Re: Natur und Wahrheit heute
- From: "klaus.roggendorf051254283" <klaus.roggendorf051254283@xxxxxxxxxxxxx>
- Date: Wed, 13 Feb 2008 21:00:33 +0100
"Stefan Sprungk" <stefan_sprungk@xxxxxxxx> schrieb im Newsbeitrag
news:47b2f8f9$0$374$9b4e6d93@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
klaus.roggendorf051254283 schrieb:
[ Gewalt-iges...]
Mord und Totschlag können die notwendige Wahrheitserkenntnis
nicht ersetzen, wie das die folgenden Widersrüchlichkeiten zeigen.
Das grosse Ganze ist die Natur und die Gesetze die in ihr ablaufen. In
ihr setzt sich das Zweckmäßigste durch. Dafür sorgen Auslesemechanismen.
Das erfolgreichste ist nicht immer das Größte oder Stärkste. Häufig
zählen Anpassungsfähigkeit und Flexibilität mehr. Auf Deine "Maschine
Menschheit" übertragen bedeutet dies, das freie Gesellschaften in denen
sich weitgehend unbehindert die Kreativität von Individuen entfalten
kann streng organisierten Gesellschaften, die einem vermeintlich höheren
Ziel nachstreben, überlegen sind.
Was sind nicht nur "scheinbare", sondern höhere Ziele,
das ist hier die Frage, die es zu klären gilt - ehe folgende fatalen
Rückschlüsse...gezogen werden:
Zitat aus dem Wiki:
Der Begriff Ziel bezeichnet einen in der Zukunft liegenden, gegenüber dem
Gegenwärtigen im Allgemeinen veränderten, erstrebenswerten und
angestrebten Zustand (Zielvorgabe). Ein Ziel ist somit ein definierter und
angestrebter Endpunkt eines Prozesses, meist einer menschlichen Handlung.
Zitat Ende<<
Gut, es geht um die richtigen ( philosophisch, psychologisch,
sozialw., ...begründbaren ) Ziele.
Die natürlichen Selektionsmechanismen sind einfach da. Sie verfolgen
keinen Zweck und streben somit keinen Zustand an. Ihre Ergebnisse sind zum
großen Teil noch nicht einmal vorhersehbar, da ihnen chaotische Prozesse
zugrunde liegen.
Das ist unbestritten.
Den streng organisierten
Gesellschaften fehlt einfach die Fähigkeit sich ändernden Bedingungen
schnell genug erfolgreich anzupassen. Die Natur wiederum sorgt dafür,
das sich alles im fluss befindet und die genannten Bedingungen sich auf
jeden Fall laufend ändern.
Nein, eher langsam und stetig...
Der Mensch hat nur 300 Jahre gebraucht um existentielle
Probleme mit der Natur mit seinen Naturunangepaßtheiten
zu provozieren und zu produzieren.....
Das tut die Natur eben gerade nicht, aber der Mensch tut es mit seinen
angeborenen, vom Unbewußten gesteuerten Naturunangepaßtheiten -
Zur Rede stehen/standen m.E. hier die gesellschaftlichen Ziele,
Einstellungen
Verhaltensweisen und deren Einflüsse/Folgen für die natürlichen
Verhältnisse.
(Entwaldung und Verwüstung unseres Planeten durch den
Menschen....Klimastrgn....
Doch. Abgesehen von Naturgesetzen und Naturkonstanten, die sich
wahrscheinlich nicht ändern, befindet sich alles im Fluss. Das Klima und
damit verbunden die Lebensbedingungen sind einem steten Wandel
unterworfen, die Kontinente wandern auf ihren Platten über den Globus, ab
und an schlägt mal ein Meteroit ein, irgendwann bläht sich die Sonne auf
und fällt in sich zusammen und vielleicht wird unsere Sonnensystem mal von
einem schwarzen Loch aufgenommen.
Das ist klar und ohne Widerspruch.
mit seinen gen-ethisch vor-geprägten Verhaltensweisen, die es zu
überwinden gilt, wenn - als höheres Ziel - menschliches Leben gelingen
soll.
Das ist schon im Ansatz zu tiefst unmenschlich. Das menschliche Leben ist
eine temporäre Erscheinung in der Natur. Es wird solange existieren, bis
dafür die Grundlage entzogen wird. Wir können tun und lassen was wir
wollen.
Genau diese Einstellung halte ich für unmenschlich im Sinne
seiner besonderen Würdeansprüche...
Wir werden uns von unseren natürlichen Abhängigkeiten nie lösen können.
Selbst, wenn wir es könnten, würden wir neue Abhängigkeiten schaffen.
Wer behauptet denn solches?
Im Grunde kann ich nur dafür plädieren sich selber und die MenschenGenau dies ist mein Vorschlag in anderen Worten.
ersteinmal so anzunehmen, wie sie sind. In einem weiteren Schritt könnte
man versuchen sich freiwillig Irrtümern und Verblendungen zu entledigen.
Dies wiederum kann zu einer individuellen Befreiuung führen in dem man zu
sich selber und zu seiner Natur zurück findet.
Es sind gerade die Maßnahmen, die Du durchführen möchtest, die die
Menschen von sich entfremden.
Diesen Widerspruch belege mal bitte.
Freiheit und selbstbestimmter freier Wille sind Negationen
der Wirklichkeit. Sie sind nur bedingungsabhängig und relativ.
Es sind begriffliche Hilfskonstrukte. Sie basieren bereits auf der
Fehlannahme, das es ein eigenständiges, unabhängiges "Ich" gibt. Dieses
"Ich" ist aber auch nur ein Hilfskonstrukt das in die Sackgasse führen
kann.
Aufklärung, mündige Verantwortung und vernünftige Konsequenz
führen zu Rechtsgleichheit.Sie ist durch demokratische
Kontrolle und -Transparenz eine sichere Basis gelingenden
menschlichen Zusammenlebens.
Die "vernünftige Konsequenz" verstehe ich nicht. Ansonsten halte ich die
Aufklärung und Demokratie für die bislang beste Entwicklung.
Vernünftig konsequent ist es, im Denken und Handeln
dem Stand des Wissens zu folgen.
Natürlich haben die Sinne Sinn.,-)Werden diese Voraussetzungen ethisch und praktisch gelebt, so
bieten sie dem einzelnen Menschen, der Menschheit noch immer
die Chance zu gelingend-erfülltem Leben in öko-soz. Balance mit
der Natur - den natürlichen Lebensbedingungen.
Ack.
Nix Gelaber - nachhaltig lebensförderliche Anpassung an die Natur -
das ist`s, was nötig ist:
Der evolutive Sinn der Gefühle - des Unbewußten und des
Bewußtseins ist es, das Leben zu fördern!
Es hat sich so entwickelt, wie es ist, weil die Bedingungen dafür günstig
sind. Es fördert in der gegenwärtigen Situation die rasante Ausbreitung
der am Besten angepassten Spezie. Einen Sinn ergibt dies allerdings hier
auch nicht.
Was meinst Du mit Es und wieso ergibt es keinen Sinn?
Das Bewußtsein ist nur dann ein evolutiver Glücksfall, wenn wir es
dazu benutzen, uns von den evolutiven und existentiellen Nöten -
hin zu einem gedeihlichen Leben - zu befreien.
Das, was Du als befreien bezeichnest, kannst Du nicht erzwingen. Es muss
bei jedem Menschen von alleine passieren. Einige befreien sich und viele
andere nicht.
Du solltest mal etwas mehr über die Psychologie der Massen lesen,-)
Das Bewußtsein ist dann ein Fluch, wenn es die Menschen weiter -
vom Unbewußten geleitet - naiv oder ignorant existentiell
mißbrauchen.
Die Folgen der Überbevölkerung, Umwelt/Klimaveränderungen,
Ressourcenplünderung und -streitigkeiten werden dann existentiell
bedrohlich.
Es besteht dann die Gefahr, dass die Menschheit das genuine
Opfer einer - entschärfbaren - prinzipiellen evolutiven Falle wird.
Genau. Wir werden irgendwann aufgrund einer Fehlanpassung die Bühne wieder
verlassen müssen. Dadurch entsteht Platz für neue Entwicklungen. Das ist
ein völlig normaler Vorgang und hängt mit den ständigen Veränderungen in
der Natur zusammen. Dies ist alles ziellos, aber trotzdem ganz
interessant.
Ja, wenn man keine Ziele hat. Dumm gelaufen.
Das wird der Fall sein, wenn der globalen Mehrheit der Menschen
es nicht k u r z f r i s t i g gelingt - ihre unbewußten Antriebe -
bewußt ethisch-moralisch durch einen Wertewandel zu zügeln.
D.h., der Mensch muß sich - sein Selbst - zur Vernunft zwingen -
er muß sich selbst überwinden. Diese Selbstüberwindung - hin zu
Wahrhaftigkeit, Verantwortung und Solidarität - ist - als schwerste
Hürde der Menschwerdung - von höchstem menschlichen Wert
einer künftigen Werteordnung. Die Beseitigung existentieller
Bedrohungen müßte alle Menschen in ihrem Denken und Handeln
moralisch vereinen.
Das wird nicht funktionieren. Hierfür müssten sich viele Menschen zum Teil
stark entgegen Ihrer eigenen Instinkte und Bedürfnisse einschränken. Dies
währe die Saat für neue Gewalt und neue Kriege.
Massen sind "verführbar"- motivierbar, wenn sie eigene, erheblich positiv
besetzte Vorteile mit den Zielen identifizieren können....
Philosophische Lebenskunst wird so prioritär zur Überlebenskunst.
Religion/Kultur/Kunst/Philosophie... -jeder Mensch ist oder wird
ethisch-moralisch sinnvoll sein und leben, wenn er so nachhaltig
lebensförderlich wie möglich ist.
Jeder so guter kann!
Wen das Leben/das Gesellschaftssystem/ mit seinen natürlich-
v o r d e r gründigen Zweck- und Sinnfragen in zwingend not-
wendige Beantwortungen verwickelt hat - ihn im Banne, z. B. eines
verwerflichen Luxuskonsums, hält...- der stellt sich die eigentlich
dringend notwendig zu stellenden, h i n t e r gründigen -
Sinnfragen
nur selten oder gar nicht - er w i r d gelebt und seine Resignation
ist kein Heilmittel.
Vielen Menschen reicht dies. Es sind immer nur wenige, die sich abwenden
und nach ihrer eigenen Bestimmung suchen und zu "lebensförderlichen"
Schlüssen kommen. Schon Nietzsche schrieb, das dies ein sehr grausamer und
einsamer Weg ist.
Wer glaubt oder gar "weiß", den eigenen Sinn erkannt zu haben und
diesen auch als erfüllend und befriedigend e r-lebt, dem stellen
sich
Sinnfragen selten oder gar nicht mehr.
Das sehe ich ähnlich. Ich fürchte jedoch, das wir unterschiedliches
meinen.
Wenn tiefgründiges Fragen nach dem Sinn aber von den natürlichen
Notwendigkeiten /den offensichtlichen Lebensnöten intendiert
werden, haben die Antworten, wenn sie vernünftig-
argumentativ nicht entkräftbar sind, dann höchste Priorität,
wenn sie das Leben ethisch-moralisch und schließlich
pragmatisch lebensförderlich optimieren können.
Die Welt und die Wirklichkeit sind nicht so einfach gestrickt. Viele
Entscheidungen sind nicht eindeutig und logisch abzuleiten. Es bedürfte
also einer Instanz (Papstähnlich), die bestimmt, welcher der vielen
Möglichkeiten die Richtige ist. Diese "richtige" Entscheidung kann sich
jedoch trotzdem noch im nachinein als flasch herausstellen. Wer übernimmt
dann die Verantwortung?
Nenne doch mal ein paar Beispiele, die nicht
eindeutig und logisch abzuleiten sind oder .
pragmatisch lebensförderlich nicht entscheidbar sind.
Wahrheitserkenntnis macht frei, weil sie von Nöten befreien kann.
Wahrheit ist das höchste Gut des Menschen und macht
die Wahrhaftigkeit zu des Menschen höchster Tugend.
Die Wahrheit ist eine zu tiefst individuelle Angelegenheit. Hier geht es
nicht mehr um mathematisch beweisbare Aussagen oder durch
naturwissenschaftliche Versuche belegbare Tatsachen. Es geht eher um die
Festlegung von erstrebenswerten Zielen sowie die Entscheidung, welche Wege
zur Zielerreichung die richtigen sind.
Nenne auch hier mal ein paar Beispiele, die nicht
eindeutig und logisch mit dem Kriterium der Lebensförderlichkeit
beurteilbar sind oder die - pragmatisch lebensförderlich - nicht
entscheidbar sind.
Philosophische Sinnfragen und deren Beantwortung sollten es
dem Fragenden ermöglichen, sich von den naiven/unbewußten
evolutionär tiefwurzelnden unangemessenen Antrieben, wie
Eitelkeit, Macht-, Geltungsstreben und einem naturzerstörischen
Verschwendungskonsum, zu emanzipieren und so zu einem
existentiell nachhaltig verantwortlichen, menschenwürdig
gedeihlichen Leben zu finden.
Alles schon weiter oben behandelt.
War auch als Zusammenfassung gedacht,-)
MFG
Klaus
.
- References:
- was diese Gesellschaft regiert - Auslesemechanismen (Natur und so....)
- From: Ohne Identitaet (C.)
- Natur und Wahrheit heute
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- From: Stefan Sprungk
- was diese Gesellschaft regiert - Auslesemechanismen (Natur und so....)
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