Commodity Trading mit Rhodium
- From: Selzer-Mckenzie@xxxxxx
- Date: Sun, 15 Jun 2008 11:28:09 -0700 (PDT)
Rhodium Commodity Trading
Author Selzer-McKenzie
DIE PREISE FÜR PLATIN UND PALLADIUM KORRIGIERTEN DEUTLICH VON IHREN
REKORDSTÄN¬DEN. DAS SELTENE PLATINMETALL RHODIUM KONNTE SICH DAGEGEN
BESSER BEHAUPTEN. LANGFRISTIG GELTEN PLATINMETALLE ALS ATTRAKTIVE
INVESTMENTS
In den ersten Wochen dieses Jahres legten die Preise für Platin und
Palladium eine bei¬spiellose Rallye an den Tag. Gründe dafür waren die
zunehmende Knappheit der beiden Edelmetalle und das wachsende
Interesse von Finanzinvestoren. Nachdem die Preise Anfang März auf ein
Rekord¬hoch gestiegen waren, kam es allerdings zu einer Korrektur. Die
Edelmetalle büßten für Finanzinvestoren wieder an Attraktivität ein
und es kam zu Gewinnmitnahmen spe¬kulativer Anleger. Hauptursache
dafür ist die Erholung an den Aktienmärkten. Viele Finanzinvestoren,
die einen Teil ihrer An¬lagegelder am Rohstoffmarkt geparkt hat¬ten,
führten eine erneute Umschichtung zugunsten der Aktienmärkte durch.
Die Veränderung der Anlagepräferenzen von eher kurzfristig
orientierten Finanzinve¬storen ist allerdings nicht allem der Grund
für die Preiskorrektur bei Platin und Palladi-um. Zum Preisrückgang um
etwa 20 Pro¬zent von Anfang März bis Anfang Mai hat auch die
Entspannung der Produktionslage
in Südafrika beigetragen. Noch im Januar und Februar mussten die
südafrikanischen Minenbetriebe ihre Produktion aufgrund von Problemen
mit der Stromversorgung tagelang ganz aussetzen. Inzwischen hob der
ehemals staatliche Stromkonzern Escom die Stromversorgung auf 95
Pro¬zent des normalen Levels an. Die südafri-kanischen Platinminen
konnten ihre Pro-duktion wieder deutlich erhöhen.
KNAPPHEIT DURCH PRODUKTIONS-AUSFALL
Die Produktionsausfälle im ersten Quartal waren aber erheblich und
verstärkten die Knappheit am Markt. Der weltweit größte
Platinhersteller Anglo Platinum verzeich¬nete im ersten Quartal einen
Produktions¬rückgang um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus den
Minen des Konzerns entstammt ein Drittel des weltweiten
Platinangebots. Es waren aber nicht nur die Schwierigkeiten bei der
Stromversor¬gung, welche die Produktion beeinträch-
tigten. Überschwemmungen, Unfälle und Arbeitskämpfe wirkten sich
ebenfalls ne¬gativ aus. Dabei handelt es sich nicht um eine Verkettung
unglücklicher Umstände, sondern um strukturelle Probleme. Die
Bergbaubetriebe in Südafrika produzie-ren seit langem an der
Kapazitätsgrenze. Zudem kämpfen die Minenkonzerne mit Zusammenbrüchen
bei der Stromversor¬gung und Produktionsstörungen. Bereits im Jahr
2007 konnte Anglo Platinum das Outputniveau des Vorjahres nicht halten
und produzierte zwölf Prozent weniger Platin. Insgesamt sank die
Platinprodukti¬on in Südafrika 2007 um 1,3 Prozent ge¬genüber dem
Vorjahr. Der schwache Start der Produktion in das Jahr 2008 könnte
dafür sorgen, dass die Verkäufe der süd¬afrikanischen Platinminen
erneut hinter dem Niveau des Vorjahres zurückbleiben. Der drittgrößte
Platinproduzent Südafri¬kas, Lonmin, hat z.B. sein Produktionszie für
dieses Jahr von 860 auf 775 Tsd. Un¬zen gesenkt. Der Markt dürfte
weiterhin
ein Defizit aufweisen. Immerhin gab der Vorstand von Anglo Platinum
Ende April Entwarnung. Im zweiten Vierteljahr dürf-te die Produktion
wieder um fünf Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Der weltweit
zweitgrößte Produzent von Platin, Impala Platinum, meldete ebenfalls
Beruhigendes. Der CEO des Konzerns rechnet für das laufende
Geschäftsjahr, das im Juni 2008 endet, nur mit einem
Produktionsrückgang von 2,03 auf etwas weniger als zwei Mio. Unzen.
Das trug zur Entspannung am Platinmarkt bei. Der zeit¬weise
auftretende Verkaufsdruck wurde durch Meldungen verstärkt, Silber
könnte in der Katalysatorproduktion das weit teurere Platin ersetzen.
Doch tatsächlich ist diese Möglichkeit der Substitution auf
Agrarfahrzeuge und Generatoren be¬schränkt. Zudem ist dieTechnologie
frühe¬stens 2012 einsatzfähig.
UNTERSCHIEDLICHE PREISENTWICK-LUNG VON PLATIN UND PALLADIUM Der Markt
für Palladium unterschei¬det sich von dem für Platin, obwohl das
Edelmetall häufig in denselben Minen wie Platin gefördert wird. Aus
Südafrika stammen allerdings nur gut 30 Prozent des weltweit
gehandelten Palladiums,
bei Platin sind es fast 70 Prozent. Gut 45 Prozent des Angebots an
Palladium kom¬men dagegen aus Russland. Der einzige russische
Palladiumproduzent Norilsk Ni¬ckel verfügt zudem über umfangreiche
La¬gerbestände des Edelmetalls. Das ist ein wichtiger Grund dafür,
dass der Markt für Palladium seit 2001 einen Angebotsüber-schuss
aufweist. 2007 nahm dieser An-gebotsüberschuss noch zu, vor allem weil
Russland seine Verkaufsmengen erhöhte. Das erklärt die
unterschiedliche Preisent¬wicklung beider Edelmetalle. Während der
Platinpreis seit Anfang 2008 um 29 Prozent zulegte, gab es beim
Palladium¬preis nur einen Anstieg um 17 Prozent. In den letzten Wochen
dominierte am Markt für Platin und Palladium der Ab-
wärtsdruck. Das ist nicht zuletzt eine Folge von Gewinnmitnahmen durch
Finanzin¬vestoren. Mittelfristig bestimmt aber die fundamentale
Entwicklung von Angebot und Nachfrage den Preis. Vor allem aus der
Automobilbranche wächst die Nachfrage nach Platin und Palladium zur
Produktion von Katalysatoren stetig. Auch in ande¬ren Bereichen der
Hochleistungsindustrie besteht ein wachsender Bedarf an Pla-
tinmetallen. Die edlen Metalle zeichnen sich durch einzigartige
chemische Eigen¬schaften aus und sind daher schwer zu ersetzen.
Aufgrund des hohen Preises hat allerdings die Schmuckindustrie ihre
Nach¬frage in den letzten Jahren reduziert. Viele Juweliere nutzen
möglicherweise die derzeitigen Preisrückgänge zum
cken ihrer Lagerbestände. Das könnte sich förderland Südafrika besteht
weiterhin das stigen Preiskorrektur bestehen daher lang¬
stabilisierend auf den Preis auswirken. Die Risiko von
Produktionsausfällen. Die Unter- fristig gute Aussichten für einen
weiterhin
insgesamt wachsende Nachfrage stößt vor kapazitäten bei der
Stromversorgung und steigenden Platinpreis. Im Falle von Palladi¬
allem im Falle von Platin auf ein stagnie- andere strukturelle
Probleme werden noch um wird die Knappheit am Markt durch die
rendes Angebot. Insbesondere im Haupt- für Jahre fortbestehen. Trotz
der kurzfri- hohen Lagerbestände abgemildert
RHODIUM AUF BERGFAHRT
Rhodium zählt ebenfalls zu den Platinmetallen, ist aber in der Natur
noch sel-tener zu finden als Platin und Palladium. Die Nachfrage nach
Rhodium wächst stetig, und zwar um fast 40 Prozent seit 2001. Das
Angebot kann damit kaum Schritt halten. Seit 2004 gibt es ein
Angebotsdefizit, das durch einen Lagerab¬bau ausgeglichen werden muss.
Der Rhodiumpreis explodierte in den letzten Jahren regelrecht und
stieg seit Anfang 2004 um das 18fache. Im ersten Quartal erreichte der
Rhodiumpreis ein neues Rekordhoch, da es durch die Stromausfäl¬le in
Südafrika zu einem Produktionsrückgang der dortigen Minenbetriebe kam.
Das schürte Befürchtungen, das Angebot könnte in diesem Jahr hinter
den Er¬wartungen zurückbleiben. Der Preis für Rhodium konnte sich in
den letzten Wo¬chen besser behaupten als die Preise von Platin und
Palladium. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auf dem Rhodiummarkt
weniger Finanzinvestoren engagiert sind. Das verringert die
Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Gewinnmitnahmen. Rhodium kommt in der
Natur selten vor und ist daher sehr teuer. Rhodium besitzt wie alle
Platinmetalle eine sehr hohe Schmelztemperatur und eine starke Wider-
standsfähigkeit gegenüber Säuren. Seine Wärmeleitfähigkeit und
elektrische Leit¬fähigkeit ist noch höher als die der anderen
Platinmetalle. Es oxidiert erst bei Tem¬peraturen von über 600 °C und
wird von Mineralsäuren nicht angegriffen. Rhodium wird in
Platinlegierungen als Katalysator genutzt. Es ist darüber hinaus
oftmals Bestandteil von elektrischen Kontakten, Spiegeln und
Reflektoren. Trotz seines ho¬hen Preises ist Rhodium auch als
Legierung für Schmuck begehrt. Durch den sehr hohen Schmelzpunkt ist
die industrielle Gewinnung von Rhodium sehr aufwändig.
Hauptfundstellen sind Kupfer- und Nickelerze in Südafrika, Nord- und
Südamerika,
Kanada und dem Ural. Besonders die Hightech-Industrie benötigt Rhodium
wegen dessen besonderen Eigenschaften. Eine Substitution durch andere
Materialien ist aufgrund dieser spezifischen Eigenschaften kaum
möglich Die Zunahme der Nachfrage nach Rhodium ist vor allem auf die
fortschreitende Industrialisierung in vielen Emerging Markets
zurückzuführen. Als Profiteure der ersten Stufe der Industrialisierung
in Asien gelten Rohstoffe, die zum Auf¬bau von Industrie und
Infrastruktur sowie zur Produktion von herkömmlichen Industriegütern
benötigt werden. Rohstoffe wie Öl, Kohle, Kupfer, Blei, Nickel und
Aluminium werden in dieser Phase vor allem nachgefragt, in der zweiten
Phase der Industrialisierung, die in Asien gerade beginnt, wächst die
Bedeu¬tung der Hightech-Produkte. Dadurch steigt auch die Nachfrage
nach seltenen Metallen, zu denen neben Molybdän, Ruthenium und Iridium
auch Rhodium gehört. Diese Metalle werden besonders in der Hightech-
Industrie eingesetzt. Die Preisentwicklung von Rhodium ist daher wie
die der anderen seltenen Me¬talle eng mit dem Bedarf der
Hochleistungsindustrie verbunden. Den Experten von Johnson Matthey
zufolge wies der Rhodiummarkt im Jahr 2007 ein leichtes Defizit auf.
Zwar ging die Nachfrage vor allem aus der Glas¬industrie etwas zurück,
aber die Angebotsmenge lag ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Den
Edelmetallexperten zufolge dürfte der Markt weiterhin angespannt
bleiben, was für anhaltenden Preisdruck sorgt. Anleger können mit Open
End Zertifikaten an der Entwicklung des Spotpreises von Rhodium
partizi¬pieren. Das Quanto Open End Zertifikat auf das in US-Dollar
gehandelte Rhodi¬um bietet zusätzlich eine Absicherung gegen
Wechselkursschwankungen
.
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