Re: Natur und Wahrheit heute
- From: Stefan Sprungk <stefan_sprungk@xxxxxxxx>
- Date: Wed, 13 Feb 2008 15:04:38 +0100
klaus.roggendorf051254283 schrieb:
[ Gewalt-iges...]
Mord und Totschlag können die notwendige Wahrheitserkenntnis
nicht ersetzen, wie das die folgenden Widersrüchlichkeiten zeigen.
Das grosse Ganze ist die Natur und die Gesetze die in ihr ablaufen. In
ihr setzt sich das Zweckmäßigste durch. Dafür sorgen Auslesemechanismen.
Das erfolgreichste ist nicht immer das Größte oder Stärkste. Häufig
zählen Anpassungsfähigkeit und Flexibilität mehr. Auf Deine "Maschine
Menschheit" übertragen bedeutet dies, das freie Gesellschaften in denen
sich weitgehend unbehindert die Kreativität von Individuen entfalten
kann streng organisierten Gesellschaften, die einem vermeintlich höheren
Ziel nachstreben, überlegen sind.
Was sind nicht nur "scheinbare", sondern höhere Ziele,
das ist hier die Frage, die es zu klären gilt - ehe folgende fatalen
Rückschlüsse...gezogen werden:
Zitat aus dem Wiki:
Der Begriff Ziel bezeichnet einen in der Zukunft liegenden, gegenüber dem Gegenwärtigen im Allgemeinen veränderten, erstrebenswerten und angestrebten Zustand (Zielvorgabe). Ein Ziel ist somit ein definierter und angestrebter Endpunkt eines Prozesses, meist einer menschlichen Handlung.
>>Zitat Ende<<
Die natürlichen Selektionsmechanismen sind einfach da. Sie verfolgen keinen Zweck und streben somit keinen Zustand an. Ihre Ergebnisse sind zum großen Teil noch nicht einmal vorhersehbar, da ihnen chaotische Prozesse zugrunde liegen.
Den streng organisierten
Gesellschaften fehlt einfach die Fähigkeit sich ändernden Bedingungen
schnell genug erfolgreich anzupassen. Die Natur wiederum sorgt dafür,
das sich alles im fluss befindet und die genannten Bedingungen sich auf
jeden Fall laufend ändern.
Das tut die Natur eben gerade nicht, aber der Mensch tut es mit seinen
angeborenen, vom Unbewußten gesteuerten Naturunangepaßtheiten -
Doch. Abgesehen von Naturgesetzen und Naturkonstanten, die sich wahrscheinlich nicht ändern, befindet sich alles im Fluss. Das Klima und damit verbunden die Lebensbedingungen sind einem steten Wandel unterworfen, die Kontinente wandern auf ihren Platten über den Globus, ab und an schlägt mal ein Meteroit ein, irgendwann bläht sich die Sonne auf und fällt in sich zusammen und vielleicht wird unsere Sonnensystem mal von einem schwarzen Loch aufgenommen.
mit seinen gen-ethisch vor-geprägten Verhaltensweisen, die es zu
überwinden gilt, wenn - als höheres Ziel - menschliches Leben gelingen soll.
Das ist schon im Ansatz zu tiefst unmenschlich. Das menschliche Leben ist eine temporäre Erscheinung in der Natur. Es wird solange existieren, bis dafür die Grundlage entzogen wird. Wir können tun und lassen was wir wollen. Wir werden uns von unseren natürlichen Abhängigkeiten nie lösen können. Selbst, wenn wir es könnten, würden wir neue Abhängigkeiten schaffen. Im Grunde kann ich nur dafür plädieren sich selber und die Menschen ersteinmal so anzunehmen, wie sie sind. In einem weiteren Schritt könnte man versuchen sich freiwillig Irrtümern und Verblendungen zu entledigen. Dies wiederum kann zu einer individuellen Befreiuung führen in dem man zu sich selber und zu seiner Natur zurück findet. Es sind gerade die Maßnahmen, die Du durchführen möchtest, die die Menschen von sich entfremden.
Freiheit und selbstbestimmter freier Wille sind Negationen
der Wirklichkeit. Sie sind nur bedingungsabhängig und relativ.
Es sind begriffliche Hilfskonstrukte. Sie basieren bereits auf der Fehlannahme, das es ein eigenständiges, unabhängiges "Ich" gibt. Dieses "Ich" ist aber auch nur ein Hilfskonstrukt das in die Sackgasse führen kann.
Aufklärung, mündige Verantwortung und vernünftige Konsequenz
führen zu Rechtsgleichheit.Sie ist durch demokratische
Kontrolle und -Transparenz eine sichere Basis gelingenden
menschlichen Zusammenlebens.
Die "vernünftige Konsequenz" verstehe ich nicht. Ansonsten halte ich die Aufklärung und Demokratie für die bislang beste Entwicklung.
Werden diese Voraussetzungen ethisch und praktisch gelebt, so
bieten sie dem einzelnen Menschen, der Menschheit noch immer
die Chance zu gelingend-erfülltem Leben in öko-soz. Balance mit
der Natur - den natürlichen Lebensbedingungen.
Ack.
Nix Gelaber - nachhaltig lebensförderliche Anpassung an die Natur -
das ist`s, was nötig ist:
Der evolutive Sinn der Gefühle - des Unbewußten und des
Bewußtseins ist es, das Leben zu fördern!
Es hat sich so entwickelt, wie es ist, weil die Bedingungen dafür günstig sind. Es fördert in der gegenwärtigen Situation die rasante Ausbreitung der am Besten angepassten Spezie. Einen Sinn ergibt dies allerdings hier auch nicht.
Das Bewußtsein ist nur dann ein evolutiver Glücksfall, wenn wir es
dazu benutzen, uns von den evolutiven und existentiellen Nöten -
hin zu einem gedeihlichen Leben - zu befreien.
Das, was Du als befreien bezeichnest, kannst Du nicht erzwingen. Es muss bei jedem Menschen von alleine passieren. Einige befreien sich und viele andere nicht.
Das Bewußtsein ist dann ein Fluch, wenn es die Menschen weiter -
vom Unbewußten geleitet - naiv oder ignorant existentiell mißbrauchen.
Die Folgen der Überbevölkerung, Umwelt/Klimaveränderungen,
Ressourcenplünderung und -streitigkeiten werden dann existentiell
bedrohlich.
Es besteht dann die Gefahr, dass die Menschheit das genuine
Opfer einer - entschärfbaren - prinzipiellen evolutiven Falle wird.
Genau. Wir werden irgendwann aufgrund einer Fehlanpassung die Bühne wieder verlassen müssen. Dadurch entsteht Platz für neue Entwicklungen. Das ist ein völlig normaler Vorgang und hängt mit den ständigen Veränderungen in der Natur zusammen. Dies ist alles ziellos, aber trotzdem ganz interessant.
Das wird der Fall sein, wenn der globalen Mehrheit der Menschen
es nicht k u r z f r i s t i g gelingt - ihre unbewußten Antriebe -
bewußt ethisch-moralisch durch einen Wertewandel zu zügeln.
D.h., der Mensch muß sich - sein Selbst - zur Vernunft zwingen -
er muß sich selbst überwinden. Diese Selbstüberwindung - hin zu
Wahrhaftigkeit, Verantwortung und Solidarität - ist - als schwerste
Hürde der Menschwerdung - von höchstem menschlichen Wert
einer künftigen Werteordnung. Die Beseitigung existentieller
Bedrohungen müßte alle Menschen in ihrem Denken und Handeln
moralisch vereinen.
Das wird nicht funktionieren. Hierfür müssten sich viele Menschen zum Teil stark entgegen Ihrer eigenen Instinkte und Bedürfnisse einschränken. Dies währe die Saat für neue Gewalt und neue Kriege.
Philosophische Lebenskunst wird so prioritär zur Überlebenskunst.
Religion/Kultur/Kunst/Philosophie... -jeder Mensch ist oder wird
ethisch-moralisch sinnvoll sein und leben, wenn er so nachhaltig
lebensförderlich wie möglich ist.
Jeder so guter kann!
Wen das Leben/das Gesellschaftssystem/ mit seinen natürlich-
v o r d e r gründigen Zweck- und Sinnfragen in zwingend not-
wendige Beantwortungen verwickelt hat - ihn im Banne, z. B. eines
verwerflichen Luxuskonsums, hält...- der stellt sich die eigentlich
dringend notwendig zu stellenden, h i n t e r gründigen - Sinnfragen
nur selten oder gar nicht - er w i r d gelebt und seine Resignation
ist kein Heilmittel.
Vielen Menschen reicht dies. Es sind immer nur wenige, die sich abwenden und nach ihrer eigenen Bestimmung suchen und zu "lebensförderlichen" Schlüssen kommen. Schon Nietzsche schrieb, das dies ein sehr grausamer und einsamer Weg ist.
Wer glaubt oder gar "weiß", den eigenen Sinn erkannt zu haben und
diesen auch als erfüllend und befriedigend e r-lebt, dem stellen sich
Sinnfragen selten oder gar nicht mehr.
Das sehe ich ähnlich. Ich fürchte jedoch, das wir unterschiedliches meinen.
Wenn tiefgründiges Fragen nach dem Sinn aber von den natürlichen
Notwendigkeiten /den offensichtlichen Lebensnöten intendiert
werden, haben die Antworten, wenn sie vernünftig-
argumentativ nicht entkräftbar sind, dann höchste Priorität,
wenn sie das Leben ethisch-moralisch und schließlich
pragmatisch lebensförderlich optimieren können.
Die Welt und die Wirklichkeit sind nicht so einfach gestrickt. Viele Entscheidungen sind nicht eindeutig und logisch abzuleiten. Es bedürfte also einer Instanz (Papstähnlich), die bestimmt, welcher der vielen Möglichkeiten die Richtige ist. Diese "richtige" Entscheidung kann sich jedoch trotzdem noch im nachinein als flasch herausstellen. Wer übernimmt dann die Verantwortung?
Wahrheitserkenntnis macht frei, weil sie von Nöten befreien kann.
Wahrheit ist das höchste Gut des Menschen und macht
die Wahrhaftigkeit zu des Menschen höchster Tugend.
Die Wahrheit ist eine zu tiefst individuelle Angelegenheit. Hier geht es nicht mehr um mathematisch beweisbare Aussagen oder durch naturwissenschaftliche Versuche belegbare Tatsachen. Es geht eher um die Festlegung von erstrebenswerten Zielen sowie die Entscheidung, welche Wege zur Zielerreichung die richtigen sind.
Philosophische Sinnfragen und deren Beantwortung sollten es
dem Fragenden ermöglichen, sich von den naiven/unbewußten
evolutionär tiefwurzelnden unangemessenen Antrieben, wie
Eitelkeit, Macht-, Geltungsstreben und einem naturzerstörischen
Verschwendungskonsum, zu emanzipieren und so zu einem
existentiell nachhaltig verantwortlichen, menschenwürdig
gedeihlichen Leben zu finden.
Alles schon weiter oben behandelt.
MFG Stefan
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- was diese Gesellschaft regiert - Auslesemechanismen (Natur und so....)
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