Re: Klarstellungen
- From: Ralph Angenendt <ihr.name@xxxxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Thu, 17 Jul 2008 19:31:15 +0000 (UTC)
· Well, Hauke Laging <3q2008@xxxxxxxxxxxxxxx> wrote:
Ralph Angenendt schrieb am Donnerstag 17 Juli 2008 19:07:
Und warum sollte er es "drauftun"? Welche Motivation hat der Kunde,
das zu machen?
Diese Frage muss nicht ich beantworten, weil die für jede Form von
Linux gilt. Ich behaupte ja nicht, eine zusätzliche Motivation zu
schaffen, sondern nur, die technische Hemmschwelle zu senken.
Aha. Verstehe ich nicht: Wer Linux auf seinem Rechner installieren will,
kann das doch auch heute schon ohne größere technische Hemmschwellen
machen.
Und warum reicht es dann nicht eine - sagen wir mal
Fedora - Live-CD dazuzupacken?
Dagegen habe ich nichts, aber irgendwann will man das Linux ja auch
mal auf dem Rechner haben.
Dafür gibt es bei Fedora den großen INSTALL-Button.
Übrigens hat eine Live-CD aus Sicht den
Nutzers viel Ähnlichkeit mit meinem Vorschlag: Er packt sie rein,
drückt einmal Enter, und irgendwann ist dann mal ein fertiges Linux
zu sehen, ohne dass er sich weiter um irgendwas kümmern musste.
Eben.
Grund?
Ich lese diese Gruppe schon eine ganze Weile. Die These, dass Debian
eine "idiotenfreundliche" Distribution sei, ist mir dabei noch nicht
über den Weg gelaufen.
Okay, wenn du deine Zielgruppe unbedingt als Idioten bezeichnen magst,
dann will ich dir da nicht widersprechen.
Aha. Welche WLAN-Konfiguration, wenn der Nutzer z.B. zuerst "deine"
Distribution ausprobiert?
Die von Windows. Das Szenario ist, dass jemand sich
einen "Standardrechner" kauft. Auf dem ist natürlich auch Windows
vorinstalliert. Und natürlich ist die Platte nicht voll, also kann
man da Linux mitraufquetschen.
Da WLAN unter Windows läuft (irgend jemand wird das dem Kunden schon
zurechtgefummelt haben), gibt es eine Konfiguration, die in der
Umgebung des Kunden funktioniert.
Ich dachte wir sprachen über Rechner, die man u.a. bei Aldi bekommen
kann? Die fummeln da wohl eher weniger was zusammen, das muss der Kunde
schon selber machen.
Mein Ansatz verbessert natürlich die Hardwareunterstützung von Linux
nicht. Er eignet sich nur für solche Rechner, bei denen alle
lebenswichtigen Komponenten unter Linux betrieben werden können.
Aber dann braucht es deine speziell angepasste Distribution doch
überhaupt nicht. Ich verstehe immer weniger was du eigentlich willst.
Und sorry, solche Programme wie
NetworkManager machen die Konfiguration eines WLANs genau so simpel
wie die Pendants unter Windows oder OS X.
Bestreite ich nicht. Dennoch weiß Joe User vielleicht sein
WPA-Passwort nicht mehr... Der Unterschied ist: Muss ich es noch
einstellen, oder ist es schon eingestellt, wenn die Installation
durchgelaufen ist?
Dann kann er ja unter Windows nachgucken, oder? Ich hoffe ja nicht, dass
Windows das WPA-Passwort unverschlüsselt irgendwo ablegt ...
Du musst also irgendwie für diese Art von Hardware
proprietäre Treiber mitliefern. Und das wird keine der etablierten
Distributionen mal eben so mitmachen.
Das muss man nur dann machen, wenn man die Hardwareunterstützung der
Distribution verbessern will. Wenn sich jemand die Mühe machen
möchte, sehe ich aber nicht, warum das den Distributor stören
sollte.
Weil das den Grundsätzen von Fedora (z.B.) widerspricht. AFAIK sieht das
bei Debian und Opensuse genauso aus.
Welche Information benötigst du?
Das Installationsprogramm muss wissen, was für Partitionen angelegt
werden sollen, welche Software installiert werden soll, blabla. Wenn
ich Linux installiere, wird da so einiges abgefragt.
Bei Fedora ist "Gnome-Desktop" voreingestellt (beim KDE-Spin dann halt
KDE-Desktop). Da kann ich einfach weiterklicken - danach habe ich ein
System mit dem ich arbeiten kann. Eventuell solltest du dir aktuelle
Distributionen mal angucken?
Aha. Das scheint mir ja ein origineller USP zu sein: Eine auf die
Hardware angepasste Distribution, die keine zusätzliche Hardware
kann?
Unterscheide doch bitte "kann" von "während der Installation
interaktiv einbindet". Mein Installationsprocedere beschneidet die
Fähigkeiten der Distribution in keiner Weise.
Das wollte ich auch gar nicht aussagen. Aber du wolltest doch eine auf
den Rechner angepasste Distribution haben - und bei vielen Angeboten
kommt halt noch mal Hardware mit dabei.
1) eventuell nötige Kernelparameter beim Booten
Kernelparameter wofür? Werd doch einfach mal *KONKRET* und
schwurbel nicht so durch die Gegend.
Kernelparameter, damit ein Rechner bootet? Nie davon gehört - und
deshalb gibt es so was nicht?
Ich kann mich nicht erinnern, so was auf einem physischen Rechner mal
benötigt zu haben (anders bei openSUSE 10.2 in VMware), aber es gibt
bei openSUSE nicht grundlos im Installationsmenü den
Eintag "Failsafe", der per Kernelparameter so allerlei abschaltet.
Ja nun. Damit hast du nun immer noch nicht erklärt, was das für
Kernelparameter sein könnten, die dein Ansatz so benötigt. Wie gesagt:
Werd doch mal einfach konkret.
2) alles, was das Installationsprogramm sonst abfragt bzw. "sich
genehmigen lässt"
Auch hier: Was soll das konkret heißen?
Hast Du schon mal Linux installiert? Ich hab's in
<6e9791F5rqooU1@xxxxxxxxxxxxxxxxx> ausgeführt.
Eh ja, des öfteren. Wenn das Netzwerk dhcp unterstützt muss ich
eventuell die Zeitzone eigentätig einstellen. Alles andere muss ich
eigentlich nur bestätigen. Ich weiß ja nicht, was du so für
Linuxdistributionen installierst. Wenn kein DHCP im Netz vorhanden ist,
dann muss ich halt die gleichen Dinge eingeben, die ich auch unter
Windows eingeben muss. Und einen DSL-Anschluss (also wenn kein Router
dazwischen ist) - den Konfigurationsdialog bekommen die Distributionen
die ich kenne auch schmerzärmer hin als Windows das tut.
Fedora schlägt dir eine Partitionierung vor, die du einfach benutzen
kannst - es fragt dich halt nur vorher, ob es den restlichen freien
Platz nutzen darf. Firewallkonfiguration funktioniert auch "einfach so"
(es werden halt die Ports abgefragt, auf die man von außen zugreifen
darf). Ich sehe nicht, was dein Ansatz da schlauer machen könnte - vor
allem weiß ich nicht, wie du die Einstellungen der Windowsfirewall
übernehmen willst.
Das einzige Problem was ich wirklich sehe ist die Einbindung von
Hardware, die nicht OOTB funktioniert. Und genau das Problem willst du
ja nicht lösen.
3) die Auswahl nötiger Pakete (Firmware für WLAN-Karten, Software
für Leser von Speicherkarten, falls nötig)
Entweder sind die schon dabei - oder du hast deine eigene
Distribution. Siehe oben.
Natürlich sind die schon dabei, und vielleicht werden sie ja auch
automatisch installiert. Die Erstellung so einer Konfiguration ist
ja gerade KEIN großer Aufwand. Dem unbedarften Nutzer soll aber
die "Das würde ich installieren. Ist das für Dich so OK?"-Situation
erspart werden.
Welche Distribution fragt denn sowas nach?
Also das, was jede Distribution mittlerweile mehr oder weniger
automatisch macht.
Um mal Dein Bild zu benutzen: Ich will aus "mehr oder weniger
automatisch" ein "vollautomatisch" machen. Nicht spektakulär,
insbesondere nicht in der technischen Umsetzung.
Vielleicht "versucht" Ihr hier alle, da zu viel
reinzuinterpretieren. :-)
Eventuell liegt das daran, dass du es einfach nicht schaffst, deinen
Ansatz mal irgendwie konkret zu erklären, sondern einfach nur weich
herumschwurbelst?
Nur mal so am Rande: Ich habe auf dem Linuxtag in Berlin mit Leuten
von Novell, Fedora, Ubuntu und Mandriva über diese Möglichkeit
gesprochen, und das Feedback war ausnahmslos positiv. Aber
vielleicht haben die auch alle keine Ahnung davon, wie eine
Distribution aussehen sollte oder verbessert werden könnte...
Eventuell hast du denen ja auch erklären können was du wolltest, also
etwas was du hier gerade nicht schaffst?
Und ich glaube nicht, dass du mit den Leuten von Fedora und Opensuse
über proprietäre Hardware geredet hast. Ich weiß, wie die darauf
reagieren.
Ralph
--
Von Bismarck stammt der Satz, dass die Leute ruhiger schlafen könnten, wenn
sie nicht wissen, wie Gesetze und Würste gemacht werden. Wer heute diesen Satz
zitiert, beleidigt Würste. -- Heribert Prantl zum geplanten BKA-Gesetz
Nicht schreiben können: http://lestighaniker.de/
.
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