Re: Monte Zebru, Königspitze, Ortler Hintergrat, Trafoier Eiswand
- From: Wolfgang Soergel <wsoergel@xxxxxx>
- Date: Tue, 09 Aug 2005 22:17:23 +0200
Dick Hubert wrote: [..]
Hi,
ein paar aktuelle Impressionen vom WE:
Wie sieht das Biwak Citta di Cantu aus? Brauchbar für eine Nacht oder standardmäßig versaut?
Sah brauchbar aus, wird mit 9 Personen aber kuschelig voll.
Übergang Alpini zur Pizzini besser über Eis (Cima della Miniera) oder die südliche Passage über normale Steige.
Geht beides, obenrum natürlich schwieriger, die Gletscher aber vergleichsweise (gegenüber z.B. Zebru oder auch Cevedale) einfach zu begehen. Beim Aufstieg zur C.d.Miniera brauchts wenigstens einen soliden Kletterer oder Vertrauen ins vorhandene Seil: Unten sind 3 Stellen fast durch, Oben war es am WE noch solide. Beim Abstieg zum Gletscher: Im AV-Führer von 2003 fehlen in der Beschreibung vorne offensichtlich ein paar Worte, die im Anhang vorhanden sind: Man folgt bereits in der ersten Einsattelung, in die auch von der Zebruseite aus ein Firnfeld zieht, ein paar zunächst vorhandene Spuren und rutscht dann durch frisch freigelegten Schlamm bis zum Gletscher. Nicht versuchen, aus der tiefsten Einschartung oder näher zur Königsspitze hin abzusteigen, ist überall sehr brüchig und steiler. Diverse Schlingen zeugen davon, dass wir nicht die einzigen sind, die den Weg nicht auf Anhieb gefunden haben...
Auf- /Abstieg zur Königspitze Normalweg.
Von unten gesehen: Noch ist die Rinne zur Schulter durchgängig Firn, viel fehlt aber nicht mehr, dann ist sie aper. Der untere Auslauf gleicht schon eher einem Trümmerfeld als einem Firnfeld. Sonntag war wohl auch trotz leidlich gutem Wetter keiner oben.
Was ist mit dem Übergang Königsjoch zur Schaubachhütte oder dem Cedecpass zur Schaubachhütte?
Königsjoch wird wohl seit Jahren nicht mehr gegangen, auch der Paso Cedec ist auf der Suldenseite nicht unproblematisch. Wir haben als Alternative mal den Nordgrat des Schrötterhorn benutzt, auch schon mal im Abstieg. Einfacher bleibt aber der (anstrengende) Weg über die Casatihütte.
Insgesamt erscheint Euer Programm ambitioniert, auch angesichts der im September schon wieder kürzeren Tage. Die Verhältnisse sind momentan zwar nicht wirklich schlecht und mit 4-5 Leuten am Seil kann man am Gletscher auch etwas "offensiver" gehen als wir zu zweit. Trotzdem sind die Gletscher recht spaltenreich und gegenüber 2002 deutlich zurückgegangen. Aber die Zeitangaben im AV-Führer wird man jedenfall wohl nicht wesentlich unterbieten können, wenn überhaupt. Wir haben jedenfalls teilweise deutlich länger gebraucht, obwohl sicher nicht grundsätzlich langsam oder konditionsschwach.
Regards Wolfgang .
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