Re: aktuelle Benzinpreise und KFZ-Werbung



Wolfgang May schrieb:
Ralf Koenig <ralfkoenig@xxxxxx> wrote:
Heiko Rossmann wrote:

Eine Frage bleibt bei mir allerdings stehen: Warum geben Firmen so gerne Dienstwagen als "Gehaltsbestandteil", anstatt dem Arbeitnehmer die Kosten für das Auto auf den Gehalt draufzulegen? (Selbst Ein-Mann-Unternehmer gönnen sich auf Kosten ihrer eigenen Firma ja gerne mal Geschäftswagen, statt sich von dem - dann höheren - an den Eigentümer ausgeschütteten Gewinnanteil der Firma das Auto privat zu leisten). Zählt der Geschäftswagen nicht zum Sozialversicherungsbrutto?
Das ist der Knackpunkt bei sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten.
Genaueres unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstwagen
Außerdem: Bei dem Privatanteil werden es die meisten nicht so genau nehmen.

Kann eine Firma mit Versicherungen oder Autoverkäufern günstigere Konditionen aushandeln?
Vielleicht, ist aber nicht entscheidend - bei den großen vielleicht, die wirklich nennenswert Mengeneffekte erreichen.

Doch. SAP z.B. ist AFAIK Halter von tausenden von Fahrzeugen.
Mitarbeiter bekommen eine Liste, welches Modell sie gerne als
Gehaltsbestandteil haetten. Dabei wird der gesamte Aufwand fuer
Verkauf, Verkaufsgespraeche, Logistik etc. minimiert, wodurch
natuerlich bessere Konditionen ausgehandelt werden koennen.

Aber was macht "der gesamte Aufwand für Verkauf, Verkaufsgespraeche, Logistik etc." absolut (in EUR) aus?

Szenario 1: Verkauf im Autohaus an Endkunden: Verkaufsgespräch und Beratung, individuelle Preisverhandelung, Kundenbetreuer gibt Bestellung in ein Web-Interface ein. Auto wird gebaut, Transport zum Autohaus.

Szenario 2: Verkauf über SAP: Verhandelung zwischen SAP Einkauf und Leasing-Geber einmal für einen gewissen Zeitraum => Liste mit festen Konditionen, Arbeitnehmer als Endkunde macht seine Bestellung in einem Web-Interface, Einkauf bei SAP nickt ab. Auto wird gebaut, Transport zum SAP-Firmenparkplatz.

An welcher Stelle lässt sich hier wie eine richtig fette Ersparnis begründen? Aus meiner Sicht lässt sich das ganze erst begründen, wenn Bestandteile dazukommen, die dem Hersteller echte Kosten sparen.

Wollen die Firmen die Fahrzeugwahl beeinflussen?
Begrenzt. Es gibt ja nicht für jeden Job einen Firmenwagen, sondern in der Regel da, wo der Betrieb an der Mobilität der Mitarbeiter interessiert ist und ein beträchtlicher beruflicher Anteil zu erwarten ist. Ich denke, vor allem wollen sie mobile Mitarbeiter, die man mit Dienstwagen einfacher "herumscheuchen" kann als mit dem Privatwagen.

Das war frueher mal. Als Firmenwagen nur Aussendienst- und
Geschaeftsleitungs-Fahrzeuge waren. Heute ist das ganze einfach ein
steuerliches Modell, das bei vielen Arbeitgebern von allen
Mitarbeitern genutzt werden kann. Auch von denen, die damit nur von
zuhause ins Buero fahren (oder sogar dazu den Bus nehmen).

Aber das beantwortet die Frage nicht, warum es sich für alle Seiten angeblich lohnt, das "steuerliche Modell".

Ralf
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