Re: Das E-Bike ist die Zukunft...



Andreas Oehler wrote:
Wed, 09 Jan 2008 17:54:02 +0100, robert:

Andreas Oehler wrote:
Die Batteriekosten sind unrealistisch niedrig angesetzt. Ein Bekannter
erzählte gerade von der aüßerst mühsamen Beschaffung eines Ersatzakku für
ein Fahrrad mit Yamaha PAS Antrieb. Vielleicht 3-4000 km gelaufen. Um die
450 Euro...

Willst Du sagen, daß Dein Akku 130.000 km hält - oder ist er viel
billiger?

Wenn er die Hersteller-Unsitten mitmacht, wirds teurer.
Ich habe den NiMH selber zusammengestellt und einen eigenen Lader(-Algorithmus). Und ja auch das Bike selbst mit Bausatz umgerüstet - wird schlanker und ist genauso wie ich will (incl. Jumper, Power-Dimensionierung..)

Das hat dann aber nix mehr mit dem Elektrofahrrad als vermeintlich ideales
Gefährt für Otto-Normal-Autofahrer zu tun. Der läßt ja auch bei jedem
Defekt ein ultra-teures Original-Ersatzteil einbauen statt sich selber was
zusammenzuschweißen...

Fahrrad-Selbstschrauber gibts jedoch viel mehr. Zellen-Packs zusammenstellen ist in Reichweite und Usus. ->Google.
Im Modellbau-Bereich gibts auch viele Leute, die inzwischen wissen, woraufs beim Akku-Laden und Konfigurieren ankommt. Wir sind noch eher am Anfang E/Hybrid-Mobil-Zeit.


Die (Austausch-)Zellen kosten ~150 EUR.

Dann scheinen 450 Euro für einen komerziellen Akku ja geradezu günstig!

Beim Yamaha Edel-Fertigsystem zahlt man natürlich ziemlich die Apotheke (Er hat auch wahrscheinlich trotzdem noch weniger Energie als meiniger). Ansonsten zahlt man ca. 300 EUR (2x) für einen etwa gleichwertigen Fertig-Pack (mit etwas weniger Energiedichte)

Angebot und Nachfrage. In China zahlt man 250 EUR für ein kompletes aktzeptables Fertig-E-Bike mit allem drum und dran (also mit Fahrrad dran :-) ). Da tut sich noch einiges



Der Lader funktioniert ähnlich schonend, wie das im Toyota Prius gelöst ist, wo mehrere tausend Vollzyklenäquivalente erreicht werden:

...sollen

Er lädt default-mäßig nicht 100% voll sondern schaltet schon einiges vorher auf Tröpfel-Ladung. Nur bei Bedarf (Knopfdruck) wird überhaupt bis zur Kante eingeladen. Die obersten Prozente verursachen bei NiMH fast alle Schadwirkung. (Und Tiefentladung muss vermieden werden). Zusätzlich Reflex-Verfahren.
Das wichtigste ist aber bei NiMH-Packs, von der Vollladung mit Vollstrom abzusehen. Die meisten Hersteller einfacher Akku-Geschichten tun das (auch bewusst aus Gewinnmaximierungsgründen) nicht.

Schön und gut. Auch viele komerzielle Geräte verwenden und verwendeten
recht ausgeklügelte Ladeverfahren für NiHM-Akkus. Trotzdem erreichen diese
beim Durchschnittsnutzer nur einen Bruchteil der versprochenen
Lebensdauer, bevor die Kapazität maßlos sinkt. NiMH-Zellen sind schlicht
viel empfindlicher in jeder Hinsicht als es die guten alten NiCd waren.
Allein schon die Selbstentladung macht die Dinger für unregelmäßige
Nutzung (ohne ständig verfügbare Steckdose daneben) ungeeignet.


Du meinst die "Hightech" Einzelzellen-Lader. Die arbeiten alle mit -dU oder bestenfalls PVD Abschaltung und ziemlich doof. Auf d.s.e ist immer wieder Diskussion dazu. Ein sehr gutes Gerät gibts meines Wissens da nicht. Nach 200 Zyklen und früher ist da ganz natürlich Schicht. (Die Anwender ruinieren die Zellen aber noch eher durch Tiefentladung). Nur einige Pack-Lader aus dem Modellbau-,Funk-...bereich können annäherungsweise den Bedarf für professionelle Traktionsanwendungen erfüllen.
Speziallader für Kleingeräteanwendung werden leider oft auf "Solllebensdauer"/Gewinnmaximierung hin justiert. Hier ist Aufklärung nötig. Tausende Zyklen sind möglich wenn O2-Druck und Tiefentladung systematisch vermieden werden. Die Schadwirkung hangt präzise an ganz bestimmten Faktoren.

Selbstentladung läuft auf einer Zeitskala von vielen Wochen. Für eine häuftige Tracktionsanwendung spielt das keine Rolle. Es ist eher ein Vorteil, da die Zellen dadurch bei hohem Ladestand besser balanziert werden.


Ich fahre z.B. 20km mit viel Unterstützung dann ist das aber nur ein halber Zyklus. Dadurch äußerst schonende "seichte" Zyklierung. Es wird so auch tiefere Entladung vermieden.

Das ist wohl nötig um die Dinger halbwegs zu schonen. Man schleppt aber so
halt die doppelte Masse pro Nennkapazität herum. Wenn man nun doch 50 km
fahren will, hat man einen hübschen TK, den man dann selbst am Berg nicht
anzapfen darf, ohne ihn hinzurichten.

Bei Beginn der wirklich Schadwirkung tieferer Entladung ist längst die Warn-LED angegangen. Auch würden die meisten NIMH Zellen durch eine absichtliche brutale Tiefentladung (die Schubkraft sinkt auch so dramatisch ab, dass man da gar nicht auf die Idee käme) nicht geschädigt, sondern nur die schächsten, welche signifikant umgepolt würden. (Diese könnten einzeln ersetzt werden - wie beim Prius).
Ansonsten ist es einfach ein statistischer Effekt: meistens gar keine Schadwirkung wenn bedarfsgerecht nicht ganz Vollgeladen wird. Man weis ja etwa vorher ob man extremen Bedarf hat. Bis zur Warn-LED kann der Akku problemlos entladen werden.
In normalem Stadtverkehr komme ich aber einfach kaum jemals überhaupt über 40km hinaus. Die 4kg des Akku sind schon sehr wenig. Füher zur Blei-Zeit war das ein Thema. Aber bei NiMH denke ich da nichtmal über so ein Hälftungs-gezettel o.ä. nach.

Ich kann eher nach oben hin einen weiteren Akku (kompatibel vom E-Leichtroller) in einer weiteren Tasche parallel hängen (->100km bei 50% vielleicht), wenn ich eine Rad-Tour damit machen wollte. Aber so E bin ich nun auch nicht, dass ich reine Sportlfreizeitfahrten noch damit mache :-) Das wäre ja wie Hometrainer mit Pedelec-Antrieb...
Große Distanzen Auto-frei werden intermodal zurückgelegt - siehe Mail nebenan.



Kaum Abnutzung. Sagen wir aber 3000 Halbzyklen. Das wären dann ca. 60.000km => 0.25ct/km Bat.abnutzung.

Theorie - ähmlich wie die vermeintlichen 500 Zyklen für Notebookakkus.


Notebookakkus werden auch auf Solllebensdauer hin ausgelegt. Ein super Geschäft für die Hersteller.
Die Marketing-Maßnahme ist simpel: Den LiIon-Akku immer voll bei seiner Max.Spannung halten, dann ist er nach 1 Jahr auf <70%, nach 3 Jahren mau. Änderte man den Lade Algo, dass er bei 90% hält und mehr nur notfalls auf Knopfdruck, könnte man LiIon ausschöpfen. Aber Li altert zwangsweise auch auf einer Zeitskala von 5 Jahren - unabhängig von Zyklen.
Bei NiMH gibts kaum zeitliche Alternung, und Zyklen-Alterung hängt fast nur vom Eintritt in die Extreme der Ladung bzw. Entladung und Hochtemperatur ab.


Grüsse
Robert
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