Re: Natriumacetat selbst herstellen




"Stephan Feinen" <stephan@xxxxxxxxxx> schrieb im Newsbeitrag
news:uhd1ki7yf.fsf@xxxxxxxxxxxxx
"Henry Kiefer" <otc_friend@xxxxxxx> writes:

Habe mich mal an der Selbstherstellung von Natriumacetetat probiert.
Also
Natron und Essigessenz 25% zusammengemischt mit Überschuß von Natron,
und
solange dann Essig hinzugegeben, bis es nicht mehr schäumte. Ich denke
dann
am Neutralpunkt angekommen zu sein. Das scheint auch zu klappen, wenn
man
das Gemisch dann in der Mikrowelle vorsichtig eindampft.

Die Mikrowelle wird sich freuen, wenn du sie mit Essigsäure einnebelst...
Lange macht die das nicht mit. Heiße konzentrierte Essigsäure ist sehr
korrosiv.
Ich habs am Husten gemerkt :-)
Also im Ernst, die schnelle Welle war verdreckt und ich hab das Experiment
gleich zum Putzen derselben benutzt. Sieht wieder klasse aus.
Die Mikrowelle hat schon ne Menge mitgemacht. Hab da keine Angst, das sie
mal den Geist aufgibt.


In der Mikrowelle klappt das nicht, da du keine Temperaturkontrolle hast.
Essigsäure destilliert bei ca. 118 Grad ab. Das bedeutet, deine Lösung
erwärmt
sich auf ca. 100 Grad und dampft alles Wasser ab. Danach destilliert die
Essigsäure bei 118 Grad ab. In einer Mikrowelle kannst du die Temperatur
der
Lösung nicht regeln und auch nicht feststellen, wann das Wasser weg ist.
Also dampft dir irgendwann auch der Essig ab. Und das Natriumacetat geht
dir
kurz danach auch kaputt, genauso wie die Mikrowelle...
Die Frage ist halt, wie die Destillation genau abläuft. Also bei welcher
Temperatur sich wieviel des einen Stoffs und des anderen verflüchtigt.
Destillationskram habe ich leider nicht.


Natriumacetat sollte es sehr billig in der Apotheke geben. Das ist für so
absolute Laien wie dich letztendlich billiger und ungefährlicher. Was hast
du
damit vor?
Wollte mal das Wärmespeichervermögen ausprobieren. Klar kann man das fertig
kaufen.
Wenn ich hier aber ne Menge Chemikalien rumstehen habe, warum nicht mal
experimentieren und dazulernen.


Was ich aber nicht verstehe ist: Wenn ich den Essigessenz eindicken
möchte
durch Kristallisation im Kühlschrank, dann klappt das nicht. Entweder
die
Flüssigkeit bleibt flüssig (bis ca. 8 Grad ausprobiert) oder gefriert
homogen im Gefrierfach. Eine Auskristallisation der Essigsäure allein
aus
dem Wasser heraus, klappt nicht.

Wahrscheinlich ist die Konzentration nicht hoch genug. Reiner Eisessig
friert
bei ca. 16 Grad aus.
Gibts da ne Kurve/Diagramm? Ich fand nix im Net. Vermutlich benutze ich auch
nur die falschen Suchbegriffe als Chemielaie.


Kann mir das ein Chemiker erklären? Den Essig in der Mikrowelle zu
konzentieren, scheint zumindest ansatzweise zu gehen. Der Geruch wird
immer
stechender.

Yep, wie schon oben beschrieben dampft dir beim Heizen nach dem Wasser
auch
die Essigsäure ab. Laß das!
Kein Mensch stellt sich an die Mikrowelle und atmet tief durch.
Das auf dem Herd zu machen, halte ich für gefährlicher.


Wie kann man eigentlich die Konzentration simpel messen?

Titrieren. Ist nicht simpel, aber bei mittelstarken Säuren der beste Weg.
Würde denn eine normale pH-Testflüssigkeit für Wassertests funktionieren in
so konzentrierten Lösungen?


Bitte nur Vorschläge mit Haushaltsverfahren. Chemielabor habe ich nicht.

Haushaltsverfahren: Geh zur Apotheke und kauf dir das Zeug. Alles andere
ist
Unsinn und bestenfalls gefährlich, vor allem bei deinem Wissensstand.
Was willst du eigentlich mit dem Zeug?
Also Natriumacetetat hat ne E-Nummer... und die Mikrowelle ist ein halbwegs
geschlossenes Gerät. Essenkochen halte ich für gefährlicher.


Ist es eigentlich besser zur Herstellung NaOH anstatt des Essigs zu
nehmen?

???
Bei deinen Kenntnissen nimmst du am besten destlilliertes Wasser.
http://www.chemieonline.de/forum/archive/index.php/t-26156.html
Was sagst du nun?
Mich würde interessieren, was verfahrensmäßig effektiver ist bzw. preislich
günstiger bezogen auf den Stoffumsatz.

Gruß -
Henry


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