Re: Grafik/EBV: welche Anforderungen für ein (neues) Notebook



On Fri, 16 Jun 2006 12:00:19 +0200, Martin Gerdes
<martin.gerdes@xxxxxx> wrote:

[...]

Welche Bedeutung hat es für einen heutigen PC-Anwender, wenn er weiß, was in
der Speicherzelle $40:$49 geschrieben steht?

Ad 1: es geht ja nicht nur um "Anwender" - frueher war die Klientel
viel mehr Programmierer, Bastler, etc. und "gehobene" Anwender...
(Anfaenger z.B. fanden sich eher bei "DOS International" etc..)

Ad 2: "Speicherzellen" und dergleichen sind auch heute noch von
Belang: das Wissen ueber sie bescheren uns Programme wie "FanControl",
"NHC/ CHC", "Mobilemeter" und vieles mehr, was nicht durch
Standard-APIs abgedeckt wird - auch wenn die NT-/ XP-Architektur die
hardwarenahe Progammierung eher zu unterbinden versucht...


Inzwischen testet die c't Digicams, Camcorder, DVD-Rekorder und Flachbildfernseher
(alles Zeug, für das es bereits genügend Heimkinomagazine gibt), und
bietet Workshops für Dinge wie z.B. Bildbearbeitung (auch Themen, die in
entsprechenden Fachmagazinen mehr wie ausreichend behandelt werden).

Als die c't auf den Markt kam, spielte der Selbstbau eine erheblich größere
Rolle als heute, auch waren Betriebssystempatchereien und -ergänzungen
schlichtweg nötig für ein "rundes" System. Das ist heute nicht mehr so.
Hardwarebasteleien sind ganz allgemein deutlich zurückgegangen (an einem
Notebook kann man so gut wie nichts mehr selber machen), und gängige
Betriebssystems kriegt man so einfach nicht mehr gepatcht und/oder
erweitert.

Errm... grade "neulich" gab es einen Artikel in der c't wie man aus
einem Windows XP Home (fast) ein XP Pro macht - sowas gibt's also
noch, auch in der c't...


Auf der anderen Seite spielt sich heute erheblich mehr als früher im Bereich
der eigentlichen Anwendung ab. Das Internet als solches hat einen Strauß von
Themen mit sich gebracht, die mit der eigentlichen Technik nur bedingt zu
tun haben. Dennoch aber sind sie wichtig.

Es geht nicht nur um Hardwarenaehe, die vermeintlich verloren gegangen
ist...


Die c't setzt sich beispielsweise als einzige Zeitschrift mit der
gesellschaftlichen Auswirkung der Technik auseinander -- und zwar in
Kenntnis der Technik. Das Internetrecht beispielsweise steckt noch in den
Kinderschuhen. Für so einen Amtsrichter ist es leicht gesagt, daß ein
Forenbetreiber alle Beiträge in seinen Foren vor Veröffentlichung prüfen
muß. Der kann sich überhaupt nicht vorstellen, daß das an einem einzigen Tag
Zehntausend Beiträge sind. Der gleiche Amtsrichter führt sich noch immer
nicht vor Augen, daß der Arm des deutschen Rechtes spätestens an den Grenzen
des Landes sein Ende findet -- das Internet aber über den ganzen Globus
geht.

Richtig - allerdings ist auch nicht bestritten worden, dass die c't
immer noch ihre Qualitaeten hat und vermutlich das beste
"Wintel"-Magazin auf dem deutschsprachigen Markt ist - noch dass die
c't in manchen Gebieten Vorreiterrolle innehat...



Weichen mussten dafür die interessanten Kauftests (Marken-Computer mit
langen Modellstandzeiten gibts immerhin noch mehr als genug) sowie
verschiedene andere Sachen (wie z.B. regelmäßige Testberichte von
Peripherie wie SCSI- und RAID-Controller; Sowas gibts inzwischen nur
noch alle Jubeljahre, und dann auch noch ziemlich flach gehalten).

Das ist beides logisch.

"Markencomputer mit langer Modellstandzeit" interessieren wohl die Mehrzahl
der Leser nur höchst begrenzt. Wer kauft solche? Firmen kaufen solche, und
die interne Entscheidungsfindung hängt von etlichen internen Faktoren ab,
von technischen zuletzt.

Richtig dicke Hardwaretests sind angesichts der Komplexität heutiger Hard-
und Software im redaktionellen Umfeld schlichtweg nicht zu leisten. Wer
einmal selbst vor der Herausforderung stand, kommt nicht umhin, das zu
bestätigen.

Wieviel Zeit sollte ein Redakteur in den Test eines Systems Deines Erachtens
stecken?

Soviel Zeit wie noetig, um eben nicht wie manch anderes Magazin Tests
zu veroeffentlichen, die nach einer umformulierten Werbebroschuere des
Herstellers klingen...
....das genau war mal eine der Staerken der c't...


Wir sind hier ja in der Notebook-Gruppe:

Es ist für einen Vergleich durchaus hilfreich, wenn man beispielsweise acht
Notebooks einer Klasse nebeneinander vor sich auf einem großen Tisch stehen
hat (Eine Möglichkeit, die der hier vielgeschmähte Mediamarkt dem
Interessenten beispielsweise zumindest einigermaßen bietet, der hier
hochgelobte Internethandel und das "Systemhaus" hingegen nicht). Die
besonderen Vorzüge und Nachteile eines bestimmten Modells aber erfährt man
erst dann, wenn man länger mit einem Notebook arbeitet. Und dann bleibt das
Urteil noch immer subjektiv, weil man nur einen kleinen Teil der Parameter
objektivieren kann.

Wenn man das weiß und ihm Rechnung trägt, sind die Tests in der c't besser
als Test in anderen Blättchen. In welcher anderen Zeitschrift würde
beispielsweise stehen, daß "moderne" Flachbildfernseher aktuell im Grunde
Mist sind (und dazu noch erklärt, warum)? Andere Blättchen verteilen doch
grundsätzlich nur Eins mit Sternchen als Testurteil.


Aus meiner Sicht gilt: die c't hat vor einigen Jahren den Schwenk zum
Anwendermagazin gemacht - das ist legitim, aber auch bedauerlich, weil
damit eine der wenigen Quellen fuer "anspruchsvolleres" Know-How
verloren gegangen ist...
....das macht die c't nicht urploetzlich "schlecht" - sie ist immer
noch deutlich "besser" als die meisten anderen Magazine auf dem Markt
- nur gibt das auch Anlass zur Kritik...


T.C.
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