Re: Linux für Kinder (OT)



Andre Meiner wrote:
Rainer schrieb:
Andre Meiner wrote:
Heiko Schlenker schrieb:

Deine Lösung ist nur scheinbar pragmatisch, weil Du die
Alternativen gar nicht gut genug kennst. :-) Du magst damit
zufrieden sein, Konservendosen mit einem Schraubendreher zu
öffnen, sonderlich pragmatisch ist das aber eher nicht. ;-)
Früher oder später wird man sich ärgern, sich nicht mit dem
Werkzeug Dosenöffner beschäftigt zu haben.
Ich bin nun seit über 20 Jahren mit Computern beschäftigt und habe
auch früher Lehrgänge gehalten. Das Fazit daraus ist, dass man die
"alten" textbasierten Programme ERHEBLICH leichter und schneller
lernen konnte, als die _heutigen_ grafischen Oberflächen.
Heute sehe ich das auch wieder bei meinem 8 jährigen Sohn, der seit
1,5 Jahren einen 3-geteilten PC hat: Linux primär, Win98 und DOS.
Linux hat er nun schon seit mehreren Jahren. Windows auch. Dann
ging sein PC kaputt und ich bekam einen alten Pentium 166
geschenkt. Für window und Linux definitiv zu klein. Die
Grundbegriffe kurz erklärt und siehe da: der Junge kommt damit
klar. Er bewegt sich durch die Verzeichnisstruktur und startet
seine Spiele.

Ich wage mal These Nummer 1:
Kinder lernen alles auf eine andere Weise (spielerisch) und damit
einfacher und schneller, als wir. Fahr mit Deinem Kleinen mal 6
Wochen in ein Land, dessen Sprache Ihr nicht sprecht und nicht
versteht. Lern Du auf Deine Weise und lass den Jungen auf seine
lernen. Vergleiche dann mal, wie weit Du gekommen bist und wie weit
Deine Kinder ;-)

Da core!^

OK, sind wir uns in diesem Punkt je einig ;-)

Ganz nebenbei würde mich interessieren, ob Du Deinen Sohn mal danach
gefragt hast, ob er am liebsten mit DOS herumspielt oder mit einem
der beiden anderen Systeme (unabhängig von einem konkreten Spiel,
denn wenn es sein Lieblingsspiel nur unter DOS gibt, könnte die
Frage allein deshalb entsprechend beantwortet werden).
Kinder sehen das ganz pragmatisch: Das Spiel bzw. die Anwendung ist
der entscheidende Faktor. Das Betriebsystem ist ihnen egal. Lästig
ist bestenfalls, wenn sie von einem DOS-Spiel zu einem Windows-Spiel
wechseln und dann unter Linux ins Internet wollen.

Einverstanden. Spielpräferenz sagt nichts über das bevorzugte System
aus. Kindern ist per se wahrscheinlich egal, mit welchem System sie es
zu tun haben. Allerdings *vermute* ich, dass sie ein System mit
graphischer Oberfläche *lieber mögen* (z.B. Linux-Distribution oder
Windows), als die Textvariante (z.B. DOS). Würde mich wirklich
interssieren, was Dein Sohnemann dazu sagt.


Klar das man das nciht verallgemeinern kann. Für mich ist es
symptomatisch. MacOS war ein deutlicher Fortschritt, als es
herauskam. GEM und Windows haben den PCs nicht nur deutlich
weitergebracht, aber fest steht: wer schnell abrbeiten möchte und
will, was er tun und will, für den ist die Maus ein Hindernis.

Und hier wage ich mal These Nummer 2:

es wird Zeit, dass die Hersteller sich darauf zurückbesinnen und
Komplexität wieder herausnehmen

Das wird nicht passieren. Der Zug ist IMHO abgefahren. Ich fand's
auch
sehe ich leider auch so. Daher liegt es an uns Anwendern /
Verbrauchern, den Mist nicht zu kaufen.
Btw: Micrososft wird eine Serverversion von Longhorn (nächst
Server-Generation) herausbringen, wo sie wieder auf die Grafische
Oberfläche verzichten, das auf Servern unnötig. Also: es bewegt sich
schon noch etwas. Unsere Unix-Server laufen alle ohne X. ssh ist da
zur Administration der ideale Zugang.

schade, als z.B. die Käfer-Produktion eingestellt wurde. War ein
schönes Auto mit einer übersichtlichen und leicht verstehbaren
Technik sowie eines niedrigen Preises. Dennoch ist er ein- für
allemal Geschichte (ähnliches gilt auch für andere Autos, wie z.B.
Mini-Cooper). Persönlicher Aspekt von mir: Ich habe gelegentlich
schon daran gedacht, mir mal wieder einen Käfer zuzulegen, es mir
beim Gedanken daran, auf welchen Komfort ich im Vergleich zu meinem
ebenfalls älteren und preisgünstigen Kleinwagen verzichten müsste,
aber sein lassen: Aufrüstungen ohne Ende? Nein danke, dazu hatte
ich keine Lust. Wenn ich viel Zeit und einen Käfer als Hobby hätte,
wäre das vielleicht 'was anderes ;-). Der zu zahlende Preis: Jeden
neue Auto-Generation bringt neue und komplexere Technik mit sich,
es wird
Mittlerweile gibt es viele Dinge bei den Oberklasse Fahrzeugen wieder
als Extra dass sie _entfallen_ (z.B. Zentralverriegelung oder
Fernöffnung) weil es sich heraussgestellt hat, das sie zwar bequem,
aber eben auch extrem unsicher sind (Entführung, Einbruch). Nur die
blöden Endverbraucher kaufen den Mist noch (weils ja drin ist,
bequem ist und sogar billig weil kein Extra mehr wie früher). Btw.
schon mal abends an einer roten Ampel gewartet und jemand öffnet die
Beifahrertür und setzt sich einfach rein? Oder jemand öffnet mit
einem Fahrzeugfremden Fernentriegelung Dein Auto (kann man für rund
10 € frei im Elektronikhandel kaufen)? Versuch das mal bei der
Polizei oder Versicherung zu melden: ist kein Einbruch, da Du das
Auto nicht passend gesichert hast. Bei einigen neuen BMW der 3er und
1er Reihe kann man z.B. ohne den Original-Schlüssel das Auto
starten, wenn man binnen 10 Sec. das Auto mit dem Fernentriegelung
öffnet => Schade ein Softwarefehler und der wird sogar noch als
Feature verkauft. Hier führt wenigstens der ADAC einen Musterprozess

immer schwieriger, selbst Hand anzulegen und zu schrauben. Wenn
man's weiterhin will, muss man erheblich mehr lernen.
Stimmt. Mittlerweile muss man ja sogar zum Wechseln eine Birne im
Blinker oder Scheinwerfer in die Werkstatt. Statt 5 € zahlt man dann
100 €. Toller Fortschritt. Und die Hochgezüchteten Mercedes bleiben
reproduzierbar in langen Tunneln wg. des vielen Elektrosmog liegen.

Yep, 100% d'accord. Aber gerade an diesem Punkt werden IMHO - auch hier
in vielen Postings - zwei Dinge miteinander vermengt, die ursächlich
nicht unbedingt miteinander verknüpft sind: Technischer Fortschritt und
Features.

Bezogen auf Betriebssysteme (hier: Windows, aber auch die 5er Version
von Knoppix macht mir den Eindruck): Jede neue Generation, jedes Update
bringt nicht nur Verbesserungen in den Menüführungen mit sich, sondern
auch neue Softwarepakete. Dagegen wende ich im Prinzip nichts ein: Ich
empfinde es als gut, etwas dazuhaben, wenn man's braucht und dann nicht
erst lange suchen zu müssen. Dass der ganze Mist aber automatisch und
ungefragt installiert wird, ärgert mich seit Jahren, weil es die
Fehlermöglichkeiten potenziert, die Anforderungen an PCs und Hardware
drastisch erhöht, etc. - bei Dingen, die ich nicht benutze. Dort wo es
geht, mache ich mir die Mühe, schaue nach, was installiert werden soll
und lasse es nicht zu, wenn es geht. Einer der Gründe, warum ich den
Firefox benutze ist genau dieser: Das, was ich benötige, installiere
ich in Form von Plugins, der Rest bleibt weg. Dass Entwickler bzw.
ihren Auftraggeber die Menscheit mit ihrem Mist beglücken, halte ich
für eine bedenkliche Entwicklung, die manchmal an Irrsinn grenzt. Den
erlebe ich z.B. täglich bei vielen Websites, die unzählige
Anforderungen an PCs stellen, damit man sie vernünftig betrachten kann.

Das hat IMHO aber nicht mit der graphischen Oberfläche zu tun: Unter
Windows jedenfalls gibt es unzählige einfache Programme und Tools, die
intuitiv oder nach nur minimaler Anleitung zu bedienen sind - für die
man jedenfalls kein Grundlagenstudium erledigen muss. Mir vereinfachen
sie das Leben.

[..]

Ich bin sicher kein "ewig gestriger". Aber das, was hier im Moment
abläuft ist schon fatal. Feature-ritis statt funktionaler
Oberflächen. Hauptsache inkomatibel und anders als die Vorversion,
damit die Sekundär-Industrie (Schulungen, Trainigs, Berater,
Buchverlage, Zeitschriftenverlage) auch noch was davon haben. Aber
zum Glück gibt es auch Lichtblicke: Unixoide Betriebsysteme (Linux,
*BSD, Solaris) und eine grosse Auswahl an graphischen Oberflächen
für den Desktop, die über viele Jahre ihre Konzepte nicht bzw. nur
geringfügig ändern.

Schon wieder d'accord ;-) Nach diesen Lichtblicken schaue ich mich um.
Aber graphische Oberflächen sollten's nach Möglichkeit sein :-)

Viele Grüße

Rainer (bei PMs bitte Signatur beachten)

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