Re: "Offenes" SMTP-Relay mal anders
- From: "Stefan Kanthak" <dont.delete-this.dont.remove-this.nospam@xxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Mon, 28 May 2007 20:07:04 +0200
"frank paulsen" <frank.paulsen@xxxxxxx> schrieb:
"Stefan Kanthak"~~~~~~~~~~~~~~~
<dont.delete-this.dont.remove-this.nospam@xxxxxxxxxxxxxxxxxxx> writes:
Was haetten Du oder Deine Eltern oder eure Mitcamper gesagt/getan, wenn
besagter Platznachbar einen Schlauch an den Wasserhahn angeschlossen
haette und mit diesem seine sanitaeren Einrichtungen betrieben haette.
an den wasserhahn, der vom betreiber des platzes kostenpflichtig zur
Hattest Du bisher nicht erwaehnt; aendert aber am Prinzip nichts.
verfuegung gestellt wurde? ja, man haette dem ein paar nette worte
gesagt, so einfach nur um zu ermitteln, ob er nicht vieleicht
irgendwie ein groesseres problem mit dem leben und ueberhaupt hat...
also, da war natuerlich auch kein schloss dran, und man haette
problemlos mit nem tankcontainer da vorfahren koennen, und trinkwasser
ohne ende abzapfen. *aber* *wer* *tut* *denn* *sowas*?
ich verstehe die gedankengaenge dahinter nicht.
Dito.
Welches Verstaendnis von "Internet" steckt dahinter, dieses nutzen zu
wollen, sich aber nicht an die erprobten Regeln zu halten.
Auch das sollte Erziehung bewirken.
erprobte regel im internet ist grundsaetzlich erstmal, kommunikation
zu betreiben. dazu einigt man sich auf technische verfahren, weil
diese ohne vernuenftige koordination schlicht nicht sauber
funktionieren.
Zu dieser Koordination (i.A. Protokoll genannt) gehoert auch, dass
Port 25/tcp jedes am Internet angeschlossenen Hosts fuer SMTP reserviert
ist und postmaster@[your.ip.adress.here] oder postmaster@xxxxxxx
erreichbar ist (was die allermeisten am Internet angeschlossenen Hosts
NICHT erfuellen).
aber neben der technischen spezifikationen gibt es doch noch sowas wie
gesellschaftliche aspekte, und dazu gehoert *imho* deutlich, dem
gegenueber am fruestueckstisch nicht die marmelade vom brot zu
kratzen, weil da grad kein zettel dranbappt, dass das entfernen von
marmelade von genau diesem brot eine unerwuenschte handlung sei. (die
existenz der marmelade auf einem brot ist auch *keine* invitatio ad
offerendum des eigentuemers dieser marmelade, dort nun abgekratzt zu
werden. echt nicht. nicht mal des besitzers.)
Der hinkt aber deutlich. Stell' die Marmelade auf den gemeinsamen
Fruehstueckstisch des Campingplatzes und schau zu, wer sich auch ohne
Nachfragen bedient, wenn das dort so ueblich ist.
Das Internet basiert auf einem Peer-2-Peer-Modell gleichberechtigter
Teilnehmer. Als solcher bietest Du einen Dienst entweder nach den
Regeln des Netzes an oder gar nicht.
ich biete mit einem auf auf port 25 laufendem dienst *nichts*, aber
auch wirklich *garnichts* an.
Wie drueckst Du diesen Deinen Willen einem MUA/MTA gegenueber aus,
wenn der sich auf Port 25/tcp verbinden und dort erfolgreich SMTP
reden und Mail einliefern kann?
wenn ich da etwas *anbieten* will, gebe ich das bekannt. beim brot
z.B. durch die explizite aussage 'kannste haben/kaufen', beim MTA auf
port 25 durch eine veroffentlichung als MX im DNS, oder halt sonstwie.
nur weil ich einen rechner auf einer adresse im adressraum IPv4
betreibe, heisst das nicht, dass ich da irgendwas anbiete.
Du nimmst am Internet teil und bist dort erreichbar. In einem P2P-
Netzwerk bietest Du damit implizit "Dienste" an. Du kannst deren
Benutzung (technisch) wirksam beschraenken, wenn Du sie nicht der
Allgemeinheit zur Verfuegung stellen willst ("und fuehre uns nicht
in Versuchung":-).
Richtig. Um beim "gelben Postbriefkasten" zu bleiben: Du musst
niemandem sagen, dass man dort Briefe einwerfen kann, geschweige
denn per Schild oder oeffentliche Ankuendigung darauf hinweisen.
Ebenso ist das bei einem Server, der SMTP redet und Mail annimmt
(unabhaengig davon, ob/dass man diesen nicht ungefragt nutzt).
ein benutzungsfaehiger gelber postbriefkasten wird dadurch erkennbar,
dass er im oeffentlichem raum *sichtbar* steht, und zwar an einem ort,
an dem man nach ueblicher verkehrsauffassung davon ausgehen kann, dass
er da zu dem zwecke steht, briefe zur oeffentlichen zustellung
anzunehmen.
Dein Server steht im Internet, nimmt Verbindungen auf Port 25/tcp an
und akzeptiert sogar Mail per SMTP zur Auslieferung.
in meiner kueche stand jahrelang ein echter gelber postbriefkasten,
als brotkasten. der war zwar auf der rueckseite leicht laediert, was
auch erklaert, warum der da durchaus legal stehen durfte, und jetzt
irgenwo im keller sein nichtleben fristet, aber wer da einen brief
einwirft, der muss leider damit leben, dass der brief nicht von mir da
rausgeklaubt und an irgendwen zur befoerderung uebergeben wird.
Deine Kueche ist kein oeffentlicher Raum.
Stefan
[
--
Die unaufgeforderte Zusendung werbender E-Mails verstoesst gegen §823
Abs. 1 sowie §1004 Abs. 1 BGB und begruendet Anspruch auf Unterlassung.
Beschluss des OLG Bamberg vom 12.05.2005 (AZ: 1 U 143/04)
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- References:
- "Offenes" SMTP-Relay mal anders
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- From: Heiko Schlenker
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- From: Dietz Proepper
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- Re: "Offenes" SMTP-Relay mal anders
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