Re: OSZI-Wahl: Analog vs. Digital



Marcel Müller wrote:
Hallo,

Joerg wrote:

[...]


7704? war das eins von den alten Büchsenchassis mit Nachleuchtröhre?

Ja, und gusseiserne Qualitaet. Mir fehlt nur noch ein passender 7Lxx Spektrumeinsatz dafuer. Und ein altes TDR Scope von denen.

Das ist aber schon eher Oldtimerpflege, oder?


Noe, wird hier eifrig benutzt. Nach den 7700ern und der 24xx Serie kam analog echt nix weltbewegendes mehr.


Ja, habe ich gehört. Die TDS 1xxx, 2xxx und 3xxx sollen gute Sender sein. Mit 3xxx habe ich mal herumgemacht, es war mir aber seinerzeit nicht unangenehm aufgefallen. Sonderlich intensiv war der Kontakt allerdings nicht.

Ein TDS220 hat einen Kunden mal viele Ingenieurstunden gekostet. Dann riefen sie an und nach 10 Minuten vor Ort empfahl ich das Scope stillzulegen und was gescheites zu kaufen. 40/80kHz pfiff voll ueber die Probe-Massen raus, zwei fette Peaks auf dem Analyzer, dann einige Kommentare von deren Leuten a la "So eine Sch....e!". Einfach peinlich. Sie kauften auf EBay dann ein Tek 2465 -> Problem weggepustet.

Hmm, ja, das hatten wir schon mal. TDS2xx ist aber auch wirklich Plunder. War das nicht sogar irgendetwas zugekauftes?


Weiss ich nicht. Nur dass sowas einer Firma wie Tektronix nicht haette passieren duerfen. Wenn man schon was zukauft soll man das auch durchmessen. Und die koennen mir nicht erzaehlen dass sie kein EMV-Labor haben.


Meine Vermutung ist, dass das Talent der alten Garde nicht mehr da ist.

Das kann ich nicht beurteilen.
Aber ehrlich gesagt glaube ich eher, dass alles, was wirklich Ahnung hat, an den großen Gigahertz-Monsten der 7000er und 8000er Serie schafft. Sich auch wieder Büchsenchassis, aber um Windows kommt man auch nicht mehr rum.


Würde mich wundern, wenn das Instek da besser weg kommt. So richtig gute Wandler, die auch noch schnell sind, sind eine Rarität.

Doch, ein Kunde wollte es auch mal nicht glauben. Bis wir dann die Plots verglichen. Vielleicht sind die Analog Device Wandler im Instek ja tatsaechlich besser, auch wenn sie IIRC leicht uebertaktet betrieben werden.

Womit verglichen, TDS220? Da würde es mich nicht wundern, wenn das Instek besser ist.


Nein, irgendein TDS2xxx, ziemlich teures Geschoss. Gab eine ziemliche Ernuechterung. So aehnlich als haette die gerade ein chinesischer Kleinwagen an der Ampel abgehaengt :-)


Aber so richtig vorhersehbar scheint das mit dem Rauschen aus Kundensicht auch nicht zu sein. Wenn man z.B. HM1507 vs. HM1508 nimmt...


Die beiden kenne ich nicht.


Die kommen da von allein Excel-gerecht raus :-)

Wenn ich VBA gescheit koennte, dann wuerde ich eines Tages ein eigenes GUI zurechtschustern. Dann koennte ich auch weitere Sprachen reinfriemeln. Das Scope kann zwar gut ein Dutzend, aber nur wenige europaeische.

Eher ein Job für Python, weil damit die Intergation in übergreifende Messprozesse leichter fällt.


Kann sein, aber VBA ist (bisher) der Industriestandard. Deshalb kann ich fuer sowas auch nicht OpenOffice benutzen, weil es kein VBA kann.


Die Probleme hat man bei einem alten Oberklassemodell nicht. (OK, mit FFT ist der 68020 der alten Teks auch am Limit. Ein 68882 hätte denen sicher gut getan.)

Bei den neuen DSO ist das schon herrlich. Die FFT is so flott, dass man bei Dranhalten eines weiteren Abblock-C sofort den Effekt sieht, digital sozusagen.

Ja, das stimmt wohl. Oder halt wieder PC, sofern greifbar. Ich habe schon ziemlich genaue Netzwerkanalysen im NF-Bereich fast komplett mit PC-Equipment gemacht. Über FFTs mit 2^16 bis 2^18 Punkten lachen sich selbst 10 Jahre alte PCs kaputt.


Solange die Messaufnahme mitmacht. Ein Scope mit seinen 8-bit Wandlern ist da nicht so der Hit. Ich druecke dann ganz dekadent auf das On/Off Knoeppschen am HP3577 :-)


Sehe ich aehnlich. E-Autos machen nur Sinn, wenn man die Kernenergie beherrschen lernt (inklusive Endprodukte),

Der Fall (mit der Klammer) wird nicht eintreten. Soviel steht mal fest.
Die Menschen haben es noch *nie* geschafft, etwas mit der Lebensdauer 10^6 Jahre zu machen. Das wäre etwa die Zeit bis Kinder da wieder spielen können.

Es gibt schon Konzepte, wo ueber mehrere Nutzerketten hinterher nur noch relativ mildes Material mit Mini-Halbwertszeiten uebrig bleibt.

Ja, habe schon vor ca. 10 Jahren davon gehört. Inwieweit die Umwandlung in kurzlebige Isotope tatsächlich zielführend ist und von der Energiebilanz her aufgeht, kann ich aber nicht beurteilen. In jedem Fall ist es eine riesen Sauerei, die einer Wiederaufarbeitung in nichts nachsteht.


Nach Sauerei sah das nicht aus. Es wurde in allen Phasen Energie da rausgelutscht bis nur noch geringe Aktivitaet und kurze Halbwertszeit uebrig blieb. Aber einfach hochaktiven Kram "endlagern", das geht nicht.


Nur forscht niemand richtig dran, weil es derzeit politisch nicht korrekt ist

Eher, weil es keiner finanziert.

und weil keiner Nukleartechnik studiert.

Ich weiß nicht, ich war seinerzeit jedenfalls nicht alleine in der Kernphysik.


Kommt drauf an wann seinerzeit zeitlich so war. In den 80ern kannte ich nur einen der das studiert hat. Als er sein Diplom hatte, schenkten wir ihm zur Fete ein fernsteuerbares AKW. Wir hatten es natuerlich so gebaut, dass nach einiger Zeit kein Input vom Radio Control mehr ging. Dann heulte eine Sirene, es zischte, und der Meiler flog mit einem Knall Richtung Decke :-)


Die Jungs mit richtig Ahnung sind grossnteils kurz vor oder in der Rente.

Ja, da die ganze Forschung hierzulande Drittmittelfinanziert ist, kommt außer Modethemen wenig durch.


.... und was politisch nicht korrekt ist, erst recht nicht. Das erledigen dann die Jungs in Pakistan, Iran, Bolivien etc. <grusel>


Die alten Salzstöcke mögen theoretisch einiges hergeben, aber eben nur wenn man keine Tunnels reingräbt. Und spätestens da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ferner ist auf der Zeitachse auch ein größeres Erdbeben wahrscheinlich.

Da halte ich auch nichts von. Das ist so aehnlich wie das Vertagen und Aussitzen von Budget-Problemen ueber stetige Aufnahme neuer Schulden.

Na klar, nach uns die Sintflut. Das Spiel kennen wir doch. Das wird riesige, von der Allgemeinheit zu tragende Sanierungsaufwände nach sich ziehen. Und die werden sich früher oder später so existentiell aufdrängen, dass es keine Diskussion mehr darum gibt, ob man das tut.


Bei allem was wir tun, sollte uns klar sein, dass auch direkte Energiezufuhr in der Biosphäre selbst bereits ein Problem darstellt. Mit Überlegungen zur Ressourcengewinnung wird man das nie in den Griff bekommen. Da hilft nur die Effiziente Nutzung der Energie.

Wobei man aber auch Bilanzen aufstellen darf. Z.B. wuerde das Holz das wir verheizen beim Verrotten die gleiche Menge CO2 produzieren wie in unserem Holzofen. Wenn man natuerlich bewusst Algen zuechtet und die verfaehrt, dann wird es auch netto mehr.

Der weltweite Holzbestand weiß davon aber noch nix.


Dann kauft weniger Ikea-Moebel :-)

Wir bekommen immer Mandelholz das ausgewachsen ist, wo die Baeume wegen fallendem Ertrag abgeholzt und neu gepflanzt werden. Ein Baum hat kein ewiges Leben. D.h. solange Ihr zu Weihnachten unsere Mandeln verknurpselt ist das ein ganz natuerlicher Kreislauf und bei uns bleibt die Huette gemuetlich warm.



Vermutlich werden wir noch in diesem Jahrhundert aktive Eingriffe in die Atmosphäre zur Klimaregulation erleben. Aus rein existentiellen und vorrangig historisch bedingten Gründen.

Ich hoffe nicht. Solche Experimente sind schon oft voll in die Hosen gegangen. Wie in einer Stadt bei Euch im Sueden, wo man bei Geothermalbohrungen durch eine Gipsschicht ging und jetzt reihenweise Haeuser baufaellig werden duerften. Richtig ungemuetlich kann es bei der Sequestrierung von CO2 werden, da wuerde ich sofort mein Haus verkaufen ehe eine Blase "hochkommt".

Eine Spezies, die sich Atommüll aufhalst ohne zu wissen, was die nächsten 10^6 Jahre damit passieren soll, wird vor diesen Risiken kaum zurückschrecken. Und wenn man erst mal mit dem Rücken zur Wand steht, sind Risiken sowieso Nebensache. So ganz abwegig ist die Sache mit atmosphärischen Verunreinigungen mit negativem Treibhauseffekt nicht. Historisch gesehen haben sich allerdings Vulkanasche und riesige Brände hervorgetan. Nicht unbedingt nachahmenswert.


Nee. Wenn man sich die Lungenkrebszahlen im Fallout-Gebiet danach ansieht erst recht nicht.

--
Gruesse, Joerg

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  • Re: OSZI-Wahl: Analog vs. Digital
    ... Dann riefen sie an und nach 10 Minuten vor Ort empfahl ich das Scope stillzulegen und was gescheites zu kaufen. ... Nun ja, ich brauchte u.a. die FFT, wegen EMV. ... wo ueber mehrere Nutzerketten hinterher nur noch relativ mildes Material mit Mini-Halbwertszeiten uebrig bleibt. ... Auch Rekuperation (ohne die Last des Hybridantriebs) und entfallene Antriebskomponenten wie Getriebe und Antriebswellen dürften die Energiebilanz aufpeppen. ...
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  • Re: OSZI-Wahl: Analog vs. Digital
    ... Dann riefen sie an und nach 10 Minuten vor Ort empfahl ich das Scope stillzulegen und was gescheites zu kaufen. ... wo ueber mehrere Nutzerketten hinterher nur noch relativ mildes Material mit Mini-Halbwertszeiten uebrig bleibt. ... Und wenn man erst mal mit dem Rücken zur Wand steht, sind Risiken sowieso Nebensache. ... Historisch gesehen haben sich allerdings Vulkanasche und riesige Brände hervorgetan. ...
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