Re: Warum nur ist das alles so blöd?



Sieghard Schicktanz schrieb:
Hallo Marcus,

(sorry für die Verzögerung...)

Du schriebst am Thu, 29 Mar 2007 22:27:18 +0200:
[...]
>> So wie ich das neulich gelesen habe, wird momentan ziemlich an der API >> für Gtk+ und Gnome Bibliotheken gebastelt. Einiges von Gnome soll in
...
Also was wohl mit übernommen werden soll, sind Gnome-libs, die Gtk+ selber benötigt. Also wie atk oder pango. Oder einen Drucken-Dialog. (Wenn ich mich jetzt nicht komplett irre!)

Naja, braucht eine Grafik-Bibliothek _wirklich_ einen "Drucken-Dialog"?
Obwohl es natürlich durchaus zu begrüßen wäre, diese ganzen Dialogismen mal
bisserl zu vereinheitlichen. Letztens ist mir da wieder eine neue Variante
untergekommen, die nochmal anders arbeitet. Die macht Verzeichniswechsel
z.B. schon mit Einfachklick oder per Tastatur mit Backspace - da kann man
in der Eingabezeile nichtmal mehr einen Namen löschen oder korrigieren...

Ein GUI-Toolkit sollte schon über einen Drucken-Dialog verfügen. Es ist ja nicht nur ein Dialog, der lpr ausführt. Der Dialog muss ja die Daten so aufbereiten, dass sie dann gedruckt werden können.

Ohne so einen Standarddialog müssen Entwickler das berühmte Rad jedes Mal neu erfinden. Dann hat man fünf verschiedene Programme, mit ebenfalls fünf verschiedenen Dialogen zum Drucken. Ist dann nicht so dolle.

Oder für Gtk+ bindet man Gnome-Bibliotheken ein, was eine zusätzliche und vor allem unnötige Abhängigkeit ist.

Dialoge sind zum größten Teil bereits innerhalb eines Toolkits standardisiert. Also Qt, Gtk+, Windows. Wie es mit dem von X aussieht, weiß ich nicht. Mag es nicht und verwende daher keine Programme, die darauf basieren. :-)

Tk hat ebenfalls intern standardisierte Dialoge.

Finde das so eigentlich ganz okay. Toolkitübergreifend müssen die nicht unbedingt standardisiert sein. In der Regel verwendet man ja nicht 20 verschiedene Toolkits. ;-)

>> Daher kann ich da noch ein Hünerauge zudrücken.
> Das wird dem Namensinhaber aber nicht unbedingt passen... ;-)
Och! Gibt doch genug Menschen die auch welche haben. ;-)

Naja, ich "kenne" einen Hüner aus einer anderen Usenet-Gruppe, da bin ich
mir aber recht sicher, daß der nicht damit einverstanden wäre, wenn Du ihm
die Augen zudrücktest... ;->

Wer nicht will, der hat schon. ;-)

> Eben, und an den Kleinigkeiten läßt sich erkennen, ob beim Erstellen mit
> Sorgfalt gearbeitet oder geschludert wurde. Gedankenlosigkeit dabei
> beeinträchtigt die Benutzbarkeit erheblich mehr als das Weglassen der
> neuesten grafischen Spielereien.

Klar. Aber so oft wie sich gerade bei Gtk+ die API geändert hat, kann man auch verstehen, dass da beim Programmieren mal was übersehen wird.

Klar, das ist ja auch noch erträglich, wenn's bei nächster Gelegenheit
korrigiert wird. Wenn sich das aber trotz Bekanntheit jahrelang durchzieht,
dann ist das eben Schludrigkeit. Wie beim Windows-Dialog z.B....

Teilweise fällt es (wenn wir jetzt mal bei Gtk+ bleiben) einfach nicht auf. Ist mir auch schon passiert. Erst als ich mein Gtk+ aktuallisiert habe, hab ich gemerkt, dass sich ein kleinen Pygtk-Skript nicht mehr so verhält, wie es sollte. :-)

Was den Dialog bei Windows angeht. Vielleicht will man es nicht ändern. Qt und KDE verwenden ja ein vergleichbares Layout.

Wobei ich zugeben muss, dass ich jetzt nicht 100 %ig sagen kann, wie die Dateiauswahldialoge bei Windows heute aussehen. XP kann ich mich nur sehr verschwommen erinnern. Und Vista habe ich bisher noch nicht vor der Nase gehabt. Was ich auch nicht zu ändern gedenke. :-D

> programme legen doch eh schon "Resourcen"-Dateien an, in denen sie sich
> irgendwelche Einstellungen "merken" - da passt sowas doch bestens 'rein.

Sofern man das Verhalten abschalten kann. Für meinen Geschmack legen bereits viel zu viele Programme was in $HOME ab. Muss da ein Mal die Woche mit rm dran gehen. :-)

Ist schon richtig, daß das recht umfangreich ist. Andererseits will "man"
ja doch gerne "alles mögliche" nach eigenem Geschmack einstellen - und
irgendwo müssen sich die Programme das ja schließlich dann "merken".
Bei einem Mehrbenutzersystem muß das dann auch noch benutzerspezifisch
abgelegt werden können - da bietet sich das "home" eben an.

Ich habe ja nichts gegen Konfigurieren. :-) Aber es sollte einfach auch nicht überhand nehmen.

Mir ist vor einiger Zeit mal was unter gekommen, da konnte man dermaßen viel konfigurieren, dass ich schon keinen Bock mehr hatte. :-)

Weiß jetzt nicht mehr was das für ein Programm war. Jedenfalls waren es so viele Möglichkeiten, dass ich irgendwann einfach nicht mehr durch geblickt habe.

> Das ist sicher richtig - nicht mal eine vollständiger Programmierbarkeit
> passt da, weil dann wieder etliche nach "sinnvollen Voreinstellungen"
> schreien - und die natürlich sinnvoll _für sie_ sein "müssen".

Ganz recht. Bei Windows ist das ja einfach. Was der Programmiert schreibt, ist Gesetz. Bei OS sieht's da wieder anders aus.
^^? OS/2?

Nee. :-) Open Source.

Eine Lösung wäre, dass man das Ganze dann Konfigurieren kann. Aber dann

Naja, das _ist_ dann ja die "vollständige Programmierbarkeit", oder eben
zumindest recht umfangreiche Resource-Dateien im Benutzer-Home. Oder eine
zentrale Registrierung - aber damit ist wohl schon eine große Firma
letzthin "auf die Schnauze gefallen"... (Wer baut aber auch schon eine
Datenbank ohne Wartungsmöglichkeiten in ein Betriebssystem ein... ;-> )

Meinst du vielleicht Windows und die Registry?

Gnome hat ja etwas Ähnliches *verbrochen*. Allerdings gibt's in gconf wenigstens Beschreibungen und teilweise auch Erklärungen. Und mit jeder neuen Version werden diese kompletter.

würde wohl mehr Aufwand dafür drauf gehen, als für den eigentlichen Programmcode.

Für die Benutzerinteraktion _geht_ häufig "mehr Aufwand [] drauf" als
für den eigentlichen Programmcode, auch jetzt schon, auch schon bei Text-
Mode-Programmen.

Ja. Und jetzt rechne dann noch mal eine extrem umfangreiche Konfiguration dazu.

>> Wenn es um das Entfernen der Endung geht, bezweifle ich, dass es unter >> Linux von Windows übernommen wird.
...
Ich find's okay, dass man so eine Option aktivieren kann. Solange sie halt nicht standardmäßig aktiviert ist. Und ich glaube nicht, dass das im Mainstream geschehen wird.

Ich find's _nicht_ okay - ich will den Dateinamen _komplett_ genannt
bekommen.

Man muss die Option ja nicht aktivieren. :-)

Ein Grund dafür ist wohl, dass Linux und Windows den Dateityp auf unterschiedliche Weise ermitteln.

Einen "Dateityp", der aus der Endung zu ersehen ist, gibt es sogar unter
Windows eigentlich nicht, und unter Linux (Unices) erst recht nicht.
(Auch unter Windows hindert Dich nichts daran, eine Bilddatei "XYZ.Exe" zu
nennen, inzwischen kannst Du sogar ein Programm "Sonstwas.Gif" nennen, und
es wird trotzdem ausgeführt. Was die Schadprogrammverteiler ja schon
weidlich ausgenutzt haben... ;-> )

Windows geht nach der Dateiendung. Entsprechend wird das Icon gesetzt und somit ist die Endung unwichtig.

Hmm. Ich weiß jetzt nicht, wie sich XP, Vista oder 2000 verhalten. Aber bis ME war es jedenfalls so, dass sich Windows an der Endung orientiert hat.

Wenn man foo.mp3 in foo.txt umbenannt hat, wurde die Datei als Textdatei im Explorer angezeigt. Und Windows hat versucht die Datei mit Notepad zu öffnen.

Hat man die Endung entfernt, hatte man als Symbol ein weißes "Blatt" mit dem Windowslogo für "unbekannter Dateityp".

>> Daher ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass es _erst_ jetzt oder in >> Zukunft übernommen wird.
> > Hoffen wir's.

Wie man ja merkt, bin ich da ganz zuversichtlich. :-)

Zuversicht ist aller Probleme Anfang... ];->

Nö. Nur der Anfang des Pessimismus. ;-)

Gruß
Marcus
.



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