Re: OT: Ist Windows schoen und idiotensicher?



Hauke Hagenhoff wrote:
Michael Baeuerle schrieb:
Hauke Hagenhoff wrote:
Michael Baeuerle schrieb:
Hauke Hagenhoff wrote:

Ob das Sinn macht, ist eine andere Frage.

Auch das. Da gerade du immer auf Komfort abzielst sehe ich es hier
durchaus als relevant an ob es reicht lediglich ein anderes Paket zu
installieren oder ob ich das von Hand reinpfriemeln muesste (nach einer
vermutlich undokumentierten Methode) mit dem Risiko das ganze OS zu
zerschiessen.

Stellt sich wieder die Frage nach dem Sinn. Ein Teil der Überlegenheit
von Windows liegt ja nunmal auch im Explorer, eben weil sich
Programmierer von Anwendungsprogrammen darauf verlassen können, daß
bestimmte Funktionalitäten vorhanden sind, z.B. das öffnen einer
beliebigen Datei mit der Standardanwendung über einen einzigen
API-Aufruf. Genau das ist es ja, was Lunix fehlt: Der Programmierer muß
sowohl Gnome, als auch KDE, als auch fvwm, als auch xfce usw.
berücksichtigen, weil jeder seine eigene Suppe kocht.

Das ist ein bekanntes Problem. Da es bei OSS aber nicht "den Chef" gibt
wird es nie auf eine Loesung rauslaufen die alle gut finden.

Daß ich dafür HTTP-Renderer-DLLs mit im Speicher habe, ist ein IMHO
geringer Preis dafür.

Angesichts der Anzahl der Bugs im MS HTML Renderer sehe ich das anders.

Ich kann mir nämlich auch nicht vorstellen, daß
sämtlicher X11 Code genutzt wird, wenn man KDE oder Gnome als
Fenstermanager nutzt.

Doch, das wird er eigentlich schon. Der Fenstermanager ist immer extra,
ein nacktes X11 Fenster hat keinen Rahmen und man kann es auch nicht
verschieben. Es ist also nicht so, dass ein fvwm oder GNOME da irgendwas
ersetzen wuerden was X11 auch von sich aus koennte, diese Funktion gibt
es ohne Windowmanager einfach nicht.

Mindestens das für Normalanwender uninteressante
Feature, den X11 auch auf einem anderen Rechner laufen lassen zu können,
fällt mir spontan als ungenutzt ein.

Das ist trotzdem aktiv. Die Verbindung zwischen X-Client und X-Server
laeuft dann lokal ueber das loopback device oder einen Unix Domain
Socket. Konsequente Philosophie aber lokal etwas Overhead.

X11 geht hier sogar noch einen Schritt weiter und erlaubt mehrere
verschiedene Oberflaechen gleichzeitig laufen zu lassen. Schon die
Moeglichkeit den Windowmanager uebers Netz anzukoppeln zeigt, dass hier
diese Trennung von Anfang an zentrale Designgrundlage war.

Richtig. In den 80ern und 90ern war es bestimmt sehr schön, in
Firmennetzwerken auf billigen DOS-Rechnern DesqView einzusetzen, um den
X11-Desktop eines Unix-Mainframes anzeigen zu lassen. In Firmen oder zur
Fernwartung mag das immer noch toll sein. Übrigens nutzen auch einige
OS/2-Freaks eXceed zu diesem Zweck, um das Fehlen von OS/2-Software
auszugleichen, ohne komplett auf Lunix umsteigen zu müssen...
Merkst Du was? Otto Normal braucht das nicht.

Hast du schon mehrfach gesagt. Ich hatte in der Firma wo ich frueher
gearbeitet habe einen Windows Rechner am Arbeitsplatz. Dort hatte ich
immer einen X-Server installiert um mein X11 Zeugs von der Unix Maschine
anzeigen zu lassen (KVM Switch gabs zwar, das war aber ein Muell und hat
nie richtig funktioniert). Und nein, das war nicht im letzten
Jahrtausend. Aber richtig, ich bin ja gar nicht Otto-Normal ;-)

[...]
Also mir kommt es so vor, dass quasi kein ehemaliger Windows User ein
Problem mit GNOME oder KDE hat (sind ja auch Kopien). Der einzige wahre
Grund der die 98% abhaelt ist, dass dann 3D, Flash, MS-Office, Spiele
etc. nicht mehr ohne Klimmzuege gehen. Again: Schuld ist _nicht_ das OS
im Sinn von "es ist zu schlecht".

Es gibt kein Flash unter Lunix?

Nur bestimmte Flash-Versionen und nur fuer 32Bit und nur fuer die x86
Platform. Und natuerlich auch nur binaer. Die Versionen die es gibt
machen wohl auch gerne Probleme (unstabil, Funktionsmaengel). Den
aktuellen Stand kenne ich nicht, so war es aber bisher immer.

[...]
Was genau stört Dich?

Als naechstes will ich eine benutzbare Shell (nicht so eine Lachplatte
wie CMD.EXE) und eine Moeglichkeit wenigstens ein Script zu schreiben
wenn schon kein C-Compiler mitgeliefert wird (auch da kommt man mit
CMD.EXE nicht weit). Und das soll bitte auch uebers Netz funktionieren
(also Textlogin).

Falsche Voraussetzungen. Du stellst Serverforderungen an ein Desktop OS.
Das alles braucht kein Normalanwender.

Ack. Du hast aber gefragt was _mich_ stoert bzw. warum _ich_ es nicht
mehr haben will.

[...]

Meine gewohnte GUI will ich auch nicht verlieren. Mit jedem anderen Unix
koennte ich sie 1:1 uebernehmen, also auch bei MacOS. Nur bei Windows
nicht, das ist mit da viel zu unflexibel. Ich will selbst bestimmen wie
das auszusehen und zu funktionieren hat.

Tja. Lunix ignoriert CUA (Common User Access) weitgehend. Warum soll man
das auch noch fördern?

CUA?

Und zuletzt ist es die MS Philosophie: Jedem so viele Steine in den Weg
legen wie es geht, damit alles moeglichst inkompatibel ist und man das
eigene Monopol verteidigen kann. Dabei schreckt man auch nicht vor
illegalen Methoden zurueck und nimmt Strafen bis in den 2stelligen
Millionen EUR Bereich einfach in Kauf weil es einem nicht wirklich weh
tut => Das ist indiskutabel und wird von mir nicht unterstuetzt.

Würde ich auch tun, wenn ich dann noch das erledigt bekäme, wofür ich
den Computer habe...
Ich hoffe da auf ReactOS, eben weil ich von Lunix nichts mehr erwarte.

Auch eine akzeptable Loesung. Ich mag aber Unix und _will_ es behalten.

[...]
Das erstgenannte Problem bleibt allerdings bestehen und wird auch nicht
angegangen: Der größte gemeinsame Nenner zwischen Gnome und KDE ist
leider "nur" X11 und das stammt aus einer ganz anderen Ära der
Computerzeit, so irgendwas zwischen Kreide, Jura oder Perm.
Techniken wie DDE, OLE, etc. wurden völlig verpennt.

Oder man wollte sie bewusst nicht haben.

Tjor, das heißt aber auch, daß man die Benutzer nicht haben will, die
auf einheitliches und einfaches Arbeiten unter Nutzung dieser Techniken
angewiesen sind.

Oder man hat ein Patentproblem, oder MS verhindert anderweitig, dass man
das tut, oder...

Was kriegt man derzeit so geschenkt?

Mein letzter Zugang war eine HP D230 (PA7300LC-160 CPU, 256MiByte RAM).
Das Teil hat keine Grafikkarte aber immerhin ein DVD Laufwerk und ein
DDS2 Tape.

Und in der IA32-Welt?

Das letzte war ein Acer Altos 7000 (2x Pentium1-100 CPUs, 64MiByte RAM).
Benutze ich als Fileserver unter NetBSD (mit einem Sun MultiPack dran).
Den SMP Modus habe ich nicht zum Laufen gebracht, aber da schwaechelt es
eh zuletzt an der CPU ...

[Windows Registry]
[...]
So, und jetzt bitte Dein "cat, grep, sed"-Monster für denselben Zweck...

Noe, ich bin nicht der sed-Gott. Da ziehe ich doch den Editor und das
Textfile vor. Da stehen Kommentare drin und ich kriege es auch hin wenn
es "nicht richtig" portiert ist. Mal ganz abgesehen davon wenn ich mich
bei einem deiner Befehle vertippt haette und versehentlich was anderes
geaendert habe - wie mache ich das jetzt wieder rueckgaengig? Das
Configfile kopiere ich einfach vorher.

Und um das Ganze mal richtig spaßig zu machen: In welcher Config finde
ich das Hintergrundbild, das KDE verwendet? Und wie suche ich danach?

Gar nicht. KDE ist ein GUI Programm und da gibts ein GUI Configtool
(Kontrollzentrum oder wie auch immer das dort heissen mag). Bei wget
gibts das nicht.

[Hintergrundbild aendern]
Also eine klare Überlegenheit von Textkonfigurationen kann ich da nicht
sehen.

Ansichtssache.

Insbesondere wenn wir nicht mehr von einer Anwendungseinstellung wie bei
wget reden, sondern z.B. von den Optionen, mit denen ein Modul geladen
wird (Jaja, meist modules.conf), oder schlimmer, irgendwelchen sonstigen
Einstellungen.
[Netzwerkconfig]

Das ist ohne GUI bei Unix durchaus nichttrivial.

[Config files plain vs. XML]
Und deshalb sollte in beiden Fällen diese niedere Ebene nur zu
Feintuning-Zwecken nötig sein.

Wie gesagt: Fuer mich GUI Konfiguration nur fuer GUI Programme.

[Otto-Normal]
DAS sind die Normalbenutzer. Noch Fragen, wieso Lunix chancenlos ist?

Mir ist schon klar, warum der Status-Quo ist wie er ist. Man muss aber
auch sehen, dass Linux nicht angetreten ist die Welt von MS zu befreien.
Irgendwann hat Linus doch mal sinngemaess gesagt: Wenn das so kommen
sollte ist es ein voellig unbeabsichtigter Nebeneffekt.

Ich schon. Meine Eltern sind Rentner und kommen damit klar, das waere
frueher anders gewesen.
Wohlgemerkt: Ich administriere den Rechner weil sie dazu nicht in der
Lage sind, frueher bei Windows war das aber nicht anders.

Das ist der Extremfall.
Man darf natürlich nicht gleich unverschämt werden und auf die User
abzielen, die auch bei Windows nur anklitschen können, was schon da ist.

Ich wollte damit sagen: Bereits heute kann ein DAU Linux _benutzen_, nur
nicht administrieren. Er hat jedenfalls keine Probleme mit GNOME.

[...] muß Lunix mehr bieten als Windows, damit sich die
Beschäftigung auch lohnt.

Die kann auch Spass machen und muss sich nicht lohnen. So wars bei mir
vor 10 Jahren.


Micha
--
http://micha.freeshell.org
.



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