Re: Linux für meine Großmutter?



Benno Kroeck wrote:

> Aber der Autor hat die Leute ja auch mit pine und nicht mit nail
> konfrontiert und hat ihnen auch beigebracht, wie man eine man-page
> aufruft.

Erfüllt das Vorhandensein einer man-Page schon die Selbsterklärungsfähigkeit
gemäss EN ISO 9241-10?

> In dem Artikel geht es ja nicht um geistig verwirrte Menschen. Das kann
> man IMHO auch alten lernwilligen Damen beibringen.

Man kann vielen Leuten Handlungsabläufe beibringen. Viele User versuchen
dann, sie auswendig zu lernen und Punkt für Punkt zu erfüllen, wodurch
sie weder daraus per Analogieschluss auf die Bedienung anderer Programme
kommen (auch bei CLI geht das), und hängen bleiben, wenn mal irgend etwas
dazwischen kommt oder ungewöhnlich ist. Selbst eine neue Version kann da
schon ein unüberwindbares Hindernis sein. Das gilt auch für GUI-Software,
wenn der User nicht lernen will.

> Genau da sehe ich auch die Schwierigkeiten. Ein absoluter Anfänger sieht
> zunächst haufenweise Menüs und Schaltflächen, mit denen er überhaupt
> nichts anfangen kann. Dann geht auch noch bei praktisch jedem Knopfdruck
> ein neues Fenster auf, wo wieder viele Knöpfe drauf sind.

Gute GUIs haben den Vorteil, dass man sich erst mal alles anschauen kann,
ohne etwas kaputt zu machen (beachte /gute/!). Das Grundkonzept von OK
und Cancel muss man allerdings vorher verstehen. Bei CLI-Programmen ist
diese Möglichkeit nicht so häufig anzutreffen (Curses-Interfaces muss man
eigentlich schon zur GUI zählen). Ausserdem gibt es meistens ein "Undo".
Das hat aber auch seine Tücken, wenn man es erst mal kennt, und es dann
bei anderer Software nicht da ist ...

Klaus

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