Re: BOOT 2006: Meine Eindruecke



Hi,

"Wolfgang Broeker" <wolfgang@xxxxxxxxxxx> schrieb im Newsbeitrag
news:VA.000029e4.03cf3eaa@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
....
> Ich sehe das diametral anders:
> Auf einer Fachmesse brauche ich weder Aktionsbecken noch Lasershows.
ACK
Bisher hatten die Veranstalter es aber geschafft, beides unter einen Hut zu
bringen.
Die Boot war immer nicht nur eine Fachmesse, sondern bot -insbesondere durch
die Aktionshalle- auch einen Eindruck in einem bisher unbekannte Bereiche.
Die Lasershow war eine schöne Spielerei, auf die ich auch ohne Probleme
verzichten konnte.

> Mich interessieren auch weder Mega-Motorbratzen im zweistelligen Mil-
> lionenbreich noch unbewohnbare Rennziegen.
Auch ACK.
Trotzdem gehören die wohl auf eine Wassersportmesse.

> Ich gehe zur Boot - abgesehen von dem obligaten Besuch bei Georg natür-
> lich - mit einer konkreten Liste von Dingen, die ich suche oder mir mal
> in Natura ansehen möchte oder wozu ich weitergehende Fragen habe. Mich
> stört dabei jeglicher Marketingfirlefanz wie auch Vertriebsmitarbeiter
> an den Ständen, die von ihren Produkten kaum Ahnung haben. Ich liebe es
> hingegen, mit kompetenten Händlern, den Entwicklungsingenieuren und -
> bei kleinen Unternehmen mit diesen oft in Personalunion - den Inhabern
> selbst zu sprechen.

Nochmal ACK.
Da passt es leider, dass immer mehr Stände -beim Bereich Segeln noch nicht
GANZ so extrem wie bei anderen Bereichen- immer mehr Personal ohne Ahnung
als reine Verkäufer rumlaufen.

....
> In die neuesten Produkte von Najad, Hallberg-Rassy und Co. steige ich
> nur, wenn mir genügend Zeit übrig bleibt, denn ich kaufe nun einfach
> mal nicht jedes Jahr eine neue Yacht.
Die gehörten bei mir auch zum Nachprogramm sobald das für mich wichtige
abgehakt war.
Endete übrigens in der Regel mit dem zwanghaften abgeben eines Lottoscheins
:)

> Ich habe keine kleinen Kinder mehr, aber ich könnte mir kaum vorstel-
> len, die auf eine solche Messe mitzuschleifen. Das ist für die entweder
> eine Tortur oder die Messe ist keine Messe, sondern ein "Event", auf
> das dann ich wieder verzichten würde (Wie bin ich nur 50 Jahre ohne
> dieses E-Wort ausgekommen? :-)
NACK.
Ich segle mit meinen Kindern, benötige für sie also auch Ausrüstung.
Schon Schwimmwesten und Segelkleidung wollen anprobiert werden.
Als Tortur haben sie es bisher nicht empfunden, sondern sich auch auf die
Messe gefreut.
Da Du bisher wohl auch die Boot besuchen konntest, reichte es für Dich, die
Aktionshalle zu meiden und trotzdem das für Dich wichtige erfahren, ansehen
und erwerben konntest.
Den Ausdruck Event benutze ich eigentlich auch nicht, er bot mir nur die
Möglichkeit, eine mehrzeilige Beschreibung zu vermeiden :)

Auch als reiner Fachbesucher den mehr als 2 Produkte intreressieren war ich
gelegentlich auf Sitzgelegenheiten angewiesen um Kräfte zu sammeln,
Eindrücke zu verarbeiten und Material zu sortieren.

Kurz:
Die Boot war bisher einfach mehr als eine reine "Messe für Fachpublikum";
sie verstand es auch in sachfremden Leuten interesse zu wecken und somit
auch neue Kunden zu gewinnen.
Leider hat eben auch die Qualität der Beratung der Fachklientel
nachgelassen.

Mein Ablauf bisher:
I. Besuch der erschwinglichen Segler von ca. 6 bis 10m (mitunter auch etwas
größer; Bezahlbarkeit im Vordergrund), dabei eher begrenzte Kaufbereitschaft
als vielmehr 1. Wissen über das Boot im Falle eines Gebrauchtangebots zu
erlangen, 2. Ideen für den Innenausbau zu sammeln, 3. Das Preisniveau im
Blick zu behalten, 4. den eigenen Bedarf an Platz neu zu überdenken, 5.
Überlegungen für die Zukunft neu auszurichten.
II. Beim Weg zu den anderen Hallen kurze Bratwurstpause (bevorzugt, aber
noch nicht nötig: mit Sitzgelegenheit; zB. die kleine Imbisshalle auf dem
Gelände). Das diente auch zur Neuorientierung.
III. Besuch der für mich relevanten Zubehörstände mit Kaufabsicht.
IV. Weiterer Besuch dieser Stände zwecks Informationsbeschaffung, Neues
kennenlernen.
V. Kurzer Besuch von Ständen, die weniger Interesse bei mir hervorriefen,
aber evtl. auch neue Ideen liefern könnten (insbesondere Charterstände).
VI. Nach den letzten Punkten benötigten meine Kinder eine Pause zum Erholen,
meine Frau und ich eine zum Neuorientieren und durchsprechen eventuell
(eigentlich immer) neu gewonnener Ideen / Vorhaben. Das hatten wir dann mit
der Aktionshalle in Verbindung gebracht. Ausreichend Sitzmöglichkeiten,
Essen/Getränke in reichlicher Auswahl, Kinder waren beschäftigt, wir hatten
Zeit zum Quasseln.
VII. Mit neu gewonnener Kraft Besuch der eher unbezahlbaren Schiffe mit
Füttern der Träume (mein Favorit: Najad), dabei auch
"Aussenseiterausstellern" wie Zb. dem ferngesteuerten Segler,
Museumsschiffen, Arbeitslosenprojekten usw. einen Besuch abstatten.
VIII. Auf dem Weg zum Ausgang den Surfbereich durchschlendern.

Für eine Fachmesse sind die Punkte II und VI nicht erforderlich; ohne sie
die Punkte IV, VII nicht machbar; VIII nicht ausdehnbar (Zum ersten Mal seit
Jahren hätte ich da gerne etwas gekauft, nämlich ein Kinderrigg).
Genau das macht für mich eben den Unterschied zwischen einer
Verkaufsveranstaltung und der Boot wie ich sie kannte aus. Der Spaß ging
flöten.

Grüße,
Rainer.


.



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