Re: WLAN: RT61 Reichweite viel zu kurz - zu geringe Sendeleistung!



Michael Kohaupt schrieb:
Andreas schrieb:

Danke für jeden Hinweis, um das Problem in den Griff zu bekommen - denn
so ist der Chip definitiv nicht nutzbar.

Mit dem Chip hat das herzlich wenig zu tun -
Die "Werte" die dir angezeigt werden, kannst du mehr oder weniger in die
Tonne treten. Da kann dir Linux z. B. eine Signalqualität von 50
anzeigen und ein virtuelles Win auf der gleichen Kiste 100 - oder
umgekehrt.

Den Chip kannst du "tunen" wie du willst - das Entscheidende ist immer
die Antenne. Und da ist in den intern verbauten Dingern normalerweise
ein "Müllteil" verbaut. Je nach Anbieter ist diese Antenne gut - oder
eben Mist. Ich hab hier auch notebooks die direkt neben dem router
stehen und grade mal 30% Singanstärke anzeigen. Halte ich die Hand
dazwischen - bleibt fast nix mehr übrig :-( Müll!

Ich habe mich in den letzten Jahren schier endlos mit diesen WLAN
Dingern rumgeärgert und dann die endgültige Lösung gefunden. Ein USB
stick mit mit einem Zydas chip und Verstärkerantenne mit 7db
Verstärkung. Läuft auf jeder Win oder Linux Kiste und bringt mir APs,
die ca. 500m entfernt sind, noch rein.


Eine gute Antenne kann nie schaden - da gebe ich Dir uneingeschränkt
Recht. Allerdings war das nicht das Problem bei mir, sondern ich hatte
ein Treiberproblem auf der OpenSuSE 11.2. Im Detail (man neigt in der
Linux-Welt gerne zu Workarounds, weil es an anderer Stelle klemmt - ich
kenne das aus eigener leidvoller Erfahrung):


Regionalisierung:
-> Die war bei mir bei OpenSuSE 11.2 defekt. Auch Reinstallation half
nicht. Mußte erst mal grundsätzlich repariert werden durch Selbstbau der
nötigen Pakete und Korrektur der Installationsroutinen.


Standardkernel 2.6.31.12-0.1-desktop (rt61pci):
-> rt61pci ist kaputt. Der Treiber funktioniert bei mir nur kurzzeitig
und in wenigen Metern vom AP gar nicht mehr (reißt auch mal den ganzen
Rechner runter - ist ein bekanntes Problem - soll angeblich durch das
Abschalten des Powermanagements "umgangen" werden - was aber bei mir
auch nicht wirklich zieht). Die Performance ist auch direkt neben dem AP
allerhöchstens die Hälfte von dem, was das Windows-Gerät bietet.
Suspend2Disk tut nicht mehr.


Kernel 2.6.32.8 (gibt's vom Buildservice)
-> rt61pci läuft wenigstens wieder stabil, solange irgendwie ein Link
verfügbar ist. Suspend2Disk tut natürlich auch nicht (liegt aber in
diesem Fall am Kernel grudnsätzlich und hängt nicht am rt61pci). Die
Reichweite und die max. Bandbreite bleiben unbrauchbar.

Mit folgendem Patch kann man die Reichweite und die Bandbreite deutlich
steigern:

--- rt61pci.c.orig 2010-02-23 15:02:00.435077961 +0100
+++ rt61pci.c 2010-02-23 15:01:48.694076271 +0100
@@ -2588,7 +2588,8 @@

tx_power = rt2x00_eeprom_addr(rt2x00dev, EEPROM_TXPOWER_G_START);
for (i = 0; i < 14; i++)
- info[i].tx_power1 = TXPOWER_FROM_DEV(tx_power[i]);
+// info[i].tx_power1 = TXPOWER_FROM_DEV(tx_power[i]);
+ info[i].tx_power1 = 20;

if (spec->num_channels > 14) {
tx_power = rt2x00_eeprom_addr(rt2x00dev,
EEPROM_TXPOWER_A_START);


So eingestellt läßt sich die Kiste sogar mit X via ssh -XC (seamonkey
und OpenOffice) selbst an den bei mir kritischen Stellen flüssig betreiben.

Nachteil dieser Lösung:
Suspend2Disk tut nicht und natürlich keine Kernelupdates, weil man immer
wieder selber dranrum pfuschen muß. Also Murks - aber nun ist klar, daß
keine Hardwareproblematik vorhanden ist, sondern eine Treiberproblematik.


Legacy-Driver rt61 und Default-Kernel
-> Ich habe es nicht geschafft (oder nicht mehr schaffen wollen), damit
eine WPA2-basierende Verbindung hinzubekommen, weil ich WPA2 nicht
eingestellt bekommen habe.


ndiswrapper unter Default-Kernel mit Windows XP-Treibern
-> Die Treiber vom schon länger Pleite gegangenen Notebook-Lieferanten
gezogen, über den wine-Crash-Umweg "extrahiert" und mit ndiswrapper
installiert und einfach die Verbindung mit dem NetworkManager gestartet.
Und alle Probleme sind wie weggeblasen:
Volle Bandbreite (2,5 MB/s), selbst an den kritischsten Stellen bei mir.
Absolute Stabilität (bisher), Suspend2Disk funktioniert - einfach so,
wie man es erwartet. Zwar ideologisch nicht ok, aber dafür sehr
funktional - und das ist entscheidend.
Noch was: der Treiber fährt mit genau der Leistung, welche ich durch den
Patch oben schonmal hart eingestellt hatte. Da lag ich also goldrichtig :-).


allgemeines Fazit:
Linux und Hardware - leider nach meinen Erfahrungen nach wie vor eine
riesen Baustelle. Man benötigt enorm viel Geduld, Zeit und KnowHow, um
die Kisten richtig (und nicht nur irgendwie) zum Fliegen zu bekommen.
Erst kürzlich habe ich das Ganze mit einer ATI-Grafikkarte
durchexerziert. Zig OpenSource-Treiber - der eine kann dies, der andere
das - aber keiner wirklich brauchbar. Also habe ich eben zum
ClosedSource-Treiber gegriffen - und schon funktionierts mit der
ordentlichen und stabilen (3D-)Unterstützung.

Was noch das Ärgerlichste ist: was in Version x geht, muß in Version x+n
noch lange nicht auch noch gehen (gilt leider auch für so manchen
Linux-closed-source-Treiber). Man sieht hier einfach, daß es an einer
ordentlichen Qualitätssicherung hinten und vorne fehlt. Je komplexer der
Kernel wird, um so mehr tritt dieses Problem natürlich zu Tage.



Andreas
.



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