Re: Hilfe für Linux-Fans unter Windows
- From: "Hans-J. Ude" <news@xxxxxxxxxxxx>
- Date: Sat, 17 Sep 2005 07:26:43 +0200
Am Fri, 16 Sep 2005 09:24:41 +0200 schrieb Malte Spiess:
> leider ist in der Firma, in der ich gerade arbeite, Windows angesagt. Da
> ich mich damit leider überhaupt nicht gut auskenne, möchte ich
> wenigstens die wichtigsten Tools von Linux, wie die Bash oder grep,
> mehrere Desktops, ... "mitnehmen".
> Manche Windows-Programme wie Word muss ich leider auch nutzen.
>
> Hier in dieser Liste ist sicherlich der eine oder andere dabei, der
> schon Erfahrungen mit dieser Problematik gemacht hat. Daher meine Frage:
> wie kann ich das möglichst einfach realisieren? Ich habe schon von
> cygwin gehört, aber mir scheint das etwas schwer zu installieren - lasse
> mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
Wenn ich nichts überlesen habe, dann hat noch niemand hier CoLinux
erwähnt. Ist das noch so wenig bekannt? Das ist was ganz anderes als
Cygwin. Eigentlich viel besser, hat aber auch (noch?) einige
Schattenseiten. Der Hauptunterschied ist folgender:
Cygwin ist ein Unix look and feel aber es de facto ein native Windows
Programm. Dadurch sind die beiden Welten aber sehr gut integriert.
Datenaustausch ist gar kein Problem und auch die Trenner in
Verzeichnispfaden (\ und /) sind keine Hürde. Nachteil: alle Programme
müssen speziell für Cygwin portiert werden. Das betrifft natürlich nur
die wenigen Sepzialfälle die das nocht nicht sind. Und es ist sehr
langsam. Beim kompilieren von Paketen etwa halb so schnell wie CoLinux.
CoLinux ist native Linux in einem Windows Fenster. Wenn du das startest,
wird in einem Fenster Linux deiner Wahl gebootet. Das ist jetzt kein Gag
sondern Fakt. Was emuliert wird, ist hier der Linux Kernel. Als Treiber
werden die Windows Treiber genutzt. Du erstellst von deiner Linux root
partition ein Image, als wolltest du ein loop device erstellen. Dieses
Image gibst du dem CoLinux als Startparameter mit und auf geht's. Der
große Nachteil ist, dass beide Welten nichts voneinander "wissen" und das
daher der Datenaustausch schwierig ist. Mit dem mounten von native
Windows Partitionen sieht's allerdings ziemlich mau aus. Es gab da was
namens cofs (cooperative file system), war seinerzeit (1/2 Jahr)
allerdings noch alles andere als kooperativ und so buggy, dass es
praktisch unbrauchbar war.
Insgesamt ist das alles so eine Art eigener kleiner Mikrokosmos. Gut finde
ich die Netzwerkanbindung. Wenn du das installierst, hat Windows einen
weiteren, virtuellen Netzwerktreiber. Den kannst du mit dem physikalischen
brücken, was unter XP mit 2 Mausklicks erledigt ist. Das Linux hat dann
eine eigene IP Adresse, wie ein zweiter Rechner. Die Installation und
Konfiguration ist allerdings etwas tricky. XML basiert, aber nicht immer
in allen Punkten logisch. Guckst du hier:
www.colinux.org
Hajü
.
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