Re: Fehlmessungen in digitalen Drehstromzaehlern?



Ralf Kusmierz schrieb:
begin quoting, Klaus Bahner schrieb:

Ja, allerdings sagt der Hersteller selbst, dass es aeusserst
unwahrscheinliche Szenarien gibt, die eine Fehlmessung erklaeren
koennten, dass es allerdings praktisch unmoeglich ist, solch einen
Fehler nachzuweisen. Das von Christoph angesprochene Bitflickern ist
solch ein Beispiel.

Sorry: wenn die Dinger nicht dagegen immun sind, dann taugen sie nichts.

Heftige Störungen kommen in Stromnetzen doch immer wieder vor. Manchmal reißt's z.B. mit einem Blitzschlag gleich die Leitungen mitsampt Putz aus der Wand. In einem solchen Fall wäre der Zähler wohl nur noch ein undefinierbares Konglomerat aus Kohle, Metall und Sand mit ein paar Kunststoffbröseln. Kleinere Störungen können halt Bits umwerfen. Soo ungewöhnlich ist das nun nicht grade und selbstkorrigierende Codes haben auch ihre Grenzen. Ein Doppelfehler an geeignter Stelle und die Kiste merkt nichts von einem Fehler. Ein Gewitter könnte trotz vieler Schutzmaßnahmen für derlei Störungen durchaus verantwortlich sein. Wenn das Gebäude einen Kilometer abseits liegt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Freileitung dort hin ziemlich groß. Damit auch die Wahrscheinlichkeit, sich atmosphärische Störungen einzufangen. Aber die Störungen müssen ja nicht unbedingt vom Wetter stammen. Es gibt noch beliebig viele andere Quellen. Ganz beliebt: Wackelkontakte in der Elektronik selbst. Da kann man mitunter ziemlich lang nach dem Fehler suchen. Solche Wackler können fast überall auftreten und trotzdem sämtliche Qualitätskontrollen als i.O. passieren. Eine kleine Verunreigung beim Ätzen der Chips, ein schlechter Bondkontakt, eine kalte Lötstelle, ein Stecker, ein Haarriss auf der Platine, ... Gegen solch "grenzwertige Fehler" ist meines Wissens noch immer kein Kraut gewachsen. Man kann die Wahrscheinlichkeit für solche Fehler lediglich minimieren, indem man möglichst sauber arbeitet (Reinraum) und jede mechanische und thermische Belastung der Bauteile vermeidet. Doch schon die letzten beiden kann man alleine aufgrund des Herstellungsprozesses selbst gar nicht vermeiden.
Was man tun könnte, wäre, jede Fehlerkorrektur im Speicher in einem gesonderten Speicherbereich mit zu protokollieren. Normalerweise sollte dieser Bereich leer bleiben. Finden sich nur mal alle "heiligen Zeiten" ein paar Einträge, kann man das noch schlucken. Bruzzelt dagegen irgendein dummer Kontakt vor sich hin, dann wird der Speicherbereich sehr schnell voll sein. Dann weiß man zumindest, dass irgendwas den Zähler heftig stört. Vielleicht hatte der ausgetauschte Zähler tatsächlich einen solchen Speicher und vielleicht wurde der Zähler eben wegen einer Störquelle voll geschrieben. Vielleicht wurde er auch wegen eines vollen Fehlerspeichers ausgetauscht. Jetzt natürlich nicht mehr nachvollziehbar.


Das Ganze sieht nach einem aufwendigen Gutachterprozeß aus, der jeden
Richter zwangsläufig überfordern wird. Konklusion: mindestens die
Hälfte kann man wohl in den Kamin schreiben. Man braucht einen guten
Anwalt, und der sollte gute Fähigkeiten im Verhandeln haben.

Da würde ich nicht so schwarz sehen. Wenn der Zähler doch i.O. war und trotzdem ausgetauscht wurde - wieso sollte man das tun, wenn doch alles im Lot ist?


Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de

.



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