Re: Manganat?



Harald Maedl schrieb:

Bei der Analyse von Hg z.B. mit AFS durchlaufen die Gase offensichtlich einen Katalysator zur Oxidation z.B. von HG-Verbindungen. Dieses Granulat scheint ein beschichtetes Material zu sein. Die erste Vermutung war eine Mangan-IV-Beschichtung (wegen des hohen notwendigen Oxidatonspotentials). Auch die grünliche Farbe des Granulates trug zu dieser Vermutung bei.

Eine grünliche Farbe spricht eher für Manganat(VI), auch unter dem altertümlichen Namen "Chamäleon" bekannt. Der Name rührt daher, daß es in neutraler bis saurer Lösung sofort die Farbe wechselt, weil es disproportioniert in violettes Permanganat und braunes (!) Mangan(IV)-oxidhydrat.

Wißt ihr mehr darüber, aus was das Granulat bestehen könnte? Mangan-IV ist ja zumindest in wässriger Lösung alles andere als stabil.

Mangan(IV)-oxid ist äußerst stabil - so stabil, daß es sogar als Mineral in der Natur vorkommt (Pyrolusit). Zu der Stabilität in der Natur gehört auch seine Eigenschaft, in Wasser praktisch vollkommen *un*löslich zu sein.

Kann man das überhaupt in eine kristalline Form überführen, die bei rund 800°C katalytisch reagiert?

Bei dieser Temperatur dürfte MnO2 bereits deutlich Sauerstoff abspalten. Es entstehen dann gemischtvalente Mn(III,IV)-oxide, in der Natur als "Hausmannit" bekannt.

Das wäre natürlich auch für andere Anwendungszwecke als die HG-Analyse interessant.

Zur Analytik von Hg-Verbindungen müßte ich nochmal die Fachliteratur konsultieren. Meines Wissens zerfallen die meisten Hg-Verbindungen in der Gasphase in die Elemente, so daß der Dampf neutrale Hg-Atome enthalten dürfte. Insbesondere verhält Quecksilberoxid sich so, allerdings reversibel (man denke an Lavoisiers historischen Luftanalyse-Versuch).

MfG,
Jürgen
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