"Wir haben wirklich an einen Notfall geglaubt"



Heute beim Stöbern einen Artikel im Hamburger Abendblatt entdeckt:
http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/06/1113031.html

Mir scheint so, als ginge es da um unseren "Freund" Arno Michael
Fleck. Mir klingt das alles zumindest sehr vertraut.
http://www.abendblatt.de/daten/2008/06/30/900636.html

Weiss jemand genaueres?

Hier der Artikel:
<cite>
"Wir haben wirklich an einen Notfall geglaubt"
Sie wollte einem Hundebesitzer in Rübke ein neues Zuhause geben. Jetzt
soll er raus aus dem Haus.

Rübke -

Termin im Tostedter Amtsgericht: Neben der Tür zum Gerichtssaal hängt
die Terminrolle. Christine Harke klagt gegen ihren Mieter. Sie
verlangt, dass ihr Hausverwalter Zugang zur Heizungsanlage ihres
Hauses bekommt, das sie an Herbert M. (Name der Redaktion bekannt)
vermietet hat. Der Mieter hatte dem Verwalter Hausverbot erteilt, so
dass dieser nicht in der Lage war, die Funktionstüchtigkeit der Anlage
zu überprüfen. Nach ungefähr 30 Minuten klappt der Richter die Akte
zu. Die Anwälte einigen sich an diesem Vormittag darauf: Natürlich
darf der Hausverwalter das Haus von Christine Harke betreten.

Hinter dieser scheinbar unbedeutenden Gerichtsverhandlung steht eine
Tragödie für Christine Harke und ihren Lebensgefährten und
Hausverwalter Werner Jonas in Rübke, wo die junge Frau im Sommer
vergangenen Jahres ein Haus an M. vermietete, der mit seinen acht
Hunden dort einzog. Der Mietvertrag wurde am 15. August abgeschlossen.

Harke: "Ich bin, wie auch mein Freund, auf diesen Mann hereingefallen.
Ein Mann, dem wir einfach nur helfen wollten. Aber nichts von dem, was
er uns damals erzählte, stimmt. Wir dachten wirklich, es handelte sich
um einen Notfall - ein Mann, der für sich und seine Rettungshunde
dringend ein Zuhause braucht. Den ersten Kontakt hatten wir mit seiner
Freundin, die eigentlich auch einziehen wollte. Sie hat uns eine
rührselige Geschichte aufgetischt, dass er eben dringend ein Zuhause
suche. Dann stellte sich heraus, dass diese Frau nie vorhatte, in das
Haus zu ziehen. Wir glaubten auch, dass seine Hunde ausgebildete
Rettungshunde seien, wie beide uns erzählt hatten. Fakt war am Ende,
dass die Tiere Angst und Schrecken in der Nachbarschaft verbreiteten.
Beißunfälle hat es auch schon gegeben. Eine junge Frau wurde von den
angeblichen Rettungshunden derart ins Bein gebissen, dass sie im
Krankenhaus behandelt werden musste und sechs Wochen lang
arbeitsunfähig war. So verhalten sich meiner Meinung nach keine
Rettungshunde. Auch das war gelogen. Und seit Januar zahlt er keine
Miete mehr. Eine Miete, die er in den Monaten vorher sowieso wegen
fadenscheiniger Gründe gemindert hatte", schildert Christine Harke die
Erlebnisse mit ihrem Mieter. Harke weiter: "Laut Mietvertrag darf er
die Hälfte des Hauses bewohnen, besetzt aber das ganze Haus und zahlt
überhaupt keine Miete mehr."

Dass M. es nicht so genau mit der artgerechten Haltung seiner
"Rettungshunde" nimmt, kann die Inhaberin der Stader Hundepension
Maria Lemmermann bestätigen. Dort hatte M. auf Bitten derselben
Freundin, vier seiner Hunde nach seinem Italienaufenthalt unterbringen
können. Die üblichen Pensionskosten musste er nicht bezahlen. "Die
Hunde waren in einem erbärmlichen Zustand, als sie hier ankamen. Sie
hatten teilweise blutige offene Fleischwunden am Hals, waren
gesundheitlich und psychisch völlig am Ende. Die Tiere waren total
abgemagert, so Maria Lemmermann, die die Hunde gesund pflegte. Maria
Lemmermann setzte im Sommer dem Hundebesitzer ein Ultimatum. "Einer
seiner Hunde hat einem Pensionshund das Bei total zerbissen. Erst als
ich damit drohte, die Hunde in ein Tierheim bringen, holte er sie ab.
Mit einem schlechten Gefühl habe ich die Hunde an die Tierquäler raus
gegeben und bin auf allen Kosten alleine sitzen geblieben. Bezahlt
haben sie natürlich nie einen Cent.", so Lemmermann. Einige der Hunde
sind inzwischen vom Winsener Veterinäramt beschlagnahmt, so die
Amtsveterinärin Dr. Astrid Krüger: "Bevor wir Tiere beschlagnahmen,
prüfen wir sehr genau. Und in diesem Fall lagen ganz klar Verstöße
gegen das Tierschutzgesetz vor." Christine Harke: "Die Unterbringung
der Hunde war so unsicher, dass einzelne Hunde immer wieder ausbrechen
konnten."
Gespräche und Verhandlungen zwischen Vermieterin und Mieter laufen nur
noch über Anwälte oder vor Gericht. Auch Monika Severing,
Tierschützerin aus dem Landkreis Stade, war auf die "Schauermärchen"
von M. und seiner Freundin hereingefallen. Als die Situation in Rübke
sich nicht verbesserte, hatte sie mehrere Versuche unternommen, zu
helfen. "Ich hatte verschiedene Alternativen für Herrn M. aufgetan, wo
er mit seinen Hunden hätte unterkommen können. Aber ich hatte nicht
das Gefühl, dass er im Ernst einen Gedanken daran verschwendete, das
Haus in Rübke zu verlassen. Er hat sich einfach nicht gerührt."

Seit Januar kann M. nicht mehr heizen. "Weil angeblich der Öltank leer
gewesen sein soll. Das konnte aber nicht stimmen. Er hatte eine
Eidestattliche Versicherung abgegeben, der Tank sei leer und mit einer
einstweiligen Verfügung wollte er Frau Harke veranlassen, den Tank
wieder zu füllen. Die Verbrauchswerte der Vorjahre lagen bei einem
Viertel dessen, was der Mann hätte verbrauchen müssen, um den Tank zu
leeren. Ein Sachverständiger schloss einen so hohen Verbrauch aus
technischen Gründen aus, also weigerte sich Frau Harke, den Tank
befüllen zu lassen und ließ es zum Prozess kommen", so Jonas. Er
zeigte M. wegen Heizöldiebstahls an. Christine Harke: "Zu Beginn
dieses Verfahrens räumte M. ein, dass entgegen seiner Eidesstattlichen
Versicherung noch Öl im Tank sei, und erklärte, vermutlich sei die
Pumpe defekt." Seit mehreren Monaten hat M. in dem Rübker Haus auch
kein fließendes Wasser mehr. Ein Nachbar versorgt ihn mit Wasser.
Jonas: "Herr M. ist mit seinem Wagen über die Leitung gefahren. Dabei
ist sie kaputt gegangen. Aber er hat ja weder den Klempner noch mich
ins Haus gelassen. Wegen seines Verhaltens finde ich keinen
Sanitärfachmann mehr, der mit ihm zu tun haben möchte." Herbert M.
hält dagegen: "Diese Wasserleitung befindet sich einen Meter tief und
2,5 Meter entfernt von der Zufahrt und kann, nach Aussagen von
Fachleuten, nicht auf diese Weise beschädigt worden sein." Allerdings,
so Harke, habe M. diese "Fachleute bis heute nicht benannt".

Herbert M. sagt, im September 2008 habe er auf Anraten seines Anwalts
wegen der Blockade aller Zufahrtswege zum Haus durch Herrn Jonas zehn
Prozent weniger Miete gezahlt. M. weiter: "Für Oktober und November
erfolgte trotz der Störung der Nutzung der Mietsache reguläre
Mietzahlung." Im Dezember 2008 habe er die Miete um 50 Prozent gekürzt
wegen der ausgefallenen Wasserversorgung, die trotz Vergleich in einem
Eilverfahren vor Gericht "bis dato nicht wieder hergestellt wurde". Im
Januar hat der Mieter keine Miete bezahlt, "wegen der ausgefallenen
Wasserversorgung und weil die Heizung nicht lief". M. lebt von Hartz
IV. Die Miete habe er, so Herbert M., von der Arge bekommen. Die aber
habe die Zahlungen wegen verschiedener Anschuldigungen, die Jonas
gegenüber der Arge gegen ihn erhoben habe, eingestellt. "Das ist
unwahr. Die Arge hat die Zahlungen eingestellt, über die Gründe ist
nichts bekannt. Üblicherweise verhält sich die Arge so, wenn der
Leistungsempfänger sich regelwidrig verhält, also Nebeneinkommen nicht
angibt oder Mietminderungen in die eigene Tasche steckt. Diese Sache
treibt mich in den finanziellen Ruin. Ich möchte nur noch, dass der
Mann auszieht. Die ganzen Scherereien haben mich schon eine Menge Geld
gekostet. Ich habe ein Haus, in das ich nicht hinein komme, und für
das ich keine Miete kriege", sagt Christine Harke.
hr

erschienen am 6. April 2009
</cite>
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/06/1113031.html
.



Relevant Pages