Re: Suche Buch ueber Filter



Hallo Martin,

Martin Laabs wrote:
Hallo Winfried,

Winfried Salomon <wsalomontrashcan@xxxxxxxxxxx> wrote:


Für digitale Filter gibt es eine Fülle neuerer Literatur, sie bauen aber IMHO zuerst einmal auf den Strukturen für analoge Filter auf.


Mir wurde dieses Semester in diversen Vorlesungen verkauft das FIR
Filter keinen analogen Prototypen benötigen. (Im Gegensatz zu den IIR
Filtern)

Das stimmt schon, bei FIR-Filtern benutzt man dazu meist das Remez-Verfahren zur direkten Koeffizientensuche. Ob es solche Verfahren für IIR auch schon gibt, weiß ich nicht, jedenfalls habe ich mal ein Programm getestet, daß ein IIR-Gaußfilter direkt approximieren sollte, das wollte aber nicht so recht konvergieren.

Es könnte aber sein, daß das bei den besagten Wellenparameterfiltern möglich ist, aber da stecke ich im Moment zuwenig drin. Allerdings geht man da anscheinend auch von den klassischen analogen Approximationen aus, Butterworth, Tschebyscheff, Cauer etc., scheint die aber direkt im Z-Bereich zu approximieren, wenn ich das richtig verstanden habe.

Hat für mich auch irgendwie Sinn gemacht weil ich ja mit FIR fast
nichtkausale Filter basteln kann.


Aber nur fast, dafür ist der Hardwareaufwand aber entsprechend sehr hoch. Der Hauptvorteil ist die lineare Phase, der Dämpfungsverlauf sieht Cauer sehr ähnlich, hat die Nullstellen nur äquidistant. Soweit ich mich erinnere, haben FIRs im Zeitbereich neben dem schwerwiegenden Nachteil der langen Laufzeit auch Überschwingen an Sprüngen im Gegensatz zu Bessel, aber das müßte ich mir bei Gelegenheit nochmal genauer ansehen.

Bei den klassischen analogen Filtern ist der Phasengang eigentlich minimal, solange es keine Allpässe sind, was man von FIR in keiner Weise sagen kann. Aus dem Grunde scheiden FIR für rückgekoppelte Systeme IMHO aus, weil sie sofort das Stabilitätskriterium verletzen und eine stabile Optimierung sicher nur suboptimal sein kann, sprich: Würde zu langsam werden. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile, ein System nur mit Vorteilen ist mir nicht bekannt, würde mich auch wundern.

mfg. Winfried
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