Re: Der Mangel an Ingenieuren
- From: Joerg <notthisjoergsch@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Tue, 06 Jan 2009 12:53:45 -0800
Stefan Reuther wrote:
Joerg wrote:Axel Schwenke wrote:Exakt damals habe ich auch den unendlichen Vorteil von Linux gegen-DOS mit 5-8MB RAM und Multitasker war herrlich. Word, OrCad SDT und
über Windows schätzen gelernt. tetex unter Linux war einfach viel
besser als emTeX unter Windows. Kein DOS-Extender-Bull*** mehr
nötig, echtes Multitasking, etc.
Works Database, alles gleichzeitig und immer noch Reserven. Heute
braucht selbst Linux mit einige wenigen Apps schon mindestens
dreistellig, von Windows ganz zu schweigen.
Word für DOS hat ja nun mit dem heutigen Winword-Gerümpel gar nichts zu
tun. Und die DOS-Teile waren meinem Gefühl nach daher eigentlich immer
schlanker, schneller und stabiler als die entsprechenden Windows-Teile.
Dafür schreibt man eben seinen Text im Text(!)modus. Man muss zwar auch
auf Dinge wie OLE verzichten, aber wer braucht die schon wirklich.
Illustrationen werden eben als Postscript o.ä. eingebunden (wobei
zeitgemäß wohl eher ein 72dpi .pcx war).
Word 5.0 fuer DOS kann auf Graphik-Modus umschalten, aber das habe ich nur am Ende der Arbeit getan.
Aehm, mit dieser Meinung bist Du sicher ziemlich allein :-)Nix mit WYSIWYG.Ja! Zum Glück. Lenkt nur ab.
Nein. WYSIWYG zerstört den Workflow. Du willst nicht beim Programmieren
sehen, was für Assemblercode der Compiler aus deiner C-Anweisung macht.
Du willst auch beim Schaltungsentwurf nicht sehen, wie der Router die
Leiterbahnen unter deinem 400-ball-BGA legt. ...
Ich schon.
... Warum willst du beim
Text-Erfassen unbedingt sehen, wo der Zeilenumbruch hinkommt?
Man sieht sofort, ob es halbwegs gut hinkommt und aussieht.
Einer? Und dann hat der einen Ski-Unfall oder so, nix geht mehr. HierEin vernünftigesJa. *Das* ist wirklich höhere Magie. Das muß aber nicht jeder
Firmenlogo und eine Fußzeile mit Bankverbindung, Handelsregister usw.
war nur unter Schmerzen hinzubiegen.
Angestellte können. Es reicht wenn das *einer* einmal macht. Und
notfalls läßt man das extern machen. Ist bei Corporate Design
Geschichten ohnehin gängige Praxis, das extern machen zu lassen.
muss das die ganze Marketingabteilung beherrschen. Sonst bekommst Du den
Job erst gar nicht.
Wie oft erstellst du neue Templates mit Bankverbindung?
Bankverbindungen werden in USA nie angegeben. Nochmal: Es geht nicht nur um das Firmenemblem. Wir mussten noch viel mehr Templates erstellen.
Zugegeben, bei manchen Marketingabteilungen hat man den Eindruck, dass
die nichts anderes zu tun haben, als jede Woche eine neue CI zu
erfinden, aber normal ist das nicht.
Wenn Du dauernd neue Produkte auf den Markt bringst und dauernd neue Absatzmaerkte (= andere Sprache und u.U. Schriftsatz) erschliesst, geht das gar nicht anders. Da sind die staendig an Templates dran. Dazu noch dusende von Zulassungszeichen, Sterilisierungs-Logos etc.
Wenn die Marketingabteilung ihren Template-Umsetz-Beauftragten verliert,
wird eben ein neuer Template-Umsetz-Beauftragter angeheuert. Die
Druckerpresse kann ja auch nicht jeder in der Abteilung bedienen. Warum
muss also jeder Grafikdesigner das Satzsystem bedienen können?
Gehoert bei Admins im Marketingbereich zum Standardrepertoire. Zumindest hierzulande. Leute ohne dieses Know-How haetten in etwa so wenig Chancen im Arbeitsmarkt wie ein Ingenieur der kein CAD kann. Die Zeiten, wo es Technische Zeichner Bueros gab sind definitiv vorueber. Bei meinem ersten Job in den 80ern hatten wir noch eines, aber nur fuer mechanische Zeichnungen. Templates und Schaltplaene durften wir selbst machen.
Leider ist die Microsoft-Monokultur sehr weit verbreitet. Es gibtMachen die das heute noch so? Gibt es andere Firmen? Wir hatten letztens
aber auch Firmen, die LaTeX produktiv verwenden. Ein Kumpel hat
mal ein paar Jahre bei Ericsson gearbeitet. Da gabs für Papier-
Kommunikation eigene LaTeX Pakete.
mal das Thema, welche grossen Firmen OpenSoure wie etwa OpenOffice
verwenden. Kam nicht viel bei rum, aber vielleicht hat sich ja in 2008
was getan.
Definiere "verwenden". Eigentlich ist bei uns auch Microsoft angesagt.
Ich habe mir dennoch OpenOffice verpassen lassen und verwende es auch zu
großen Teilen, weil es stellenweise bequemer und außerdem billiger und
damit schneller zu haben ist.
Am Ende fallen .doc raus, denen man den Ursprung nicht mehr ansieht. Die
PDFs gefallen allerdings durch funktionierende Links im Inhalts-
verzeichnis, im Gegensatz zu denen aus dem PDF-Druckertreiber in Word.
Mache ich auch so. Auf dem grossen Rechner verwende ich inzwischen OO mit 97-compatible *.doc Output, auf aelteren Laptops Word.
--
Gruesse, Joerg
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