Re: [DCC] Spannung am Gleis
- From: Reinhard Mueller <reinhard@xxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Fri, 23 Jun 2006 17:30:36 +0000
Moin moin,
Horst Schneider schrieb:
Wäre es nicht Aufgabe der NMRA die DCC Spannungen genau festzulegen?
Antwort Teil A:
http://www.nmra.org/standards/DCC/standards_rps/S-91-2004-07.pdf
Zeile 67ff:
"In no case should the peak amplitude of the command control
signal exceed +/- 22 volts. The minimum peak value of the NMRA
digital signal needed to provide power to the decoder shall
be +/-7 volts measured at the track. Digital Decoders intended
for "N" and smaller scales shall be designed to withstand a DC
voltage of at least 24 volts as measured at the track. Digital
Decoders intended for scales larger than "N" shall be designed
to withstand a DC voltage of at least 27 volts as measured at
the track."
Also darf ein Booster nicht mehr als +-22V liefern. Das halten
aber manche Zentralen nicht ein. Ein Decoder muss mindestens
24V aushalten. Wenn er für einen Maßstab größer als N gedacht ist,
mindestens 27V.
Unter dem Text sind noch Bildchen mit minimalen, typischen und
maximalen Spannungen. Damit gibt es eigentlich klare Regeln, die
einen gemeinsamen Betrieb von Komonenten verschiedener Hersteller
sicherstellen sollten, und es idR. auch tun. Aber es gibt immer
auch Abweichungen. :-(
Antwort Teil B:
Die Hersteller in den USA und Europa haben unterschiedliche
Vorstellungen von "Modellbahn". Das sieh man nicht nur an den
unterschiedlich hohen Spurkränzen, sondern eben auch an der
Spannung, die man für angemessen hält. Deutsche Hersteller
verweisen bei solchen Diskussionen immer darauf, dass sich die
Kunden über zu langsame Fahrzeuge beschweren würden. Hier in
dieser NG mag man das anders sehen, aber diese Gruppe hier ist
sicherlich nicht representativ. Damit sind engere Grenzen
leider nicht umsetzbar.
Natürlich ist es auch billiger und einfacher auf eine Spannungs-
regelung zu verzichten. Zumal eine Regelung der Spannung idR.
analog erfolgt und damit einen großen Kühlkörper für die
entstehende Verlustleistung braucht. Dieser macht das Gerät
größer und stört oft das Design.
Das DCC Signal selbst ist ja bis in alle feinheiten beschrieben.
Auch da sind bei entsprechender Betrachtung je nach Standpunkt
noch große Lücken oder Freiräume.
Wieso dann nicht bei den Ausgangspannungen.
Weil aus den oben genannten Gründen eine genauere Festlegung
nicht durchsetzbar ist. Schon jetzt werden die Angaben oft
nicht eingehalten.
Würde jeder Kunde im Laden fragen, ob ein Decoder, eine Zentrale,
ein Lok etc. alle Normen des MOROP und der NMRA einhält, hätten
die Verbände viel mehr Möglichkeiten Druck auf die Hersteller
auszuüben. So wie es ist kann man nur gut zureden und versuchen,
dass sich die Hersteller an einen Tisch setzen und sich einigen.
MOROP und NMRA sind nur so stark, wie sie von den Modellbahnern
unterstützt werden.
Das fördet nicht gerade die Austauschbarkeit aller Komponenten.
Richtig. Aber das ist wie bei den Preisen: So lange wie auch
Mondpreise bezahlt werden, werden auch Mondpreise verlangt.
Das bezieht sich nicht umbedingt nur auf Hersteller, sondern
auch auf Märkte wie eBay. Was da selbst jenseits der Preise
für Neuware gezahlt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Und solange die Leute nicht nach der Kompatibilität fragen
und davon ihre Kaufentscheidung abhängig machen, so lange
werden wir in diesen Sachen nicht weiter kommen. Es ist schön
einfach, einer Organisation eine Aufgabe zuzuschreiben. Aber
ohne die entsprechende Unterstützung sind NMRA und MOROP
machtlos.
So weit mein Wort zum Wochenende.
Gruß,
Reinhard
der sich jetzt auf das Treffen der NMRA DCC WG in Philadelphia
vorbereiten muß.
PS.: Sorry, aber das musste jetzt einfach mal raus.
.
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