Re: Natriumacetat selbst herstellen



Henry Kiefer wrote:

Hallo Dirk -

Das scheint auch zu klappen, wenn man
das Gemisch dann in der Mikrowelle vorsichtig eindampft.
Das sollte man lassen - Natriumacetat ist widerlich schmierig, und
wenn es Dir in die Ritzen spritzt, bekommst Du es nie wieder raus.
Ausserdem ist das Risiko von Siedeverzügen auch später noch recht hoch
und verspritzte heisse Natriumacetatlsg. führt zu sehr schmerzhaften
Verbrennungen (leider selbst getestet...).
Das ist ja das Schöne an der Mikrowelle. Weder kann man explosiv
betroffen werden durch die Tür,


Nein, man GEtroffen werden durch die Tür. Was glaubst du denn, was los
ist, wenn dir ein ganzer Garraum mit einem optimal explosiven
Kohlenwasserstoff/Luft-Gemsisch um die Ohren fliegt?


noch kann was anbrennen. Zumindest wenn
man es nicht übertreibt.

Beim Natriumacetat hatte ich den Siedeverzug noch nicht gesehen. Der
Essig dagegen macht das regelmäßig.

Schöne sauerei.

Dachte, es wäre ein gutes Zeichen
für seine Reinheit und damit Neigung zum Auskristallisieren.


Och so gerne wie destilliertes Wasser in Verzug gerät, würde ich mich
darauf nicht verlassen wollen. Übrigens: Du kannst dein
Wärmespeicherversuche auf mit Natriumthiosulfat machen.


Was ich aber nicht verstehe ist: Wenn ich den Essigessenz eindicken
möchte
durch Kristallisation im Kühlschrank, dann klappt das nicht.
Das geht auch nicht.
Aber warum? Was sind die Bedingungen für Trennung durch Kristallisation
und folgende Filterung? Hatte das extra verifiziert im Net und mehrfach
wurde behauptet, der Essig würde sich bei ca. 16 Grad trennen, was aber
bei 8°C immernoch nix wird.
Kann man das durch Zugabe einer weiteren Substanz erzwingen?


Kann mir das ein Chemiker erklären? Den Essig in der Mikrowelle zu
konzentieren, scheint zumindest ansatzweise zu gehen. Der Geruch wird
immer
stechender.
Das klappt zu Deinem Glück nicht besonders gut, sonst wäre Deine
Mikrowelle kaputt oder explodiert und Du wärst evtl. tot, blind,
hässlich oder lebenslang lungengeschädigt. (Heisser) Eisessig ist ein
für Laien recht übler Stoff.
Deine Angst vor Laien kann ich verstehen. Es sind aber noch alle Glieder
dran.

s/vor/um/


Bitte nur Vorschläge mit Haushaltsverfahren. Chemielabor habe ich
nicht.
gebe solange Soda zu, bis es nicht mehr sprudelt und rechne. Benutze
einen Teststreifen.
Ist ein pH-Tropftest für wassrige Lösungen nicht anwendbar?
Hab hier ein komplettes Set zur Wasserwerte-Bestimmung.


Wenn du einen pH-Test bei einer nichwässrigen Lösung zur Anwendung
bringst, wird das Ergebnis mit Sicherheit SEHR viel aussagen.


Ist es eigentlich besser zur Herstellung NaOH anstatt des Essigs zu
nehmen?
Das ist Quatsch. Du könntest das Natriumhydrogencarbonat durch
Natriunhydroxid ersetzen - das sprudelt dann aber nicht und Du musst
vorher rechnen und wägen, wieviel Du jeweils benötigst. Davon kann man
Dir aber nur abraten - wenn Du mit Natronlauge solche Späße machst,
wie mit Deiner Essigessenz, dann bist Du sicher recht bald hässlich,
lungenkrank und blind.
Weil wir grad bei der Stöchiometrie sind. Ich habe bislang keine
Online-Tools für dieses gefunden.


?
Ist das im Chemiebereich nicht so
üblich? Für meine Elektronik gibts einen Haufen im Net.

Ich schenke dir mal ein paar "z": zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz


Ein Tool, bei dem ich einfach die Ausgangssubstanzen eingebe und die
gewünschte Menge des Ergebnisses, was dann für alle beteiligten Stoffe
die nötigen Massen berechnet, wäre sehr praktisch.

Und langweilig.


Wollte eigentlich
nicht stundenlang Tabellenwerte suchen

?

und Formeln durchhusten.
Gibt es eigentlich das Equivalent zu SPICE im Elektronikbereich
(Simulation/Vorhersage von Schaltungen) auch für Chemie? Also ein Tool,
was die wahrscheinlichsten Ergebnisstoffe ermittelt und mit dem man
diverse Versuche am PC durchsimulieren kann - ohne die Küche zu versauen
:-)


Was Du machen kannst, ist das Natron durch Soda (Natriumcarbonat)
ersetzen - das ist i.A. billiger, Du brauchst weniger und Dein
Blubberindikator bleibt erhalten. Zum eindampfen nimmst Du einen Herd
und einen alten Topf (keine Mikrowelle!) und hälst das ganze unter dem
Kochpunkt. Wenn ich richtig annehme, dann willst Du den
Wärmekisseneffekt experimentell erkunden: Dazu nicht bis ins trockene
Eindampfen, sondern nur soweit, dass, wenn Du mit einen Metalllöffel
etwas entnimmst, abkühlen lässt und darin herumreibst eine "feste"
schmierige Substanz entsteht.
Ich empfinde es als schwierig die richtige Wassermenge im Natriumacetat
einzustellen. Entweder ist es wässrig-schmierig oder wird gleich in
seine weiße Kristallform beim Eindampfen gebracht.


Mit dem Natriumacetat kann man schöne Experimente machen, z.B.
Eisberge instantan giessen. Lass Dir die Experimentierfreude nicht
vermiessen aber achte immer darauf, dass Du nur dass machst, wovon Du
weisst (und nicht nur vermutest wie mit der Mikrowelle), dass es
sicher ist und Du _immer_ eine Schutzbrille trägst.
Ok ok, Elektroniker haben Schutzbrillen und sogar Handschuhe...


Such mal auf der Seite von Prof. Blume - dort finden sich, wenn ich
mir richtig erinnere, sogar die beschriebenen Experimente und etwas zu
pH-Indikatoren aus Lebensmitteln (Radieschen, Rotkraut usf.) mit denen
Du ein wenig genauer als mit dem Blubberindikator titrieren kannst.
Den Blume habe ich schon ziemlich lang durchgeforstet.

Ich seh schon, werde mal den Wassertestkoffer suchen und entstauben und
einfach probieren.

Na also... Forschergeist ist ja da, aber das sicherheitsbewusste Arbeiten
fehlt wohl noch.


Gruß Patrick

--
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