Re: Motor-Öl, Qualitätsunterschiede und Belastbarkeit



Harald Hengel schrieb:

ROTFL
Wenn vorher derat viel mehr durch Reibung verloren gegangen wäre, dann wären
deine Lager ausgeglüht.
Wenn es so wäre, müsste die Regierung dieses Öl aus Energiespargründen
zwingend vorschreiben.

Es war etwas von mir aufgerundet, die Ölumstellung ist auch schon ein Weilchen her. Kann mich also auch täuschen und es waren nur ca. 0,5 Liter pro 100 Stadtverkehr weniger als mit dem alten Öl.

Das käm auf das Alter des Fahrzeugs an und wie lange ich ihn noch fahren
will und wie er eingesetzt wird.
Da ich den Ölwechsel selbstmache würde ich vermutlich einmal im Jahr
wechseln, vieleicht würde ich es auch schleifen lassen und erst nach 2 oder
3 Jahren wechseln.
Wichtig ist allerdings, dass der Motor ab und zu richtig warm gefahren wird,
also mal 20-30 Kilometer am Stück bewegt wird, damit er heiss genug ist,
dass Kondenswasser in der Ölwanne verdunsten kann.

Ich schriebs ja schon in dem anderen Posting, ich versuche den Motor möglichst lange Strecken am Stück zu bewegen, also selten unter 9 Km und zum Schluss eines Fahrtages bekommt er in letzter Zeit eine 20-30 Km lange Etappe am Stück, allerdings auch nur in der Stadt. Dabei fahre ich bei kaltem Motor erst behutsam und steigere die Last gemessen an der Temperatur bzw. Laufzeit/Strecke. Nach ca. 10-12 Km bekommt er dann auch schonmal Volllast (Kickdown) bis ca. 4200 U/min, hoffe das ist da schon kein Problem mehr?

Ich habe früher eher öfter als zuwenig Ölwechsel gemacht, konnte aber keinen
Vorteil entdecken, andere haben alte Gebrauchte gekauft und nie gewechselt
und die Motoren haben auch durchgehalten.

Ich denke auch, daß ich früher mit dem jährlichen Ölwechsel mit dem teuren Öl und meiner geringen Fahrleistung pro Jahr viel Geld verschwendet habe und es mir der Motor bestimmt auch nicht danken wird.
Heute höre ich immer wieder von 2-jährigen Intervallen für Wenigfahrer, hätte ich wohl auch schon früher so machen sollen.

Ist das dünnflüssige extrem schmierfähig?

Ich bin kein Ölspezialist und kann nur vermuten, aber ich ging eben davon aus, daß ein dünnflüssiges Öl leichter und schneller an die zu schmierenden Stellen gelangt und eventuell auch in feine Ritzen vordringen kann, wo ein dickflüssiges Öl nicht hin käme.
Wenn sich also die Kolben schneller ausdehnen als der Block, war meine Vermutung, daß das dünnflüssige Öl diese dann zumindest noch ein wenig besser schmieren könnte als ein bei diesen Temperaturen noch zähflüssiges Öl.

Ich vermute eher, dass der Wagen selten genutzt wird und dünnes Öl tropft
besser ab, so dass beim Start weniger Öl für den Notlauf in den Lagern ist
und auch die Ölkanäle völlig leergelaufen sind und es länger dauert bis die
Lager von der Pumpe versorgt sind, denke aber, dass die Notlaufeigenschaften
immer noch mehr als ausreichend sind.

Er steht oft 2-4 Wochen total still.
Ist es dann beim ersten Kaltstart eventuell besser den Motor kurz im Leerlauf lastfrei laufen zu lassen oder gar ein paar leichte Gasstöße vor dem Losfahren zu geben?

Wobei der eine Liter Ersparnis vielleicht sogar bei sehr extremen
Bedingungen hinkommen könnte, dann wenn der Motor praktisch nie richtig warm
wird, weil er nur für Kurzstrecken mit langen Pausen dazwischen eingesetzt
wird.
Allerdings, würde ich dann schätzen, Verbrauch 20 Liter/100 mit normalen Öl,
19 Liter mit Leichtlaufölen.

Es ist ein 2,5 Liter V6-24V-Motor mit rund 170 PS. Bei reinem Stadtfahren kam ich auf ca. 15 Liter / 100 km, bei sehr sparsamer Fahrweise gehts bestimmt auch mit weniger.

Die Schmierung betrifft in erster Linie die Lagerstellen und die sind mit
kaltem Öl völlig ausreichend geschmiert, dass die dem Motor aus der Sicht
problemlos hochdrehen kannst, die Zylinderwände werden durch
abgeschleudertes Öl von der Kurbelwelle geschmiert, die bekommen auch genug
ab. (Manchmal wird der Kolbenboden mit Öl angestrahlt um den Kolben zu
kühlen, machmal auch gezielt die Zylinderwände benetzt, in Schumis Motor
wird so eine Technik vermutlich eingesetzt)
Da sehe ich kein Problem, ein hochdrehender Motor erzeugt aber mehr Wärme
und da ist eben das Problem, dass die Kolben sich schneller aufheizen als
die wasserumspülten Zylinder.

Es gab nämlich mal die Situation, daß der Motor kein Gas mehr annahm und von selbst aus ging. Nach dem Starten lief er im Leerlauf unrund und das ganze Auto schaukelte, schließlich ging er von selbst wieder aus.
Der Mann vom Pannendienst startete ihn dann mehrmals und als er halbwegs Gas annahm gab er im Leerlauf Gas bis ca. 5000 U/min, was mich damals wütend machte, jedoch lief der Motor danach wieder einwandfrei und das Problem war verschwunden. Ich lies trotzdem vorsichtshalber die Kerzen wechseln, die waren eh schon gut 3 Jahre alt.
Ist das Vorgehen mit dem Hochdrehen des kalten Motors im Leerlauf (war allerdings auch im Sommer) ok gewesen?
Ich hätte den Wagen lieber einschleppen lassen, aber das wäre natürlich extrem viel teurer geworden... Da Automatik geht ja normales Abschleppen (ohne Aufladen der angetriebenen Achse) nicht wirklich.

Das ist kein Problem, es ist eher ein Problem, wenn du 2000 Umdrehungen eine
Steigung hochfährst und der Motor viel Leistung bei der der Geringen
Drehzahl erzeugen muss, wobei es schwer ist hier ein goldenes Mittel zu
nennen.

Klar, der Mittelweg ist nicht leicht zu finden, aber ich werd in Zukunft mal auf möglichst lastfreies Fahren bei kaltem Motor achten und stattdessen es mit der Drehzahl nicht so extrem genau nehmen.

Allerding kann man es grob an Motorgeraüsch abschätzen wann er sich qualt,
was mit hoher Wärmeerzeugung einhergeht und beim Kaltlauf nicht gerade gut
ist, das ist eine höhere Drehzahl neio der der Motor ungequält rund läuft
deutlich verschleissärmer.

Das herauszuhören fällt mir nicht leicht. Der V6-Motor ist sowieso sehr drehfreudig und klingt zumindest für mich nie so überanstrengt, wie ich es von den meisten mir bekannten Reihen-4-Zylindern kenne.

Ja, das auf jeden Fall.
Der Kolben heizt sich unnötig stark auf, die Zylinderwände können nicht weil
das noch kalte Wasser sie hindert.
Du hast also große Wärmeausdehung des Kolbens und geringe der Zylinderwände.
Im Extremfall dehnt sich der Kolben zu stark aus und kann sich nicht mehr
frei bewegen, ein Kolbenfresser wäre die Folge.
Dagegen hilft kein Ol.

Klingt logisch.
Spielt es dabei denn auch eine Rolle, was es genau für ein Motor ist, oder gilt das gleichermaßen für Reihen-4-Zylinder bis zum V12?
Bedeutet ein großer Motor in einem daran gemessen eher leichten Fahrzeug nicht, daß der Motor weniger lastig läuft und damit auch weniger strapaziert wird?

--
Gruß, Tom

ACHTUNG! Bitte _keine_ eMails senden, da diese alle automatisch und damit ungelesen gelöscht werden!
.



Relevant Pages

  • Re: Tanken Normal-, und Superbenzin?
    ... Motor verdichtet sehr schnell, wodurch das Gas keine Zeit hat, um mit ... bei dem die Temperatur des ... Kolben mit höherem Druck speziel bei Superbenzin notwendig. ... Dieselmotoren Selbstzünder sind (es wird Kraftstoff in die komprimierte Luft eingespritzt, ...
    (de.sci.chemie)
  • Re: IAA 2009: Die Zeit =?UTF-8?B?bMOkdWZ0IHLDvGNrd8OkcnRz?=
    ... Ein Motor braucht im Stand um 1 Liter pro Stunde. ... gegenüber abschalten zu verbrauchen. ... Spritmehrverbrauch gegenüber dem Leerlauf. ...
    (de.etc.fahrzeug.auto)
  • Re: "Kuehlfahrten"
    ... > aus, weil irgendein Kondensator in der Ansteuerung ausgetrocknet ist, ... > funktionieren und die Sensoren muessen sinnvolle Werte messen. ... > willst, wenn der Motor steht, ohne dass der Zylinder den Kolben ...
    (de.etc.bahn.eisenbahntechnik)
  • Re: Tanken Normal-, und Superbenzin?
    ... so dass man Motoren mit hoher Verdichtung mit Superbenzin betreiben muss. ... Im Detail läuft im Motor folgendes ab: ... ein geschlossenes Gefäß mit Kolben oben, ... aufwärts und komprimiert das Gemisch, dieses erwärmt sich und steht unter ...
    (de.sci.chemie)
  • Re: IAA 2009: Die Zeit =?UTF-8?B?bMOkdWZ0IHLDvGNrd8OkcnRz?=
    ... Ein Motor braucht im Stand um 1 Liter pro Stunde. ... daß das Starten zusätzlichen Verbrauch mit sich ... Spritmehrverbrauch gegenüber dem Leerlauf. ...
    (de.etc.fahrzeug.auto)