Re: Wahrscheinlichkeiten



Thomas Heger schrieb:
Meine Vermutung :

Der Zufall liegt den Quantenphänomenen zugrunde und hat wenig mit der
Messung zu tun.

Naja, eine Messung steht im Grunde für eine Zustandsänderung eines
Gesamtsystems bzw eines Teils des Gesamtsystems, sehe ich also auch
allgemeiner. Für einen speziellen Fall muss man dann genauer hinschauen.

Ich nehme mal einen beliebigen Zerfallsprozeß. Ein Zerfall scheint nur von
Vorgängen im Kern abzuhängen und das statistisch Auftreten von zB. Knacksern
im Geiger-Zähler bedarf eines statistischen Prozesses im Kern (statistisch
im Gegensatz zu deterministisch).

Ich sehe das genau andersrum, der Kern an sich ist in einem recht
genau berechenbaren Zustand, der eben auch bestimmte Amplituden
"ausserhalb" hat (für Zerfallsprodukte etc), aber keine weiteren
inneren Strukturen, die einen bestimmten Zerfallszeitpunkt festlegen
oder generieren würden.
Dieser macht erst im Zusammenspiel mit dem Rest des Universums, bzw
der Teil der potentiell wechselwirken kann, einen Sinn. Ich vermute
nämlich, dass man letztlich immer nur abgeschlossene Wechselwirkungen
betrachten kann, und nicht den Zerfall, die Absorption etc als unabhän-
gig sehen kann.
So hängt die Emission eines Photons auch von seiner Umgebung ab, man
kann die Emission zB unterbinden, indem man einen Käfig um ein Atom
baut. Wenn keine Absorption stattfinden kann, dann bleibt der Zustand
des angeregten Atoms eben so wie er ist. Ok, man kann das auch als
ständige Emission, Reflektion und Absorption ansehen, habe leider
den Artikel dazu nicht mehr parat.


Wer sich darüber nicht wundert, der weiß nicht, wie schwierig es ist, etwa
Zufallszahler einer bestimmten Qualität im Computer zu erzeugen. Man hilft
sich da, indem Benutzereingaben, Rauschdioden oder ähnliches benutzt wird um
die Anfangsbedingungen zu variieren.

Was natürlich eher ein Argument für meine Interpretation ist...

Woher also 'kriegen die Quanten ihren Zufall' ...
Das dafür der Messvorgang verantwortlich sein soll, das finde ich recht
unplausibel.

Wiegesagt, ich halte das für das plausibelste. Woher sonst?

Eine weitere innere Struktur hätte wohl die Einhaltung der BU
gezeigt. Man kann imho davon ausgehen, dass Atome soweit identisch
sind. Der einzige Unterschied liegt in der anderen Positionierung
im Universum, so dass bei jedem Atom andere Faktoren bei einer
Wechselwirkung auftauchen.

Jens


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