Re: Busunfall mit Brand
- From: Florian Gross <usenet-spam-genausogueltig@xxxxxxxxxxx>
- Date: Sun, 23 Nov 2008 14:28:56 +0100
Ralf Kusmierz wusste folgendes:
Das hier dargelegte (plausible) Szenario ist, daß es zu einem
Flash-Over gekommen ist: In einem relativ kleinen Volumen (Kofferraum,
Toilette...) hat sich eine dichte Konzentration hochbrennbarer
Schwelgase entwickelt - zunächst passiert nichts, weil es an einer
Zündquelle oder Sauerstoff mangelt. Sehr plötzlich wird aber ein wenig
dieses Gases durch irgendeine Zündquelle gezündet, dadurch entsteht
Wärme, und die Volumenausdehnung drückt einen Teil des Schwelgases in
den (sauerstoffhaltigen) Bus-Innenraum. Nun geschieht es in
Bruchteilen von Sekunden: Der Verbrennungsvorgang beschleunigt sich
extrem schnell, die Stichflamme schlägt nun in das hochbrennbare
Gas-Luft-Gemisch, es verbrennt ziemlich weitgehend und verbraucht
dabei den Sauerstoff im Inneren des Fahrzeugs ziemlich vollständig.
(Das abgebrannte Rauchgas dehnt sich natürlich thermisch stark aus und
verdrängt sehr viel Luft aus dem Fahrzeuginneren.)
Das Gasvolumen im Fahrzeuginneren ist nicht mehr atembar, es hat eine
Temperatur von mehreren hundert Grad, die Stichflamme hat an vielen
Stellen brennbares Material (z. B. Zeitungen) entzündet, das nun nach
erneuter Luftzufuhr aufflammt. Die Insassen im hinteren Bereich halten
wegen des heißen, beißenden Rauchs reflexartig die Luft an. Der Fahrer
fährt schnellstens an den Fahrbahnrand und hält an, er öffnet die
Türen (das dauert zusammen etwa eine Minute), den Fittesten und am
günstigsten Sitzenden gelingt es, das brennende Fahrzeug zu verlassen,
der Großteil der Fahrgäste sitzt aber immer noch in dichten
Rauchschwaden und kann die Luft nicht noch länger anhalten: Sie werden
nach einem reflexhaften Atemzug wegen des Sauerstoffmangels und der
eingeatmeten giftigen Gase fast sofort bewußtlos und verbrennen in
ihren Sitzen.
Soweit ACK.
Die einzige realistische Chance für die Insassen hätte darin
bestanden, daß ein Brandmeldesystem binnen Sekunden die Situation
korrekt detektiert und dann das Fahrzeug vollautomatisch komplett
entglast (bzw. dasselbe durch Knopfdruck des Busfahrers ausgelöst
wird). Dann hätte ein scharfer Wind (falls das Fahrzeug noch nicht
stand) durch den Innenraum gefegt und den Insassen die
lebensnotwendige Atemluft zur Verfügung gestellt (im Stand lüftet die
Thermik da ziemlich gut durch). Ja gut, hier und da hätte dies und das
gebrannt - na und?
Du willst bei einem drohenden Flashover (meinst du nicht eher Roll-
Over?) noch richtig viel Sauerstoff zuführen?
Ich hoffe, daß du nicht im Bereich Brandschutz u.ä. tätig bist.
flo
--
PLONK!!!
Wer meine Aufklärungsarbeit als spam beschimpft
hat jegliches Recht verloren mir meine Zeit zu stehlen
[Roland Mösl zu mir in dsv am 30.09.2008]
.
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