Re: Linux-Fan muss Windows benutzen
- From: Holger Bruns <hbruns@xxxxxx>
- Date: Sun, 27 Apr 2008 10:51:45 +0200
Holger Marzen wrote:
* On Sun, 27 Apr 2008 00:03:24 +0200, Holger Bruns wrote:
Das berichtete ZD-News:
"Scott McCausland, ein wegen Copyrightverletzung verurteilter Linux-Fan,
hat von seinen Bewährungshelfern die Auflage bekommen, dass er auf seinen
Computer nur Windows als Betreibssystem installieren darf.
[...]
"Mein Bewährungshelfer hat mir erklärt, dass sie eine
Überwachungssoftware auf meinem Computer installieren müssen, doch diese
Software wird nicht von meiner Linux-Version Ubuntu 7.04 unterstützt.
Sollte ich also wieder einen PC verwenden wollen, muss ich mit Microsoft
Windows arbeiten", sagt McCausland.
[...]
Mal abgesehen davn, daß dieser "Star-Wars-Müll" so krank und bescheuert
ist wie "Computer! Hol mir einen runter! Jawoll, Captain!" aus dem
StarDreck der Paramount, unfreiwillig wird doch eingestanden, daß sich
Linux-Systeme nicht so leicht ausspionieren lassen wie Fenstersysteme von
Microsoft.
Ausspionieren kann man auch Linux-Systeme, insbesondere, wenn die
Schnüffelsoftware mit Vollzugriff auf das System ganz normal installiert
werden kann. Aber es lohnt sich finanziell nicht, solche Software für
Linux zu entwickeln.
Der Punkt ist, daß ein nicht von der Industrie gewollter Umgang mit
Video-DVDs, VHS-Kassetten und irgendwelchen Tralala-CDs in den USA für
Jahre ins Gefängnis führen können. Sowas wird weit härter bestraft ein ein
versuchter Totschlag in Deutschland. Mich bestürzt vor diesem Hintergrund
vor allem auch die schlechte Qualität der Produktionen, die absolut
indiskutabel sind. Man muß hierzulande ja nur einmal RTL geguckt haben, um
zu wissen *was* da *wie* verteidigt wird. "Computer! Fick dich selbst!
Jawoll, Captain!" Dieser Medienschrott scheint in den USA inzwischen einen
wesentlich höheren Stellenwert als das menschliche Leben zu haben. Ein paar
bunte Bilder, dazu ein paar stussige Sprüche, sowas auf einen ftp-Server
geschoben: Schon bist du lange hinter Gittern.
Das Wesentliche an dieser Geschichte scheint mir aber zu sein, dass
Bewährungshelfer einen nötigen können, ein bestimmtes Betriebssystem und
dazu passende Hardware zu nutzen. Das wird sicher bald seinen Weg in die
Gesetzgebung der USA finden. Schnüffellobby und Industrie werden sicher
intensiv zusammenarbeiten, damit nur noch "sichere" und "zertifizierte"
Systeme benutzt werden dürfen. Alles andere ist dann eine Gefahr für die
innere Sicherheit.
Wir werden das beim Bundestrojaner erleben. Der wird nämlich bald überall
eingesetzt werden, nur mit Linux dürfte es ein Problem geben, weil Linux
ein Produkt internationaler Zusammenarbeit ist - einen deutschen
Bundestrojaner wird man sich anderswo kaum gefallen lassen, und ich glaube
nicht, daß Clamav den Bundestrojaner ignoriert, wenn er denn in Umlauf ist.
Mal sehen wann Schäuble mit dieser genialen Idee angerollt kommt.
Mit Schäuble hat man echt den Bock zum Gärtner gemacht.
Grüße, Holger
.
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