Kaiser - König?



Kurt Scheuerer wrote:
"Oliver F. Nandico" <lordprotector@xxxxxxx> schrieb:

Karl war König als König der Franken, es handelt sich hier um ein Stammeskönigtum.

Schon, aber wie wird einer "König der Franken"?
Geburt, Wahl, Selbsteinsetzung, Anerkennung?

Germanisches Stammesfürstentum wurde durch Wahl aus der richtigen (also der bisherigen) Familie begründet, in der Praxis vererbt, also unter deinen Alternativen: durch Geburt.

Bei den Franken haben alle Söhne geerbt, was dann zu Zersplitterung oder zu "Unfällen" geführt hat.

Die Karolinger sind als Hausmeier eigentlich durch Usurpation an die Macht gekommen, haben aber ihr Legitimitätsproblem durch Akklamation, also durch "Wahl" gelöst.


Kaiser wurde Karl in der Nachfolge des weströmischen Kaisertums, nach byzantinischem Vorbild. Das bedeutet Autokrator, und auch Schutzherr wie auch Herrscher der Christenheit.

Hier wurde also kein Rückgriff auf das System der frühen
oder mittleren Kaiserzeit gemacht?

Weil das keine _christlichen_ Herrscher waren? Weil man zwar um 800 das byzantinische Modell, nicht aber das römische kannte?

Im Ernst, das Prinzipat als Modell der frühen Kaiserzeit taugt ja nicht, die Legitimation gegenüber Byzanz als dem Reich des "anderen Kaisers" zu erreichen.

Stand Karl damit nicht erst recht in Konkurrenz zum
oströmischen Kaiser in Konstantinopel?

Das war ja der Gag. Der Papst brauchte einen Verbündeten gegen Byzanz.

Nochmal die Frage:
Wie entstand das Gottesgnadentum?


Willst du die ideologische Begündung, die Durchsetzung oder die Titulatur wissen?

Gruß,
O.F.N.
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