt; ich hatte das durchaus als
bedenkenswerte Überlegung gelesen, nur nicht weiter verfolgt.
Das mit den nominalen Daten im andern Posting hing eher mit meiner
-etwas voreiligen- emotionalen Reaktion auf den Bamberger Artikel
zusammen und bezog sich nicht auf Deine Anmerkung.
>
>
> Läuft die Annahme Revenstorfs darauf hinaus, dass im Prinzip
> Mittelwerte und Streuungen über sämtliche Items konstant sein
> müssen, um mit Rohdaten arbeiten zu können, oder möchte er eine
> FA für Ratios ableiten?
So wie ich den von Rudolf bereitgestellten Ausschnitt lese,
geht es lediglich um vergleichbare Mittelwerte; und mir scheint,
er hat dabei wiederholte Messungen am selben Probanden mit
demselben Instrument im Sinn, so ich seine Begründung
richtig kapiert habe. Eine Ableitung für FA für Ratios kann
ich nicht erkennen.
> Rein theoretisch: Wie stellst Du die
> Interkorrelationen für nicht standardisierte Items über
> Produktsummen der jeweiligen Ladungen dar, was ja eigentlich erst
> das Skalar begründet?
Richtig ausführlich habe ich mir noch nicht Gedanken darüber
gemacht; man müßte auch ein paarmal Ergebnisse nach dieser
Methode berechnen und die Gelegenheit zu fachlicher Diskussion
& Kritik dieser Ergebnisse haben, die ich im Moment nicht
wirklich auftreiben kann. Bei nicht-standardisierten Items
würde ich mit Kovarianzmatrizen arbeiten; den Mittelpunkt bei
vorhandenem Null zu haben kann man mit SPSS wohl nur erzwingen,
wenn man den Datensatz kopiert, jeden Wert negiert und "unten
dran" hängt. Die internen Routinen arbeiten dann mit dem
echten Nullwert als Mittelwert, es gibt also keine Translation.
Wenn man dann die Kovarianzmatrix verwendet, hat man im Prinzip
eine Ratioskala erzwungen mit bedeutsamen empirischen Standard-
abweichungen. Die Ergebnisse sind anders, ich habe das mit SPSS
(und meinem eigenen kleinen Faktoranalysator ;-) ) auf alten
Datensätzen ausprobiert und -natürlich- andere Ergebnisse
gefunden.
Die Roh-Werte *sind* dann gleichzeitig Abweichungswerte und
die Produktsummen werden auf die übliche Weise bestimmt.
Natürlich sind die von SPSS berechneten Statistiken nicht
direkt verwendbar (wenn nicht völlig unbrauchbar) zumindest
wegen der Verdoppelung der Samplegröße.
Leider kann ich noch nicht mehr dazu sagen; würde das aber
gerne mal vertiefen - vielleicht könnten wir das in einer
email-Diskussion mit konkreten Daten diskutieren und gegenchecken -
ich kann wg. Semsterbeginn im Moment nicht mit der für NG üblichen
Schlagfrequenz reagieren...
Gruß -
Gottfried Helms
>
> Gruß,
> Oliver
.
- References:
- Faktoenanalyse mit "Rohwerten"
- From: Rudolf Sponsel
- Re: Faktoenanalyse mit "Rohwerten"
- From: solokabarett
- Re: Faktoenanalyse mit "Rohwerten"
- From: Gottfried Helms
- Faktoenanalyse mit "Rohwerten"
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