Info: Essbare Blumen und Blüten - Unkraut mal zum Fressen gern haben (Volle Kanne - ZDF) vom Gartenexperten Elmar Mai



Dass der Garten allerlei Essbares liefert, das kennen wir aus den Gemüsebeeten und von den Obstgehölzen. Viele schrecken aber davor zurück, Blüten zu essen. Bisher ist es noch nicht allgemein üblich, Blumen auf die Speisekarte zu setzen, obwohl wir es schon lange praktizieren, ohne es zu wissen.

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.2.1

Titel: Essbare Blumen und Blüten kommen auf die Speisekarte ...
Kategorien: Info, Eß-Blüten
Menge: 1 Info

============================ QUELLE ============================
Volle Kanne - Service täglich
-- Erfasst *RK* 23.08.2008 von
-- Barbara Langer

Asiaten beispielsweise essen die aufgeblühten, gelben Blumen von
vielen Kohlarten als Delikatesse, wie Gartenexperte Elmar Mai
erklärt. Kohl lässt sich in den unterschiedlichsten Stadien
verwenden: Als Blatt, etwa bei Weiß- oder Rotkohl, als verdickter
Stiel wie bei Kohlrabi üblich, als junger Blütenstand wie bei
Brokkoli oder Blumenkohl, und als aufgeblühte Blüten, was bei uns
noch nicht so sehr verbreitet ist. Und schließlich verwenden wir
Kohlsamen als Keimsprossen, speziell die von Radieschen und von
Brokkoli. Möglich ist das Ganze deshalb, weil die Familie der
Kohlgewächse keine giftigen Vertreter enthält und alle Pflanzenteile
essbar sind. Das hat natürlich Grenzen, weil Bitterstoffe oder zähe
Pflanzenfasern den Genuss beeinträchtigen.

Auch Rosenblätter können in der Küche verarbeitet werden. Kleine
Warnung zu Beginn:

Dieser kleine Exkurs in die allgemeine Kohlkunde zeigt, dass von
Pflanzen einerseits vieles verwendet werden kann, es andererseits
aber nicht die Regel ist. Von Tomaten oder Kartoffeln weiß man, dass
die gesamten Pflanzen einschließlich unreifer oder bei Kartoffeln
sogar roher Früchte giftig sind. Gleiches gilt für ungekochte Bohnen.
Trotzdem gehören alle drei zu unseren beliebtesten Nahrungsmitteln.

Man muss sich also in der Botanik schon genauer auskennen, um zu
wissen, was man essen darf und was nicht. Das gilt insbesondere bei
Essblumen. Diese Warnung sei vorhergeschickt. Also bitte nur das
essen, was man einwandfrei erkennt und von dem man weiß, dass es
essbar ist. Und vor allem sollten Eltern ihre Kinder behutsam an das
Thema heranführen! Der Spaß soll schließlich nicht mit Bauchweh
enden.

Infobox - Essbare Rosengewächse:

Die Familie der Rosengewächse hält ähnlich den Kohlgewächsen eine
Vielzahl von essbaren Vertretern bereit: Äpfel, Birnen, Quitten oder
Schlehen, aber auch die Hagebutten der Hundsrosen. Zwar könnte man
auch alle Blüten der Rosengewächse essen, aber sie schmecken eher
fade. Anders die Rosenblüten, die essbar sind, wenn man die
Blütenblätter vom Fruchtknoten befreit. Insbesondere die duftenden
Sorten können, in etwas Zucker eingelegt, Süßspeisen interessant
veredeln oder mit Apfelsaft vermengt interessante Gelees ergeben.
Auch können Rosenblätter in Blätterteig zubereitet werden.

Würzig-scharfe Taglilien:

Jetzt sind vor allem Taglilien und Dahlien in den Gärten in
Hochblüte. Taglilien kann man sowohl als Blüte, als auch als Knospe
zubereiten. Die winterharten Taglilien heißen so, weil sich im
Sommer jeden Tag eine neue Blüte öffnet, während die alte gegen
Abend abstirbt. Es schadet der Pflanze also gar nicht, wenn man die
Blütenblätter vor dem Abblühen erntet. Es ist interessant, dass bei
Taglilien verschiedene Sorten einen geringfügig anderen Geschmack
aufweisen. Die Blütenblätter sind derb und saftig und haben einen
würzig-scharfen Nachgeschmack.

Zu viele sollte man nicht essen, denn die Wirkung ist bei größeren
Mengen abführend. Aber im Garten ist der Genuss von ein bis zwei
Blütenblättern bei heißem Wetter ein toller Durstlöscher und liefert
bei Speisen eine interessante Geschmacksnote, entweder für einen
herzhaften Salat oder als Fleischbeilage. Die Knospen - sie sollten
noch keine Färbung zeigen - sind ebenfalls eine wahre Delikatesse,
wenn man sie halberwachsen erntet und in etwas Öl anschmort. Sie
entwickeln einen aromatischen Nussgeschmack, eine außergewöhnliche
Beilage für einen Braten oder als Garnitur für einen herzhaften
Salat.

Dahlien als Salatdekoration:

Dahlienblätter dagegen sind süß und eignen sich ideal als
Salatdekoration. Auch hier sollten die Blütenblätter vom Kelch
befreit und lose verwendet werden. Wegen der ungezählten Sorten ist
fast jede Farbe verfügbar und kann einem Salat eine individuelle
Note verleihen - je nachdem, ob die Lieblingsfarbe gelb, rot oder
orange ist. Dahlien sind nicht winterhart und können sowohl im
Blumenkasten, im Kübel oder im Garten in einem Blumenbeet ab Mitte
Mai angebaut werden. Sie sollten aber im Winter nach dem ersten
leichten Nachtfrost, wenn die Blätter abgestorben sind, in einem
kühlen Keller fast trocken als Knolle überwintern.

Ein interessantes Gewürz für eine herzhafte Geschmacksnote sind die
Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse. Sie sind dank der Senföle
ordentlich scharf, im Garten ebenfalls ein idealer Durstlöscher und
lassen sich einjährig sowohl in Kästen, größeren Töpfen, als auch im
Garten ausgepflanzt kultivieren. Die Samen werden schon mal als
Kapernersatz in Öl eingelegt. Von der Kapuzinerkresse gibt es neben
meterlang rankenden Sorten auch kompakte Varianten für den
Blumentopf oder den Balkonkasten. Blüten der Kapuzinerkresse sind
sowohl für Fleischspeisen eine interessante Dekoration zum mitessen,
als auch eine würzige Zutat für Salate.

Vom Unkraut zur sättigenden Mahlzeit:

Rasenfreunde hassen Gänseblümchen oder Löwenzahn als unerwünschtes
Unkraut. Hier heißt die Devise: "Liebe Deine Feinde, und habe sie
zum Fressen gern." Denn von beiden lassen sich die Blüten essen.
Gänseblümchen sollten allerdings von den äußeren, weißen
Blütenblättern befreit und nur das gelbe Körbchen in der Mitte
verzehrt werden. "Mit Essig und Öl angemacht, ergibt eine große Hand
voll Gänseblümchen eine sättigende Mahlzeit, die leicht süßlich und
nach Marzipan schmeckt", meint Gartenexperte Elmar Mai. Löwenzahn
hat einen ähnlich süßlichen Geschmack, auch hier lassen sich die
gelben Blütenblätter vorzüglich in Salaten verwenden oder mit jungen
Löwenzahnblättern als vitaminhaltiger Salat zubereiten.

Im Frühjahr lassen sich auch neben Fliederblüten (die Blätter sind
giftig) Veilchen oder Stiefmütterchen als Salatbeigaben verwenden.
Man kennt ja auch die Holunderküchlein, bei denen die Blütendolden
des Holunders in den rohen Pfannkuchenteig getunkt und erst
unmittelbar vor der Zubereitung wieder entfernt werden. Als beliebte
Delikatesse gilt, Kürbis- oder Zucchiniblüten, die jetzt überall zu
ernten sind, in Pfannkuchenteig auszubacken. Mit karamellisiertem
Zucker gefüllt oder in einer Rahmfrischkäsezubereitung eingebettet
(Flan genannt) sind Kürbis- oder Zucchiniblüten ebenfalls eine
Köstlichkeit.

Zierpflanzen zum Fressen gern:

Selbst reine Zierpflanzen kann man zum Fressen gerne haben. Jeder
erfreut sich am Duft der so genannten Duftgeranien, korrekt
Duftpelargonien genannt. Aber kaum einer wagt es, die Blüten oder
die Blätter zu essen. Beides ist möglich und lässt sich entsprechend
des Aromas einsetzen. Duftgeranien gibt es in den herben Varianten
von Zimt über Pfefferminze bis Zitrone, andere Arten oder Sorten
sind eher süßlich und erinnern sogar an Rosen. Die herben Sorten
kann man, stets frisch geerntet, im Teig verwenden und interessante
Brote daraus backen.

Mit den Blüten kann man Salate garnieren oder aus Blättern und
Blüten lassen sich Kräuterschnäpse aromatisieren. Zitroneneis oder
Eistee mit einer Zitronenpelargonienblüte oder den Blüten einer
Zitronenverbene lässt den Durst schnell vergessen. Duftpelargonien
stammen aus Südafrika und müssen im Winter im Zimmer gehalten werden.
Dazu werden sie am besten kräftig zurück geschnitten oder aus
Stecklingen, jetzt in Erde gesteckt, für das kommende Jahr neu
gezogen.

Blüten zum Würzen:

Auch die Blüten vieler ohnehin als Gewürz oder Aromapflanzen
bekannten Gartengewächse können gegessen werden, etwa die Blüten von
Borretsch, von Minze-Arten, Rosmarin oder von Salbei. Sie haben
einen ähnlichen Geschmack wie die zum Würzen verwendeten Blätter und
können als nette Garnierung den entsprechenden Speisen beigefügt
werden.

Selbst die Blüten von Heilpflanzen wie Indianernessel (süßlich),
Ringelblume (scharf-würzig) oder Malven (eher lieblich) sind essbar
und können zur Abstimmung von Speisen eingesetzt, für Salben
(Ringelblume) oder Tee verwendet werden. Die Pflanzen sind kurzlebig
und können jedes Jahr aufs Neue in Kübeln, Kästen oder im Garten
ausgesät werden.

Angewärmte Butter lässt sich mit Ringelblumenblättern vor dem Backen
gelb einfärben und dient so als Safranersatz. "Logisch, dass Blüten,
die man essen möchte, ungespritzt sein müssen. Die Düngergaben
sollten auch nicht zu übermäßig erfolgen, um das Nitritproblem zu
umgehen", mahnt Elmar Mai. Hier gelten ähnliche Verhaltensregeln wie
im Gemüseanbau.

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Gruß, Barbara

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