Re: Dirhem-Denar
- From: guenter@xxxxxxxxxx (Günter Lelarge)
- Date: Mon, 17 Jul 2006 19:12:23 +0200
Kurt Scheuerer <ks451@xxxxxxxxxxx> wrote:
Wie wirkte sich das auf die Wirtschaftspolitik von Karl dem Großen aus?
Kann man hieraus einen Zusammenhang zwischen der Dirhem-Prägung der Araber
und der Denar-Prägung der Karolinger ableiten?
Vielleicht findest du das interessant:
"Es gibt übrigens Münzen mit der
Aufschrift CARO/LVS/X/MAG/C, die der Laie gerne zu Carolus magnus
auflösen würde. Tatsächlich steht MAG/C nicht für »der Große«,
sondern für Magoncia civitas, also für den Prägungsort Mainz (ein
Hinweis von Dr. Paul C. Martin, Hamburg).
Unklar ist außerdem, aus welchem Rohmaterial eigentlich die
kurante Währung des großen Karl gefertigt worden ist. »Vor der
Öffnung der Silbergruben im Harz basierte die karolingische
Münzgeldwirtschaft ganz offensichtlich auf eingeschmolzenen und
umgeprägten arabischen Dirhem« [Brandt 1993, 346].
Nachdem innerhalb der Reichsgrenzen praktisch kein einziger
Dirhem gefunden worden ist, bleibt dies ein Herkunftsnachweis
›ex silentio‹. Er hätte außerdem ein betont umständliches Verhalten
zur Grundlage: Erst wurden inländische Handelsprodukte gegen
Dirhems getauscht, um aus ihnen jene Münzen zu prägen, mit denen
man wiederum bei den Arabern einkaufen wollte. Das hätte man
mit den Dirhems direkter und einfacher haben können. Dieser doch
sehr ›unrunde‹ Kreislauf findet ›im Ausland‹ keine archäologische
Bestätigung, etwa durch karlische Münzfunde."
Günter
--
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