Grizzly Bear Bär Grizzly



Grizzly Bären
Author Selzer-McKenzie
Die Filmbilder hat der Author Selzer-Mckenzie selbst
im Yellowstone Nationalpark in den USA gedreht
http://video.google.de/videoplay?docid=-2592712169249743986&hl=de

Der Grizzlybär (auch Grisli bzw. alte Rechtschreibung Grisly, teils
auch Grissly) (Ursus arctos horribilis) ist eine in Nordamerika
lebende Unterart des Braunbären. Ging man in früherer Zeit noch von
zahlreichen verschiedenen Unterarten auf diesem Kontinent aus, so
werden heute in der Regel alle dort lebenden Braunbären mit Ausnahme
der Kodiakbären als Grizzlybär bezeichnet.
Die Fellfärbung und die Größe dieser Tiere variieren in ihrem
Verbreitungsgebiet. Der Begriff „grizzly“ (aus dem Englischen für
„gräulich“) spricht auf das weißgrau gesprenkelte Oberfell an, das
besonders Tiere in den Rocky Mountains aufweisen, Grizzlys können aber
auch gelbbraun, dunkelbraun oder fast schwarz gefärbt sein. Die Farbe
hängt vor allem vom Lebensraum, im Speziellen von der Nahrung und vom
Klima, ab. Die Größe nimmt generell von Norden nach Süden ab, während
sie im Norden bis zu 680 Kilogramm wiegen können, sind die Tiere im
Süden mit 80 bis 200 Kilogramm bedeutend leichter. Überall sind
allerdings die Männchen deutlich schwerer als die Weibchen,
durchschnittlich um das 1,8-fache. Die Kopf-Rumpf-Länge der
Grizzlybären beträgt 1,5 bis 2,5 Meter, sein Schwanz misst 10 bis 12
Zentimeter. Bei den Schultern ist er 1,5 Meter hoch.

Der Körperbau entspricht dem der übrigen Bären, der Körper ist
stämmig, die Gliedmaßen lang und kräftig. Die Füße tragen jeweils fünf
nicht einziehbare Krallen. Wie alle Bären sind Grizzlys Sohlengänger.
Der Schwanz ist ein kurzer Stummel, der Kopf ist massiv und rund. Wie
alle Braunbären weist er einen Höcker am Nacken auf, der aus einer
kräftigen Muskelmasse besteht. Diese braucht er, um seine
Vorderpranken wirkungsvoll einzusetzen. Mit seinen Pranken jagt er,
fängt Lachse, wendet Steine zur Nahrungssuche und gräbt Höhlen. Neben
dem Buckel am Nacken ist die stärker vom Kopf abgesetzte Schnauze ein
Kennzeichen, das ihn vom oft gleichgefärbten Amerikanischen Schwarzbär
unterscheidbar macht.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Grizzlybären umfasst weite
Teile des westlichen und mittleren Nordamerika. Er stammt von einer
eurasischen, über die zeitweise trockene Beringstraße eingewanderten
Braunbärenpopulation ab. Dort verbreitete er sich in Wäldern und in
der Tundra des ganzen Kontinentes bis nach Mexiko. Wie weit sein
Verbreitungsgebiet nach Osten reichte, ist unbekannt, Knochenfunde von
der Halbinsel Labrador, aus Kentucky und Ohio deuten an, dass es
weiter reichte als ursprünglich angenommen.

Der Rückgang der Populationen begann möglicherweise bereits, als die
Indianer dank der von den Spaniern eingeführten Pferde ihre
Jagdtechniken verfeinerten. Mit der großflächigen Besiedlung des
Landes durch die Europäer ging dann ein drastischer Rückgang der
Bestandszahlen und des Verbreitungsgebietes einher. Als wichtiges
Rückzugsgebiet erwies sich der 1872 gegründete Yellowstone-
Nationalpark. Im Kerngebiet der USA (den 48 zusammenhängenden Staaten)
leben heute nur mehr rund tausend Tiere, die in mehrere isolierte
Populationen im nordwestlichen Landesteil (dem Yellowstone-
Nationalpark, dem Glacier-Nationalpark sowie vereinzelt in den
Bundesstaaten Montana, Idaho und Washington) leben. In Kanada sind sie
ebenfalls aus den mittleren Landesteilen verschwunden und kommen heute
nur mehr in Britisch-Kolumbien, dem westlichen Alberta und in den
nördlichen Territorien vor. Im dünn besiedelten Alaska sind sie noch
relativ häufig. Die heutige Gesamtpopulation wird auf rund 50.000
Tiere geschätzt.
Grizzlybären sind normalerweise nachtaktive Einzelgänger. Nur bei
besonders üppigem Nahrungsangebot, wie in beerenreichen Regionen oder
Flüssen während der Lachslaiche, kommt es manchmal zur Ansammlung
vieler Tiere.

Trotz seines massigen Körperbaus kann er mit einer Geschwindigkeit von
über 60 km/h rennen. Außer bei der Jagd tappt er allerdings meist
gemächlich dahin. Normalerweise geht er auf allen Vieren. Zum besseren
Überblick kann er sich auf die Hinterpranken stellen und so auch
einige Schritte gehen.

Grizzlys halten während der kalten Jahreszeit eine Winterruhe. Da die
Körpertemperatur nur wenig zurückgeht und sie leicht aufzuwecken sind,
spricht man nicht von einem echten Winterschlaf. Um sich darauf
vorzubereiten, legen sie im Spätsommer und Herbst einen Fettvorrat an.
Grizzlybären sind wie die meisten Bären Allesfresser. An pflanzlicher
Nahrung stehen Gräser, Kräuter, Schösslinge, Blüten, Wurzeln, Knollen,
Nüsse und Pilze auf ihrem Speiseplan; im Sommer und Herbst machen
Beeren einen wichtigen Bestandteil ihrer Nahrung aus. An fleischlicher
Nahrung nehmen sie unter anderem Insekten und deren Larven, Vögel und
deren Eier sowie Nagetiere, beispielsweise Hörnchen, Lemminge,
Taschenratten und Wühlmäuse zu sich. In stärkerem Ausmaß als
eurasische Tiere jagen sie auch Großsäuger wie Elche, Rentiere,
Wapitis, Bisons, Weißwedelhirsche und Gabelböcke. Wo verfügbar, reißen
sie manchmal Weidetiere wie Schafe, Ziegen und Rinder.

Bei Grizzlybären, die an den Pazifikküsten des Nordens leben, machen
Lachse während ihrer Laichwanderungen flussaufwärts einen bedeutenden
Teil der Ernährung aus. Diese proteinreiche Nahrung ist vermutlich
dafür verantwortlich, dass die Tiere im Norden bedeutend größer werden
als ihre im Binnenland lebenden Artgenossen.
Die Weibchen bringen etwa jedes zweite Jahr zwischen einem und vier,
meist aber zwei Junge zur Welt. Die Paarungszeit ist im Juni und Juli.
Die Embryos beginnen sich aber erst mit der Winterruhe im November
oder Dezember zu entwickeln. Die Jungen kommen nach einer
zweimonatigen Entwicklungszeit im Januar oder Februar zur Welt. Sie
sind mit etwa 30 cm Körperlänge und mit durchschnittlich 350 g sehr
klein. Im ersten Monat nach ihrer Geburt sind die Babys blind und
taub. Nach zwei, drei Jahren verlassen sie ihre Mutter.

Grizzlybären sind eng mit den Eisbären verwandt und können mit diesen
Nachkommen zeugen.

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