Re: Windowsanwendung auf Linux



Alfred Flaßhaar schrieb:

Hallo,

ich bin hier neu und habe vor, mich nach vielen Windows-Jahren nun mit
Linux und Latex zu befassen, da ich viel schreiben werde. Eingerichtet
habe ich bisher SUSE 11.1. Internet und Drucker habe ich
funktionstüchtig hinbekommen. Nun möchte ich Anwenderprogramme nutzen,
die es nur für Windows gibt. Welche Installationsart ist günstiger:

1.) Zuerst SUSE, danach als VM das XP darüberinstallieren? Welche
VM-Ware wäre in diesem Fall angeraten?
2.) Wie installiert man XP, um aus dem Start-Bootmanager von SUSE das XP
zu starten?
3.) Zuerst XP und danach als VM SUSE darüber?

Ich glaube, da gibt es erstmal ein grundlegendes Verständnisproblem bei
Dir. Daniel schrieb schon die richtigen Informationen, aber ich will es
noch einmal genauer beschreiben.

Was Du vermutlich willst, ist sowohl Windows, als auch Linux Programme
benutzen zu konnen. Dafür gibt es prinzipiell drei verschiedene Ansätze.

1. Du installierst ein Betriebssystem (Windows oder Linux), und eine art
"Software-Kompatibilitäts-Schicht" dazu (ich weiß nicht, wie ich es
besser ausdrücken kann). Das heißt, du hast ein Programm/einen Service,
der dem auszuführenden Programm vorgaukelt, es befände sich im
"richtigen" Betriebssystem. Systemaufrufe werden von dieser
"Zwischenschicht" abgefangen, und in die entsprechenden Aufrufe für das
tatsächliche Betriebssystem umgewandelt.

Um solche Lösungen handelt es sich etwa bei Wine (Windows-Programme unter
Unix) oder bei Cygwin (Unix-Programme unter Windows). Das schöne an
dieser Lösung: die "fremden" Programme laufen direkt unter deine
gewählten Betriebssystem, sind i.d.R. recht schnell und "fühlen" sich
"realer" an.

Nachteile: Das andere Betriebssystem ist nicht wirklich installiert.
System-Dienste sind nicht da, und auch nicht alle Anwendungen werden so
funktionieren.


2. Du kannst eine Virtuelle Maschine aufsetzen. Eine Virtuelle Maschine
ist quasi ein Computer im Computer. D.h. hast einen Computer mit Linux,
dort lässt du ein Programm laufen, das einen Computer simuliert und in
diesem simulierten Computer wiederum kannst Du ein anderes Betriebssystem
deiner Wahl installieren. Das wiederum führt dein Programm aus.

Haupt-Nachteil: Das hört sich nach einer Menge Overhead an, was? Ist es
je nach dem auch. Dank schneller Rechner, Hardware-Virtualisierung etc
kann es aber trotzdem *erstaunlich* gut und flott funktionieren.

Vorteile: Das Gast-Betriebssystem ist wirklich "da". D.h. es ist
vollständig installiert, wenn auch auf einer Virtuellen Maschine. Es
werden auch (fast) alle Programme werden funktionieren, lediglich bei der
Unterstützung von Hardware kann es Probleme geben. (Der Virtualisierer
muss der Virtuellen Maschine irgendwie Zugriff auf die echte Hardware
geben, das ist nicht immer trivial.)

Programme für Virtualisierung sind beispielsweise: VirtualBox, QEMU/KVM,
VMware, etc. pp.


3. Du kannst zwei Betriebssysteme auf einem Rechner installieren (z.B.
auf zwei Festplatten oder Partitionen). Beim Starten wählst Du dann,
welches starten soll.
Vorteil: Beide Betriebssysteme laufen (wenn du sie gestartet hast) für
sich auf dem Computer, als wären sie alleine da. Alles geht normalschnell
und die Hardware-Unterstützung ist so gut, wie sie unter den
Betriebssystemen eben ist.
Nachteil: Du kannst beide Betriebssysteme (d.h. auch keine Programme aus
dem jeweils anderem) nicht gleichzeitig laufen lassen.


Was du willst, ist vermutlich entweder die dritte oder die zweite Lösung.
Evtl. die erste noch *zusätzlich* um beispielsweise dein
Lieblingsprogramm auch unter dem anderen OS laufen zu lassen.


-- Anleitung für das parallele Installieren von zwei Betriebssystemen
(von denen eins Windows ist): --

Installieren Windows zuerst. Dann das andere OS. Das wird dich durch den
Vorgang begleiten. Windows geht standardmäßig immer davon aus, den
Rechner für sich alleine zu haben und würde Dir bei einer nachträglichen
Installation die erste Zerstören.

Alternativ, wenn Linux schon drauf ist: Entferne die Platte, installieren
Windows auf eine neue, stecke die alte Platte wieder ein und konfiguriere
den Bootmanager so, dass er das zweite OS starten kann.


Grüße
David





















Gelesen habe ich hier die Beiträge über Linux-Viren. Als Anfänger habe
ich kein Wort verstanden. Wie schützt man seine Festplatte vor
unerwünschtem Besuch? Ist außer einem vernünftigen Internetverhalten und
vielleicht Trennung von Administrator und Normal-User noch etwas
einzustellen? Z. B. in Kmail ist ein Virusschalter im Menü, der sich auf
installierte Schutzsoftware bezieht, die ich nicht habe.

Mit der Bitte um Einstiegshilfe und mit freundlichen Grüßen,

Alfred Flaßhaar

.



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